So wenig Schmetterlinge wie nie beim Insektensommer

Die Erdhummel war in diesem Jahr das am meisten gesichtete Tier. Foto: Kathy Büscher/NABU Rinteln
Beim Insektensommer ist die Erdhummel nach 2022 zum zweiten Mal an die Spitze gesummt – kein anderes Insekt wurde deutschlandweit und in Rheinland-Pfalz bei der Aktion des NABU und seinem Bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) öfter gesichtet. Schmetterlinge machten sich dagegen rar.
Gute Ergebnisse
Vielen Schmetterlingen ist es zu warm
Besonders auffällig in diesem Jahr: Schmetterlinge wurden in den beiden Zählzeiträumen kaum gesichtet. Mögliche Gründe für den Rückgang sind die Klimakrise sowie der immer kleiner werdende Lebensraum und ein schlechteres Nahrungsangebot. Vielen Tagfalterarten, wie dem Kleinen Fuchs, dem Landkärtchen oder dem Schornsteinfeger, wird es offenbar zu warm und trocken. Sie ziehen sich daher vermutlich in kältere Regionen zurück. Die genauen Ursachen für die geringen Schmetterlingszahlen sind aber nicht bekannt und müssen jetzt dringend erforscht werden, damit etwas gegen den Schwund getan werden kann. Denn Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen. Sie sind vor allem wichtige Bestäuber und auch Vögel und Fledermäuse sind auf sie als Nahrung angewiesen.
Blaue Holzbiene auf Platz acht
Deutlich häufiger gesichtet als in den Vorjahren wurde die Blaue Holzbiene. Sie schwirrt bei der bundesweiten Jahresrangliste 2023 erstmals auf Platz acht, vorher war sie auf Platz zehn. Die größte einheimische Wildbiene hat sich offenbar weiter in ganz Deutschland ausgebreitet. Durch die wärmeren Sommer findet sie hier gute Lebensbedingungen. Zudem ist sie durch ihre schwarz-bläuliche Farbe und ihre Körpergröße sowie ihr tiefes Summen leicht zu erkennen und somit auch für Neulinge beim Insektenzählen kaum zu übersehen.