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20.00 Uhr | 29. Juli 2020

Und was kommt nach Luther?

ALTERTUMSVEREIN WORMS: Von Fachleuten erarbeitetes Konzept für Stadtmuseum gewünscht / Angemessene Präsentation der Geschichte als Ziel / Öffentliche Debatte einläuten

Das Museum Andreasstift am Weckerlingplatz soll 2021 Schauplatz einer Landesausstellung im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten sein. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN | Es war Maximilian von Heyl, der als wichtigster Mäzen des 1879 gegründeten Altertumsverein den Grundstein dafür legte, dass das historische Erbe der damals wirtschaftlich aufstrebenden Stadt durch Gründung eines archäologischen Museums und den Aufbau einer Stadtbibliothek bewahrt werden konnte. 1928 zog das Museum vom Paulusstift in das sanierte Andreasstift. Der Altertumsverein übergab die Bestände in das Eigentum der Stadt, dafür wurde dem Verein eine Mitwirkung an der Verwaltung des Museums zugesichert, die noch heute Bestand hat.

Verantwortung übernahm der Altertumsverein aber nicht nur in der Vergangenheit. In der Gegenwart fungiert der Verein als Bauherr im Andreasstift und trägt dafür Sorge, dass sich das Ensemble als würdiger Ort für die große Landesausstellung zur Wiederkehr des Reichstages von 1521, auf dem Martin Luther den Widerruf seiner Schriften verweigerte und die Reformation in Gang brachte, erweist. Von der Stadt auch als Spendenverwalter eingesetzt, wurde erneut durch eine Großspende ermöglicht, den Kreuzgang durch den Nachbau zweier 1689 zerstörter Flügel wieder zu vervollständigen.

Leerstand wäre ein Desaster
Am Mittwoch erläuterte der Altertumsverein, dass er auch in Zukunft Verantwortung für das Museum übernehmen möchte. Am liebsten für die Realisierung eines Museums, wo als Dauerausstellung in ansprechender Form die Stadtgeschichte lebendig wird. Mit den vorhandenen Sammlungen und Erweiterungen sei eine hervorragende Grundlage vorhanden, um den Besuchern einen unverwechselbaren Eindruck von der Antike über das Mittelalter und die Neuzeit zu vermitteln. Weiter benötigt würden die Kirche im Andreasstift und alle Stockwerke des Museums. Voraussetzung für die Vision sei ein von Fachleuten erarbeitetes Konzept, das bis Sommer 2021 erstellt werden müsste. Dass der Landesausstellung ein Leerstand folgen könnte, wäre ein Desaster. Ohne Konzept könnte das Museum in einen Dornröschenschlaf verfallen, eröffnet der Altertumsverein die öffentliche Debatte und hofft, dass die einmalige Chance nicht ungenutzt bleibt.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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