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Spektakuläre Artistik in drei Metern Höhe

Talente im Nibelungenland: Julian Krückl und Jonathan Elvers sind in ihrem ersten Junioren-Jahr hoffnungsvoller Kunstrad-Zweier des VfH Worms

Akrobatik, Kraft, Körperbeherrschung und insbesondere eine völlige Synchronität sind die wesentlichen Bestandteile der guten Kür eines harmonischen Kunstrad-Zweiers: Jonathan Elvers und Julian Krückl vom VfH Worms arbeiten seit gut zwei Jahren gemeinsam an der Vervollkommnung dieser Fähigkeiten. Foto: Felix Diehl

Akrobatik, Kraft, Körperbeherrschung und insbesondere eine völlige Synchronität sind die wesentlichen Bestandteile der guten Kür eines harmonischen Kunstrad-Zweiers: Jonathan Elvers und Julian Krückl vom VfH Worms arbeiten seit gut zwei Jahren gemeinsam an der Vervollkommnung dieser Fähigkeiten. Foto: Felix Diehl

Von Jürgen Jaap | Sport ist so vielfältig. Von Aerobic über Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Radfahren, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen bis hin zum Wassersport bieten alleine in der Nibelungenstadt Worms über 100 Sportvereine mit insgesamt etwa 31.000 Mitgliedern nahezu jede Sportart an. Zahlreiche junge Menschen eifern olympischen Helden der Leichtathletik oder im Schwimmbecken nach. Ja, es gibt sie auch in großer Anzahl im Nibelungenland: Talente, die das Zeug dazu haben auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit auf ihren Sport zu lenken. Wir stellen sie über alle Sportarten hinweg nach und nach vor – in der Serie „Talente im Nibelungenland“.

Zirkusartisten sind es keine. Sehr weit weg von dem Publikum ein ungläubiges Staunen ins Gesicht versetzenden Auftritten etwa beim Zirkus Krone, Zirkus Maximus, Zirkus Roncalli oder Zirkus Sarrasani befinden sich Julian Krückl und Jonathan Elvers aber nicht wirklich, wenn sie ihre „Kunst“ präsentieren. Eine sportliche Geschicklichkeit, der man seit gut 50 Jahren in der Nibelungenstadt beim Verein für Hallenradsport Worms nachgehen kann. Der 14-jährige Julian Krückl und der elfjährige Jonathan Elvers sind zwei Kunstradfahrer des VfH Worms. Zwei junge Sportler, die vor fünf Jahren erstmals auf das Kunstrad stiegen, die zwei Jahre gemeinsam im 2er Kunstrad der Schüler ans Werk gingen und nun im ersten Junioren-Jahr der U19 aktiv sind.

„Ich traue Jonathan und Julian einiges zu“, sagt Stefan Born im Brustton vollster Überzeugung. Der Vorsitzende des VfH Worms und Trainer der beiden noch sehr jungen Sportskanonen muss es wissen, schließlich brachte es der Mittfünfziger drei Jahrzehnte zuvor selbst als Untermann mit seinem Brüder Jürgen Born auf zwei Deutsche Vizemeisterschaften in eben jener vielleicht kompliziertesten und doch auch spektakulärsten Disziplin des Kunstradfahrens. „Wir hatten bei den Schülern keine Konkurrenz mehr und gehen deshalb jetzt bei den Junioren U19 an den Start“, sagt Julian Krückl, ohne dabei überheblich zu wirken. Eher prägt den mit 179 Zentimetern im Alter von 14 Jahren bereits hoch aufgeschossenen Jungen der Respekt vor der großen Konkurrenz bei den Junioren. „Fahren wir wirklich gegen die?“, fragte er etwa seinen Trainer beim ersten Kräftemessen mit der älteren nationalen Spitze bei einem Wettkampf in Randersacker bei Würzburg. Ein Nicken von Stefan Born gab’s zur Antwort.

