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17.01 Uhr | 12. April 2021

Überblick über den Immobilienmarkt

LEWENTZ: Landesgrundstücksmarkt auch in Corona-Zeiten stabil

Dr. Gabriele Hückelheim, Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses, übergibt den Bericht an Innenminister Roger Lewentz. Foto: MdI RLP

Dr. Gabriele Hückelheim, Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses, übergibt den Bericht an Innenminister Roger Lewentz. Foto: MdI RLP

Der neue Landesgrundstücksmarktbericht 2021 verdeutlicht, dass die deutschlandweit hohe Nachfrage auf den Immobilienmärkten auch in Rheinland-Pfalz weiterhin erkennbar ist. Die Anzahl der Transaktionen auf dem Immobilienmarkt hält das hohe Niveau der Vorjahre. Auch die Kaufpreise haben weiter angezogen. Die Geldumsätze stiegen in 2019 um rund zwölf Prozent auf 12,5 Mrd. Euro und sind in 2020 nochmals auf einen Höchststand von über 13 Mrd. Euro weiter angestiegen.

„Wirtschaftliche Kraft und sehr gute Wohnqualität“

Rheinland-Pfalz ist ein Land mit wirtschaftlicher Kraft und sehr guter Wohnqualität. Das bestätigen die Umsatzzahlen auf dem Immobilienmarkt, die selbst während der Corona-Pandemie ungebrochen sind. Mit einer Wohneigentumsquote von 58 Prozent liegt das Land deutschlandweit an zweiter Stelle“, sagte Lewentz. Es sei auch davon auszugehen, dass die in der Pandemie etablierten Arbeitsformen das Arbeitsleben nachhaltig verändern werden. „Es wird sicherlich viele Menschen geben, die den ländlichen Raum abseits der großen Städte als Arbeits- und Lebensraum neu bewerten, wovon gut aufgestellte Kommunen profitieren“, so der Minister.

Historisch niedrige Hypothekenzinsen

Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen führen dazu, dass sowohl private Anleger, als auch Kapitalanleger vielfach in Immobilien investieren. Dadurch bieten sich insbesondere für die ländlich geprägten Bereiche große Chancen, die es zu nutzen gilt. Um die positive Entwicklung zu fördern, setzt das Innenministerium neben den bewährten Programmen wie der Dorferneuerung oder Städtebauförderung auch auf Kreisentwicklungskonzepte, den ZukunftsCheck Dorf und `Aktive Angebotsorte`, die als Orte mit Versorgungsaufgaben für die eigene sowie umliegende Gemeinden gestärkt werden. Die Programme spannen ein Dach über Einzelprojekte, um die ganzheitliche Betrachtung und Herangehensweise zu fördern“, hob Lewentz hervor. Neu etabliert wurde zudem ein Stadtdörfer-Programm, um siedlungsstrukturell getrennten und sozial eigenständigen Ortsteilen von kreisfreien Städten und großen kreisangehörigen Städten eine Förderkulisse zu eröffnen.

Breites Spektrum an Wohnimmobilien

Rheinland-Pfalz bietet ein breites Spektrum an Wohnimmobilien. In 2019 entfielen 67 Prozent aller Kauffälle im Grundstücksverkehr auf die Teilmärkte Ein- und Zweifamilienwohnhäuser, Wohnungseigentum, baureifes Land und Mehrfamilienhäuser. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in Rheinland-Pfalz sind seit dem letzten Landesgrundstücksmarktbericht vor zwei Jahren im Durchschnitt um rund 7 Prozent jährlich gestiegen, die Preise für Wohnungseigentum in Rheinland- Pfalz im Durchschnitt um rund 9 Prozent. Neben den städtisch geprägten Gebieten mit vorwiegend Wohnungseigentum sowie Doppel- und Reihenhäusern gibt es auf dem Land noch größere Wohnbauflächen zu günstigen Preisen, die individuell mit einem Einfamilienhaus bebaut werden können.

Anforderungen kontinuierlich gestiegen

Die Anforderungen der Nutzer an die Auswertungen des Immobilienmarktes sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Zur differenzierten Betrachtung wurde seitens des Oberen Gutachterausschusses eine Aufteilung in sechs sogenannten Marktsegmentenvorgenommen, die jeweils vergleichbare Marktverhältnisse aufweisen. Innerhalb eines Marktsegments liegen für Wohnnutzungen in etwa gleiche Bodenwerte, Mieten und Verkaufspreise vor. Dies ermöglicht eine marktnähere Darstellung von räumlichen und zeitlichen Einflüssen auf den Immobilienmarkt und führt zu einer besseren überregionalen Vergleichbarkeit des Preisniveaus für Flächen mit wohnbaulicher Nutzung. „Dadurch steigern wir die Qualität der Auswertungen noch weiter und können die gesetzlich vorgeschriebenen sowie zur Wertermittlung erforderlichen Daten viel differenzierter und marknäher für die Immobilienfachleute, aber auch weitere Interessierte zur Verfügung stellen“, betonte Dr. Gabriele Hückelheim, Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses.

Durchschnittlicher Preisanstieg für Ackerland verlangsamt

Die Bodenwerte für Wohnbauland liegen mittlerweile in den Marktsegmenten 1 bis 3 mit niedrigeren Grundstückspreisen überwiegend zwischen 30 und 175 Euro/m2, im Minimum bei ca. 15 Euro/m2 (z. B. in der Gemeinde Sevenich an der Our, Landkreis Bitburg-Prüm). In den höherpreisigen Marktsegmenten 4 bis 6 liegen die Bodenpreise vorwiegend zwischen 175 und 700 Euro/2, im Maximum bei bis zu 1155 Euro/m2 (z. B. im Stadtteil Weisenau, Stadt Mainz). Während die Preissteigerungen bei den bebauten Grundstücken immer neue Rekorde brechen, hat sich der durchschnittliche Preisanstieg für Ackerland verlangsamt. Bei den forstwirtschaftlichen Flächen waren in ersten Gegenden in 2019 keine Preissteigerungen mehr erkennbar. Die trockenen Sommer mit ihren Folgeerscheinungen schlagen sich auch auf die Kaufpreise nieder.

Weitere Informationen

Die Auswertungen im Landesgrundstücksmarktbericht basieren auf den Kaufverträgen, die den örtlichen Gutachterausschüssen für Grundstückswerte in Rheinland-Pfalz von den beurkundenden Stellen aufgrund gesetzlicher Vorgaben vollständig übermittelt werden. Der von einem unabhängigen Expertengremium verfasste Bericht soll Immobilienfachleuten, interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Bauwilligen, Investoren, Forschungsinstituten sowie Politik und Verwaltung einen Überblick über den rheinland- pfälzischen Immobilienmarkt geben. Weitere Informationen zum Landesgrundstücksmarktbericht 2021 sind zu finden unter www.gutachterausschuesse.rlp.de

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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