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19.14 Uhr | 28. November 2019

Soll Ackerboden als Gewerbefläche verschachert werden?

KLIMA, UMWELT UND LANDWIRTSCHAFT: Bündnis Hoher Stein reaktiviert und startklar / Aktionen geplant, Widerstand angekündigt

Kämpferisch! Das Bündnis Hoher Stein kündigt Widerstand an, falls sich Pläne seitens der Verwaltung, Ackerboden in Gewerbefläche umwandeln zu wollen, bestätigen sollten. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN Eigentlich sollten Menschen aus Erfahrung lernen, sie müssen aber nicht, wie Richard Grünewald, Sprecher für das Bündnis Hoher Stein, am Donnerstagnachmittag erklärte. Dass sich das Bündnis reaktiviert habe und startklar sei, liege an den Plänen der Verwaltung. Entgegen geltenden Planungskriterien sei angedacht, zunächst rund 50 Hektar Ackerboden, das sind etwa 100 Fußballfelder, an der westlichen Stadtgrenze als Gewerbefläche verschachern zu wollen. Richard Grünewald vermutet hinter den jüngsten Entwicklungen eine Strategie von Interessensvertretern.

„Das sind keine unbedeutenden Gedankenspiele, sondern eine ernste Gefahr für Klima, Umwelt, Landwirtschaft“, erklärt Grünewald Stellung. Schon am Hohen Stein wurde bewusst, dass 100 Hektar Gewerbefläche weit mehr als 100 Hektar Landfraß bedeuten. Dort waren es 140 Hektar, da Ausgleichs- und Verkehrsflächen noch dazu kamen. Dieses Mal sei mehr bedroht, als nur der Hohe Stein. Der derzeit kartierte Suchraum betrage gigantische 725 Hektar. „Von Heppenheim, über Pfeddersheim bis Abenheim tasten die gierigen Blicke der Flächenspekulanten die fruchtbaren Felder ab, ob sich nicht doch die eigentlich geschützten Flächen umdeuten lassen“, so die Befürchtung des Bündnisses.

„Alarm“ ausgelöst

Nach der letzten Bauausschusssitzung haben die Aktivisten von damals „Alarm“ ausgelöst. Der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt gelte bis 2030 und überplant das Stadtgebiet und die Gemarkung. Dieser FNP weise den Flächen Nutzungen vor, darunter Vorranggebiete, wie etwa Grünflächen oder für die Landwirtschaft, wie Richard Grünewald erläuterte. „Es gibt aber keine großen Gewerbeflächen mehr“, unterstreicht Grünewald. Die Begrenzung auf 1 bis maximal 5 Hektar an Verfügbarkeit müsse man zur Kenntnis nehmen. Um größere Flächen ausweisen zu können, sollen geltende Kriterien aufgeweicht werden, glaubt der Bündnis-Sprecher. „Schlupflöcher finden“, umschreibt Grünewald den Versuch der Verwaltung, geltendes Recht auszuhebeln. „Aber, da geht nichts“, zeigt sich der Sprecher zuversichtlich.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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