Jonathan und Julian verpassen nur knapp Junioren-DM in Köln

Ja, der VfH-Kunstrad-Zweier Julian Krückl / Jonathan Elvers mischte sofort prima bei den U19-Junioren mit, verpasste nur hauchdünn Anfang Mai die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in Köln zwei Wochen später. Auf Rang 11 ging das Duo ins Ziel. Zehn „Zweier“ durften aber in der deutschen Kulturmetropole nur ran. Ein Sturz beim Sattellenkerstand verhinderte die Teilnahme der beiden Wormser gleich im ersten Junioren-Jahr. „Nicht schlimm“, meint Stefan Born, „wir sind erst am Anfang des Weges.“ Ein Weg, der laut Jonathan Elvers speziell für ihn selbst vor allem eine ganz große Hürde hat: „Beide müssen dieselben Übungen können – und das absolut synchron.“ Beim 2er Kunstrad geht es zunächst nämlich auf zwei Kunsträdern meist nur auf dem Hinterrad „rund“. „Steiger-Übungen sind dabei“, wie Stefan Born erklärt, „das Salz in der Suppe.“ Und daran arbeite man nun im Training intensiv. Die jetzt mit 69 Punkten angesetzte Maximal-Punktzahl der fünf Minuten langen Kür wolle man im nächsten Jahr auf 80 Punkte und in der folgenden Saison auf 100 Punkte plus „x“ schrauben.

Kondition bolzen auf dem Rad und im Wormser Injoy-Fitnessstudio

Und auch wenn die Übungen im zweiten Teil einer Kür, bei denen Jonathan und Julian auf dem Lenker und dem Sitz eines Kunstrads stehend, oder Jonathan auf der Schulter von Julian sitzend eine Acht nach der anderen auf den Hallenboden zaubern, leicht und locker aussehen, ist doch neben totaler akrobatischer Körperbeherrschung eines absolut gefragt: Kraft. Die holen sich beide im Wormser Injoy-Fitnesscenter ab. „Konditionstraining macht riesig Spaß“, schwört Julian Krückl, während er an der Beinpresse Gewichte stemmt. Seit acht Monaten ist auch der jüngere Jonathan Elvers mit dabei im Fitnesscenter.

Mit der Hilfe des zweifachen Deutschen Vizemeisters Stefan Born als versierter Trainer hin zum Höhenflug: Untermann Julian Krückl (14) und Jonathan Elvers (11) stehen erst am Anfang einer aussichtsreichen Karriere als Kunstrad-Zweier. Foto: Felix Diehl

Mit der Hilfe des zweifachen Deutschen Vizemeisters Stefan Born als versierter Trainer hin zum Höhenflug: Untermann Julian Krückl (14) und Jonathan Elvers (11) stehen erst am Anfang einer aussichtsreichen Karriere als Kunstrad-Zweier. Foto: Felix Diehl

Der größte Teil der gut achtstündigen Trainingsarbeit pro Woche indes wird auf dem Kunstrad absolviert. „Die Hände zu flach“, „die Arme zu tief“, „drückt die Knie durch“, korrigiert Stefan Born fortwährend. „Manchmal neigen beide zum Leichtsinn“, sagt der erfahrene Coach. Das führe dann zu Stürzen. „Aus drei Metern Höhe kann das auch weh tun“, weiß Stefan Born. Damit es dazu nicht kommt, gibt er bei den Trageübungen, die (irgendwann) in einem aufsehenerregenden Schulterstand des Obermanns auf einem durch den Untermann auf das Hinterrad gehobenen Kunstrades gipfeln (sollen), im Training Hilfen. Mit der Zeit immer weniger, bis Julian und Jonathan das scheinbar spielerisch leicht aussehen lassen. Und bis Julian und Jonathan den nächsten Schritt machen. „Die DM-Quali habe ich mir für 2020 fest in den Kalender geschrieben“, schaut Stefan Born voraus. Klar scheint jedenfalls schon heute: Seine beiden Schützlinge Julian Krückl und Jonathan Elvers haben das Talent dazu, es ihrem Trainer schon bald auch in Sachen nationaler Erfolge nachmachen zu können.

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Geschrieben in Sport, Sport-Mix

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