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21.26 Uhr | 24. Mai 2013

Trommeln mit Gänsehauteffekt

Trommelworkshop mit Simone de Picciotto für Kinder und Jugendliche im ALISA-Zentrum

Simone de Picciotto (4. v. l.) begeisterte die jungen Teilnehmer des Trommelworkshops im ALISA-Zentrum.

Simone de Picciotto (4. v. l.) begeisterte die jungen Teilnehmer des Trommelworkshops im ALISA-Zentrum.

Dunkler Donner grollt durch die Räume des ALISA-Zentrums in der Mainzer Straße, gefolgt von den Geräuschen sanft prasselnder Regentropfen und leisen Froschquakens aus der Ferne. Wer die Augen schließt, glaubt sich im afrikanischen Regenwald. Dann setzt der Gesang ein: „Matché kulé Mombasa ilé“, ein kenianisches Lied, das mit seiner schlichten und sich stetig wiederholenden Melodie an die traditionellen Gesänge Afrikas erinnert. Schließlich erklingen die Djembe-Trommeln. Erst die großen, tiefen, die das Taktgerüst vorgeben, dann setzen die kleineren mit teilweise komplizierten synkopischen Rhythmen ein.

Die meisten Teilnehmer haben noch nie vorher getrommelt
Wer die Vorführung der Teilnehmer des Trommelworkshops im ALISA-Zentrum miterlebt, will nicht glauben, dass die meisten der jungen Musikerinnen und Musiker drei Stunden zuvor noch nie getrommelt haben. Doch bei dem kleinen Konzert am Ende des zweistündigen Kurses unter der Leitung von Simone de Picciotto und ihrem Ehemann Hans-Peter Seeger scheinen die drei Jungen und elf Mädchen im Alter von acht bis 17 Jahren mit den afrikanischen Trommeln, Rasseln und anderen Rhythmusinstrumenten verschmolzen zu sein. Auf den Djembe-Trommeln vornübergebeugt sitzend entlocken sie den Instrumenten erstaunliche Töne. Nicht nur Rhythmen, sondern auch unterschiedliche Tonhöhen und Klangfarben erklingen. Die Schwingungen der tiefen Töne kann man regelrecht körperlich spüren.

„Es ist fantastisch zu sehen, wie gut alle von Anfang an zusammenspielen“, betont Hans-Peter Seeger, der die Waldorf-Schule im namibischen Windhoek leitet, den sozial-zwischenmenschlichen Aspekt des Spiels. „Das Trommeln verlangt von jedem, sich in den Rhythmus der anderen einzufügen und gleichzeitig seinen eigenen Rhythmus zielstrebig weiterzuschlagen.“ Von dem großartigen Rhythmusgefühl der engagierten jungen Trommler zeigte sich auch die Musikpädagogin Simone de Picciotto begeistert. Die Deutsch-Amerikanerin hat selbst viele Jahre in Namibia gelebt und dort an der Waldorfschule Windhoek die Trommelgruppe „Hit the Beat“ gegründet, die 2012 im Rahmen ihrer Deutschlandtournee auch im „Wormser“ aufgetreten ist.

Eine Diashow mit Aufnahmen der atemberaubenden Landschaften Namibias und auch der Waldorfschule von Windhoek ließ die Trommelschüler im Anschluss an den Workshop noch tiefer in die afrikanischen Welten eintauchen. Angesichts der Begeisterung auf beiden Seiten waren sich die Organisatoren bei ALISA einig, dass es bei dem einmaligen Workshop nicht bleiben sollte, und wünschten sich künftig mehr afrikanische Trommelrhythmen im ALISA-Zentrum.

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