
Von Florian Helfert › Mario Adorf, u.a. Schauspieler, Hörbuch- und Synchronsprecher sowie Autor, ist tot. Er starb am 8. April in seiner Pariser Wohnung. Mit über 200 Film- und Fernsehrollen hatte er sich in die Herzen des Publikums gespielt – so auch in Worms bei den Nibelungen-Festspielen als Hagen von Tronje. „Welche Rolle sonst für den notorischen Filmbösewicht?“, fragte Deutschlands älteste Theaterzeitschrift „Die Deutsche Bühne“ im Jahr 2002 rhetorisch.
Für die Festspiele war Mario Adorf weit mehr als ein prominenter Name: Er war ihr Mitbegründer, Impulsgeber und Herz in den Anfangsjahren. Als „Hagen der ersten Stunde“ verlieh er der jungen Festspielidee Strahlkraft, Glaubwürdigkeit und künstlerische Qualität. „Er hat sechs Jahre lang, bis zur Premiere 2002, als Mitinitiator viel Kraft und Zeit eingesetzt, um aus einer spontanen Idee ein bedeutendes Theater-Ereignis zu machen“, erinnern die Mitinitiatoren Bettina Musall und Hans Werner Kilz, welcher zudem Kuratoriumsvorsitzender der Nibelungen-Festspiele ist.
Er hat Kommunalpolitiker überzeugt, Sponsoren gewonnen, namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler für einen Auftritt am Wormser Dom begeistert und in den ersten Jahren mit seiner darstellerischen Präsenz das Publikum angelockt. Als Mitglied des Kuratoriums ist er den Festspielen bis zuletzt treu geblieben und wird durch den Mario-Adorf-Preis über seinen Tod hinaus mit den Festspielen immer verbunden bleiben.
Der Durchbruch als Schauspieler gelang dem in der Eifel aufgewachsenen Charakterdarsteller und späteren Weltstar 1957 mit dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“. Für diese Rolle erhielt er den Bundesfilmpreis. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Die Blechtrommel“, „Winnetou“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder „Die unendliche Geschichte“. Später sah man ihn in der Rolle des Patriarchen, z.B. in „Der große Bellheim“ oder „Die Affäre Semmeling“, oder auch in seiner Wunschrolle als Karl Marx im ZDF-Doku-Drama „Karl Marx – der deutsche Prophet“.
Auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigt den Grandseigneur des deutschen Films, welcher trotz seiner Weltkarriere und seiner kosmopolitischen Lebensart immer wieder gerne nach Rheinland-Pfalz zurückgekehrt sei und sich in zahlreichen Projekten engagiert habe. „Meine Gedanken sind bei seiner Frau Monique und allen, die ihm nahestanden. Rheinland-Pfalz trauert um einen großen Künstler und wunderbaren Menschen. Mario Adorf wird uns unvergessen bleiben.“
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