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Entdeckungsreise durch Zeiten und Geschichte(n)

Aktuelle Ausstellung in Raschi-Haus: Ab 15. September lädt „SchUM am Rhein – Vom Mittelalter in die Moderne“ ein

„SchUM am Rhein – Vom Mittelalter in die Moderne“ ist die aktuelle Dauerausstellung der Stadt Worms mit dem Jüdischen Museum Worms in Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) unter Beteiligung des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. Gefördert von der Stiftung „Gut.für die Region“ der Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Worms und dem Land Rheinland-Pfalz bettet die Ausstellung zunächst in das Kaiserjahr 2020 ein, als sog. Korrespondenzort der Landesausstellung. Infos zur Landesausstellung: http://www.kaiser2020.de/ Anlass für die Ausstellung ist auch der Antrag auf Anerkennung der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz als UNESCO-Welterbe, den das Land Rheinland-Pfalz im Januar 2020 bei der UNESCO eingereicht hat.

Die Ausstellung „SchUM am Rhein – Vom Mittelalter in die Moderne“ nimmt ab dem morgigen Dienstag, dem 15. September, Besucher mit auf eine Zeitreise in die Blütezeit der jüdischen Gemeinden in den SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz. Die Ausstellung im Raschi-Haus wird auf ca. 5 Jahre zu sehen sein.

Man durchschreitet das Tor zu SchUM und hört betende Männer, singende Frauen und ratternde Räder auf Kopfsteinpflaster. 

Hier erfährt man alles zu den einzigartigen SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz und die Bewerbung um den Status als Weltkulturerbe bei der UNESCO. Hier entstanden zwischen dem 10. und dem 13. Jh. die Grundlagen des aschkenasischen Judentums und gemeinsame Rechtssatzungen sowie richtungsweisende Ensembles, Monumente und Friedhöfe, die die Kultur und Identität des aschkenasischen Judentums über Jahrhunderte beeinflussten.

Man lernt Fakten und liest Legenden zu den Anfängen der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz, die zu den ältesten in Nord-, Mittel- und Osteuropa (Aschkenas) gehören. 

Man kann die Geschichte der Synagoge in Worms seit dem 11. Jh. und durchwandern und Innovationen kennenlernen. Man lauscht dem Sohn eines emigrierten Wormser Juden und sieht die Wiedereröffnung der Synagoge nach der Shoah und dem Wiederaufbau 1961.

Eintauchen in Geschichte
Man taucht ein in die Geschichte der monumentalen Ritualbäder in Worms und Speyer und lernt starke Frauen kennen. Man hört Kantorinnen und einem Lied über die Mikwe, das voller Sinnlichkeit aus New York nach SchUM gelangte.

Die Kellergewölbe laden zum Entdecken des Golems ein, einem Kunstwerk des us-amerikanischen Künstlers Joshua Abarbanel, und die Familiengeschichte des Eleazar von Worms, die mit dem Golem eng verbunden ist. 

Auch den Gelehrten und Weisen aus SchUM kann man sich annähern und lernt Auszüge aus den Rechtsverordnungen aus SchUM kennen – und lauscht der Geschichte des Wormser Machzor, von ihm selbst berichtet. Der Drachen in Mogilev und die an den hohen jüdischen Feiertagen zentrale Liturgie „Unetane Tokef“ begegnen den Besuchern ebenso wie Leonard Cohen, der das „Unetane Tokef“ neu interpretierte.

Das „Haus des Lebens“ – die alten jüdischen Friedhöfe in Worms und Mainz – bietet eine Entdeckungsreise durch Symbole. Dort sieht man auch eines der ältesten Judaica Deutschlands – einen Pokal der Wormser Beerdigungsbruderschaft von 1609.

„Neues aus SchUM“, gesprochen von Petra Gerster, bietet Nachrichten, von der Eröffnung der Speyrer Synagoge bis zur Einweihung der Raschi-Jeschiwa in Worms.

Auf dem Weg in die Vernichtungslager…
Das Raschi-Haus befindet sich exakt an der Stelle, an der seit dem späten 12. Jahrhundert das jüdische Gemeindehaus stand. Ende 1938 bis Ende 1942 wird es als „Judenhaus“ zur Zwischenstation für die aus ihren Wohnungen vertriebenen Jüdinnen und Juden auf dem Weg in die Vernichtungslager. Der Bau geht nach 1945 ins Eigentum der Stadt Worms über, wird umgenutzt und 1971 abgetragen. 

An seiner Stelle entsteht zwischen 1980 und 1982 ein Neubau, das jetzige Raschi-Haus. Es nimmt die Form des mittelalterlichen Gebäudes auf. Wertvolle Teile der mittelalterlichen Bausubstanz finden sich noch immer im Untergeschoss. Diese Geschichte, inszeniert in einem bisher nicht zugänglichen Raum, der eine hochmittelalterliche Wand birgt, erfährt man ganz neu. Hören Sie zu, was das Raschi-Haus alles erlebt hat. Entdecken Sie die Judengasse neu.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr

Weitere Informationen unter www.worms.de/juedisches-museum/, https://gdke.rlp.de, www.schumstaedte.de, https://schum-am-rhein.schumstaedte.de

In den mittelalterlichen Kellergewölben kann man den Golem entdecken.

In den mittelalterlichen Kellergewölben kann man den Golem entdecken.

 

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