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Kontinenz-Selbsthilfegruppe im Klinikum

Schätzungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zufolge leiden deutschlandweit rund neun Millionen Menschen unter Inkontinenz. Darüber reden möchten die wenigsten – häufig nicht einmal mit ihrem Arzt.

Am Beckenbodenzentrum am Klinikum Worms gibt es eine Selbsthilfegruppe für Betroffene, die einen gegenseitigen Austausch in geschützter Atmosphäre ermöglicht. Wie schwer es den Erkrankten mitunter fällt über ihr Leiden zu sprechen erlebt Privatdozent Dr. Markus Hirschburger, Leiter des Beckenbodenzentrums am Wormser Klinikum, fast täglich: „Mehr als die Hälfte aller Patienten tut ein Kontinenzleiden als ‚schicksalhaft‘ oder gar ‚normal‘ ab. Die Betroffenen leiden still vor sich hin, schämen sich und wissen nicht, dass es mittlerweile viele medizinische Möglichkeit gibt, um ihre Probleme zu lindern oder sogar ganz zu heilen.“

Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten
Inzwischen existiert sowohl im konservativen als auch operativen Bereich eine große Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten, mit denen das Leiden der Patienten beendet und ihnen ihre Lebensqualität zurückgeben oder deutlich verbessert werden kann. „Nur ist das vielen nach wie vor leider nicht bekannt“, sagt Hirschburger. „So ist eine Stuhlinkontinenz beispielsweise nach Dick- und Enddarmkrebsoperationen kein unausweichliches Schicksal im Sinne von ‚das ist eben so nach einer solchen Operation‘, sondern kann oft gebessert werden, sodass ein größtenteils normales Alltagsleben wieder möglich ist.“

Formen und Ursachen sehr vielfältig
Die Formen und Ursachen einer Harn- oder Stuhlinkontinenz sind zwar sehr vielfältig, gehen aber häufig mit denselben Einschränkungen für die Betroffenen einher. „Das Leben der Patienten dreht sich oft nur noch um die Verfügbarkeit der nächstmöglichen Toilette. Mit niemandem über dieses Problem sprechen zu können belastet zusätzlich“, so Hirschburger. „Innerhalb der Selbsthilfegruppe ist diese Schamgrenze niedriger und der Austausch mit anderen Patienten – die ihre Inkontinenz vielleicht schon erfolgreich besiegt haben – ist enorm hilfreich, motivierend und informativ. Die Selbsthilfegruppe ist ein Angebot von Betroffenen für Betroffene, wird aber von unserem Beckenbodenzentrum jederzeit mit Rat und Tat unterstützt.“

Die Gruppentreffen finden  an jedem 1. Donnerstag im Monat um 17 Uhr im Konferenzraum im 8. Obergeschoss des Klinikums Worms statt.

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