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Urbanes Dasein: Was macht eine Stadt eigentlich lebenswert?

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In fast allen Regionen der Welt nimmt der Trend der Urbanisierung zu. Auch in Deutschland zieht es die Menschen eher in die Städte als in die kleinen Dörfer auf dem Land. Warum ist das eigentlich so oder anders gefragt: Was macht eine Stadt lebenswert? Es gibt eine Reihe guter Gründe, die für das Leben im urbanen Raum sprechen. Die Menschen scheinen sich also durchaus rational zu verhalten und folgen nicht einfach ihrem subjektiven Empfinden.

Medizinische Versorgung: höhere Dichte an Ärzten in der Stadt

Ein oft unterschätzter Vorteil des Lebens in der Stadt ist die gute medizinische Versorgung. Sie ist in urbanen Räumen in der Regel deutlich besser als auf dem Land. Das liegt an der höheren Ärztedichte und insbesondere an der Tatsache, dass sich die meisten Krankenhäuser in Städten befinden. In Worms stellt allein das Klinikum Worms eine Schwerpunktversorgung mit 696 Betten sicher.

Senioren nehmen ärztliche Dienstleistungen im Durchschnitt häufiger in Anspruch als jüngere Generationen. Es ist deshalb erstaunlich, dass Leben in der Stadt eher mit Jugend und die Flucht auf das Land eher mit der zweiten Lebenshälfte in Verbindung gebracht wird. Insbesondere in strukturschwachen Regionen stellt Ärztemangel für viele Dörfer und kleinere Gemeinden ein ernsthaftes Problem dar.

Verkehrsinfrastruktur: ÖPNV in Städten meist deutlich besser

Was den Verkehr anbelangt, fällt der Stadt-Land-Vergleich differenziert aus. Einerseits ist es richtig, dass verstopfte Straßen und langes Stehen im Stau eher im urbanen Raum anzutreffen sind und auf dem Land meist eine Ausnahme darstellen. Dem steht allerdings in der Stadt der Vorteil einer deutlich besseren Abdeckung durch den ÖPNV gegenüber. In Worms gibt es zum Beispiel ein gut ausgebautes Omnibus-Netz. Es wird durch die regionalen Angebote der Bahn ergänzt, zu denen auch der Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar gehört.

In vielen größeren Städten zählt darüber hinaus noch die U-Bahn zum Standard. Ein vorbildlichen ÖPNV haben in Deutschland Städte wie Hamburg, Nürnberg und Stuttgart. Auf manchem Dorf muss man sich hingegen glücklich schätzen, wenn an Wochenenden überhaupt ein Bus verkehrt. Nachholbedarf hat der urbane Raum noch hinsichtlich der Fahrradwege. Hier hat sich mit der grundsätzlich wachsenden Kritik am Auto in der Stadt allerdings bereits einiges zum Positiven entwickelt.

Grünes Potenzial in der Stadt

Gemüsegärten und viel Grün sind eigentlich nicht die ersten Stichworte, die einem zum Leben in der Stadt einfallen. Allerdings sind die Zeiten der reinen Betonwüsten lange vorbei und waren angesichts großer Parks, Grünanlagen und sogar Stadtwäldern in vielen deutschen Städten ohnehin nie ganz zutreffend. Alleine in Worms mit seinen gut 83.000 Einwohnern können sich die Menschen in sechs Parks und Grünanlagen erholen.

Auch im Bereich kleiner Flächen in der Stadt tut sich viel, wie der anhaltende Trend Urban Gardening zeigt. Die kleinräumige Nutzung von Flächen für gärtnerische Aktivität lässt sich selbst bei sehr begrenztem Platzangebot im öffentlichen Raum realisieren und ist auch nicht auf diesen beschränkt. Innenhöfe, Dächer und praktisch jeder andere noch so kleine Platz kann für Urban Gardening genutzt werden. Das Konzept hat viele positive Aspekte. Durch den Anbau von Obst und Gemüse in der Stadt lassen sich Transportwege verkürzen. Dadurch sinkt der CO2-Abdruck für diese Lebensmittel.

Des Weiteren lockert die Kultivierung von Pflanzen das Stadtbild auf und macht es grüner. Nicht zuletzt ist Urban Gardening für die städtischen Kleingärtner ein Mittel, um die individuelle Lebensqualität zu steigern. Die Pflege eines kleinen Gärtchens, die Ernte und nicht zuletzt der Genuss von selbstgezogenem Obst und Gemüse können Sinn stiften und dabei helfen, Stress zu reduzieren.

Gute Schulen und Kindergärten

Für Familien mit Kindern ist ein Angebot an guten Schulen und Kindergärten eines der wichtigsten Kriterien bei der Städtewahl. Immerhin findet hier ein Großteil der Sozialisierung der Kinder statt, der nicht weniger wichtig ist als das Elternhaus selbst. Darüber hinaus hat die Qualität einer Schule auch einen wichtigen Einfluss darauf, welche berufliche Laufbahn das Kind später mit Erfolg in Angriff nehmen kann.

Im Idealfall entsprechen Schulen und Kindergärten nicht nur qualitativ den Erwartungen der Eltern, sondern liegen auch in der Nähe des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung. Durch kurze Wege lassen sich über die Jahre gerechnet erhebliche Mengen an Zeit einsparen. Auf dem flachen Land hingegen ist es nicht selten, dass ein Kind jeden Tag eine Stunde und mehr im Bus sitzt, nur um zur Schule und dann wieder nachhause zu kommen.

Kultur- und Freizeitangebote

Nur ein Teil des Lebens ist der Schule, der Uni oder dem Beruf gewidmet. Der Rest der Zeit will auch sinnvoll ausgefüllt sein. Für Kulturbegeisterte sind Theater, Museen, Konzerte und Ausstellungen ein unverzichtbarer Bestandteil von Lebensqualität. Darüber hinaus sorgen Freizeitangebote wie Schwimmbäder, Sportplätze, Bowlingbahnen und vieles mehr für die Möglichkeit einer abwechslungsreichen Gestaltung der freien Stunden. Restaurants verschiedener Nationalitäten, Bars und Cafés sowie ausreichende Gelegenheiten zum Shopping runden das Angebot der Stadt dann ab.

Niedrige Kriminalität und effiziente Verwaltung

Eine niedrige Kriminalitätsrate ist gewissermaßen per Definition ein Merkmal von Lebensqualität in einer Stadt. Weniger Beachtung findet in der öffentlichen Diskussion die Effizienz der Verwaltung. Diese führt zwar nicht automatisch zu mehr Sicherheit, verkürzt aber die Wartezeiten bei Behördengängen und kann deshalb ebenfalls als ein Faktor für gutes Leben in einer Stadt eine Rolle spielen.

Lebenshaltungskosten: Auch Bezahlbarkeit ist Lebensqualität

Die Lebenshaltungskosten sind für die meisten Menschen ebenfalls ein wichtiges Kriterium, wenn es um die Lebensqualität in einer Stadt geht. Hier schlagen insbesondere die Kaufpreise für Immobilien und die Mieten zu Buche. Nicht umsonst belegt Wien mit seinem im Vergleich sehr bezahlbaren Wohnraum in internationalen Städterankings häufig den Spitzenplatz. Angesichts der hohen und vielleicht noch steigenden Inflation ist der Kostenfaktor noch wichtiger geworden.

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