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15.36 Uhr | 1. Februar 2021

„Unser Wunsch ist klar“

OSTHOFEN: Gegner des Baugebietes „Lorchsmühle“ sammeln Unterschriften für Einwohnerantrag

Die Gegner des Baugebietes „Lorchsmühle“ wollen mit einem Einwohnerantrag den Stadtrat dazu bringen, sich mit einem Teil des Baugebietes zu befassen und fordern den Vorrang für Natur und Naherholung. Foto: Bösl/NABU

Die Gegner des Baugebietes „Lorchsmühle“ wollen mit einem Einwohnerantrag den Stadtrat dazu bringen, sich mit einem Teil des Baugebietes zu befassen und fordern den Vorrang für Natur und Naherholung. Foto: Bösl/NABU

„Es war zuletzt scheinbar ruhig in der Öffentlichkeit zum Thema Bebauung am Lorchsmühlpfad in Osthofen. Im Hintergrund erfolgte jedoch weiter das Bestreben der Investoren, die Bebauung mit Mehrparteienhäusern und Tiefgarage, nebst Brücke über den Mühlgraben, auf den Weg zu bringen. Im politischen Lager scheint man uneins zu sein, ob solch einer Bebauung an dieser Stelle zugestimmt werden kann, entsprechend knapp war die Befürwortung im Bauausschuss“, heißt es in einer Pressemitteilung der Antragsteller zu einem Einwohnerantrag in Sachen Baugebiet Lorchsmühle. Währenddessen seien die zahlreichen außerparlamentarischen Gegner dieses Projektes weiter dabei gewesen,  sich für einen der schönsten Teile Osthofens, der häufig von Spaziergängern, Joggern und Radfahrern auf dem angrenzenden Spazierweg besucht wird einzusetzen. „Mit Nachdruck werden in Osthofen schöne Rundwege entwickelt und erschlossen, doch mit der Bebauung am Lorchsmühlpfad wird diese Absicht konterkariert.“

Der nächste Schritt

Nun erfolgt durch die Gegner der Bebauung der nächste Schritt: Mit einem Einwohnerantrag soll der Stadtrat in Osthofen dazu gebracht werden, sich mit einem Teil des Baugebietes zu befassen. Dazu sind deren Unterschriften erforderlich. „Unser Wunsch ist klar,“ so Matthias Bösl vom NABU, einer der Initiatoren, „ein Teilgebiet direkt am Lorchsmühlpfad soll aus der Planung herausgenommen werden“. Dieser Bereich wird in den Antragsunterlagen als Gebiet „Am Mühlpfad links“ oder auch Bauabschnitt Nord bezeichnet.

„Man weigert sich“

Zu den Chancen auf Zustimmung zu diesem Antrag will sich Bösl nicht äußern, doch seine Hoffnung ist klar: Die Stadtratsmitglieder mögen im Interesse der Stadt Osthofen und ihrer Bürger gegen eine Bebauung in einem besonders sensiblen Bereich entscheiden. „Gute Verbindungen oder Bekanntschaften zu den Investoren oder Architekten dürfen dabei keine Rolle spielen“, so Bösl. Dass die Stadtspitze befangen zu sein scheint, erkenne man an ihrem aktuellen Verhalten, so Bösl weiter. Anerkannte Naturschutzverbände haben nämlich das gesetzlich verbriefte Recht, das Artenschutzgutachten, welches zur Bewertung im Bauausschuss behandelt wurde, vorgelegt zu bekommen. „Trotz mehrerer Aufforderungen haben wir es bis zum heutigen Tag nicht erhalten“, so Bösl, „man weigert sich, man mauert!“

„Demokratie leben“

In Coronazeiten soll die Unterschriftsammlung zum Einwohnerantrag aktuell nicht von Haustür zu Haustür oder durch Infostände erfolgen. Vielmehr sollen sich Gegner der Bebauung per Email beim NABU Worms-Wonnegau unter vorstand@nabu-worms.de oder bei Günter Sum unter Telefon 06242/5277 melden. Der Unterschriftsvordruck wird dann zugemailt oder in den Briefkasten gesteckt. Unterschriftsberechtigt sind alle Osthofener Bürger ab 14 Jahren. „Ich habe die Bitte an die Bevölkerung, hier Demokratie zu leben, sich einzubringen und bei der Unterschriftenaktion mitzumachen“, hofft Kerstin Janneck von den Grünen auf rege Beteiligung, „je mehr Bürgerinnen und Bürger unterschreiben, umso besser“.

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Geschrieben in VG Wonnegau

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