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Traumtor-Fabrik schiebt Sonderschichten

Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: TSG Pfeddersheim ringt das Spitzenteam FV Engers in einem furiosen Fußballspiel mit 3:2 (1:1) nieder

So wird’s gemacht: Erst beschwört Fabio Schmidt das runde Leder, um es ein paar Zehntelsekunden später mit seiner linken Klebe aus 30 Metern vom Innenpfosten zum 2:1 für seine TSG Pfeddersheim ins Tor zu knallen. Foto: Felix Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Ein Fußballspiel wie ein Erdbeben. Keine Sekunde Stillstand. Ständig passiert irgendetwas im Uwe-Becker-Stadion. Knapp 100 Minuten Anspannung am Vollausschlag. Eine Szene aufregender als die letzte. 3:2 (1:1) hat die TSG Pfeddersheim die packende Partie der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gegen den Tabellenvierten FV Engers gewonnen. Das Team um den jungen Pfeddersheimer Trainer Marc Heidenmann sammelte damit binnen fünf Tagen volle sechs Zähler aus den beiden Heimspielen gegen die Oberliga-Spitzenteams TSV Schott Mainz und FV Engers ein. Der zweite Tabellenrang, der zugleich an der Teilnahme zur Regionalliga-Relegation berechtigt, ist drei Spieltage vor dem Saisonende mit drei Zählern Vorsprung auf den härtesten Verfolger SV Röchling Völklingen vorerst abgesichert. Bei der TSG Pfeddersheim steht man derzeit ob der zuletzt schier unfassbaren Erfolge Kopf.

Dazu tanzen alle noch ausgelassen. Wie etwa kurz nach dem Abpfiff der Partie durch Schiedsrichter Thorben Rech aus Hülzweiler. Schnell mal einen Kreis gebildet und zur Eigenkomposition „Pfeddersheimer Jungs, wir sind alle Pfeddersheimer Jungs“ herumgehüpft. Das war das „Nachbeben“ des Kicks, der mit einem satten Schuss vom nach einer auskurierten Zerrung wieder in der Startelf stehenden Adem Candir (20.) und einem Freistoß von Luftrim Kodraliu, den Gäste-Torwart Andreas Pütz gerade noch über die Latte lenkte (28.), Fahrt aufnahm. Auf der nach oben offenen Richterskala zur Bestimmung der Stärke von Erdbeben eine 3,0 – also „extrem leicht“. Eine Delle erhielt die gute Stimmung durch den spektakulären Seitfallzieher des FV-Stürmers Sören Klappert zum 1:0 für Engers (30.). „Aus dem Nichts“, wie Marc Heidenmann nachher meinte.

Mit drei Traumtoren zu drei Punkten

Ganz und gar nicht aus dem Nichts sorgte Noel Schlesiger für Entsetzen im Uwe-Becker-Stadion. Der Verteidiger des FV Engers rutschte mit offener Fußsohle in den Lauf von Adem Candir (35.). Dafür gab es Gelb. „Dafür muss man vom Platz“, forderte nicht allein Marc Heidenmann die Rote Karte ein. Dafür revanchierte sich Adem Candir indes auf sportliche Weise – mit einem blitzsauberen Schuss aus 20 Metern ins linke Eck zum 1:1-Ausgleich (39.). Und als wäre das nicht Traumtor genug, legte der glänzend aufgelegte Fabio Schmidt nach dem Wechsel noch eine Scheibe drauf. Aus 30 Metern hämmerte der defensive Mittelfeld-Stratege der Pfeddersheimer den Ball zum 2:1 unhaltbar mit seiner linken Klebe an den Innenpfosten und ins Glück (58.). Die Richterskala zeigte inzwischen eine 6,0 an, also „stark“.

In diese Richtung zeigte die Richterskala schon direkt nach der Pause. Adem Candir vertändelte vor dem eigenen Strafraum den Ball, der in den Fünfmeterraum geschlagen wurde. Schiri Rech kreidet TSG-Innenverteidiger Benjamin Himmel im unübersichtlichen Duell mit Sören Klappert ein Handspiel an – Elfmeter. Klappert läuft an, schießt nach rechts, Patrick Ruby taucht ab und pariert. Womöglich braucht es genau solche Adrenalin-Kicks, um aus einem guten Fußballspiel ein überragendes zu machen. „Wir haben das so gut gespielt“, schwärmte Marc Heidenmann später. Und Pfeddersheim steckte zudem einiges weg, blieb doch Andreas Buch nach einem harten Zusammenprall bei einem Kopfball im Mittelfeld mehrere Minuten benommen liegen (67.). „Buch ist da“, schnaufte Marc Heidenmann tief durch, als der „unkaputtbare“ Top-Torjäger der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar wieder das Feld betrat. Sein Sturmkollege Sebastian Kaster donnerte das Leder quasi zur Entwarnung knallhart an die Latte (70.).

Vollgas-Fußball bis zum Schlusspfiff

Rein in den Schlussakkord eines echten Spitzenspiels, zu dem auch der kampfstarke FV Engers seinen Teil beitrug. Zunächst sorgte TSG-Außenverteidiger Mathias Tillschneider mit einem Bilderbuch-Kopfball nach einer Schmidt-Ecke für den dritten Pfeddersheimer Treffer (78.). Die Richterskala zeigte mittlerweile 7,0 – nämlich groß. Großer Sport auch die letzten 15 Minuten. Pfeddersheim stellte keineswegs auf Ergebnis-Verwaltung um. „Das können wir nicht“, verriet Fabio Schmidt, denn: „Unser Trainer und unser Team kennen nur Vollgas.“ Folglich ging’s hin und her. Erst hat Sebastian Kaster das 4:1 auf dem Fuß (80.), dann wirft sich Mathias Tillschneider in einen Schuss von Jonas Runkel (82.). Schließlich setzt Sören Klappert seinen zweiten Nadelstich mit dem Anschluss-Treffer zum 2:3 (90.). Nun endlich Schotten dicht bei der TSG? Von wegen. Das vierte Tor soll her. Andreas Buch ist bei einem Konter zur Stelle (90. + 2). Nein, Abseits. Egal. Der Abpfiff schiebt den Regler auf 9,0, was „sehr groß“ bedeutet. Was für ein Fußballspiel!

Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar:
TSG Pfeddersheim – FV Engers 3:2 (1:1)
TSG Pfeddersheim: Ruby – Mathias Tillschneider, Himmel, Ludwig, Nagel – Schmidt – Bhatti (77. Lutz), Candir (61. Kassa), Kodraliu – Kaster (88. Udagawa), Buch.
Tore: 0:1 Klappert (30.), 1:1 Candir (39.), 2:1 Schmidt (58.), 3:1 Mathias Tillschneider (78.), 3:2 Klappert (90.).
Besonderes Vorkommnis: Patrick Ruby hält Handelfmeter von Sören Klappert (48.).
Zuschauer: 241.

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