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Vermittlungsgutschein – Anspruch bei ALG1 & ALG2

Mit der Ausstellung von Vermittlungsgutscheinen bescheinigt die Agentur für Arbeit einem Arbeitslosen, welcher auf Arbeitssuche ist, dass er die notwendigen Fördervoraussetzungen vollumfänglich erfüllt und dieser Gutschein garantiert abrechenbar ist, sofern der Arbeitsvermittler seinerseits die Voraussetzungen erfüllt. Mithilfe des Gutscheines kann sich der Leistungsbezieher nun eigenständig einen privaten Arbeitsvermittler suchen, der diesen Gutschein als eine Art Zahlungsgarantie für seine Tätigkeiten ansieht.
Mit dem Gutschein wird der Vermittler nun tätig und bekommt über diesen seine erbrachten Leistungen abgerechnet und von der Agentur für Arbeit bezahlt. Der Gutschein selbst ist oft nur regional eingeschränkt nutzbar und hat eine zeitliche Befristung, in der dieser eingelöst und in Anspruch genommen werden muss. Wird diese Befristung überschritten, verfällt er. In dem Fall muss der Bezieher einen neuen Gutschein beantragen.

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Anspruch auf den Vermittlungsgutschein
Leistungsbezieher beim Jobcenter haben keinen Rechtsanspruch auf die Ausstellung eines solchen Gutscheines, da es sich um eine Ermessensleistung handelt. Für die Ausstellung ist der jeweilige Sachbearbeiter zuständig. Dieser sieht in der Regel die Initiative des Kunden aber positiv und nur selten werden Vermittlungsgutscheine tatsächlich verweigert. Arbeitslosengeld I Empfänger haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch.
Der Vermittlungsgutschein heißt AVGS MPAV und ist nur auf die Vermittlung in Arbeit ausgerichtet.

Wie wird er verwendet?
1. Nach der Auswahl des Arbeitsvermittlers wird mit diesem ein Vertrag geschlossen.
2. Sobald dieser einen passenden Job für den Leistungsbezieher gefunden und vermittelt hat, bekommt er den Gutschein. Darüber rechnet der Arbeitsvermittler die tatsächlich erbrachten Leistungen ab und erhält eine Vermittlungsvergütung von der Agentur für
Arbeit. Hierfür gelten besondere Regeln und das Geld wird nur in voller Höhe ausgezahlt, wenn der Arbeitsplatz über einen bestimmten Zeitraum auch erhalten bleibt.

Tipp: Abrechnen kann nur der Vermittler, der den Original Vermittlungsgutschein einreicht. Es ist aber grundsätzlich möglich, mehrere Vermittler zu beauftragen und dem, der erfolgreich vermittelt dann das Original auszuhändigen. Der Gutschein sollte nicht im Original aus der Hand gegeben werden, bevor es eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung gab!

Unseriöse Arbeitsvermittler
Es gibt immer wieder Arbeitsvermittler, welche Vorabgebühren vom Arbeitssuchenden verlangen, ohne je eine Stelle vermittelt oder Leistungen erbracht zu haben. Solche Geschäftsgebaren können der Agentur für Arbeit gemeldet werden. Seriöse Vermittler decken ihre Kosten aus den Vermittlungsgutscheinen und verlangen weder Verwaltungsgebühren, noch Kosten für die Erstellung von Bewerbungsunterlagen oder Profilen.
Um unseriösen Vermittlern den Kampf anzusagen wurde bereits vor Jahren die Vorschrift eingeführt, dass Vermittler sich einem speziellen Zulassungsverfahren unterwerfen müssen. Seitdem gibt es nur noch vereinzelt Anbieter, die versuchen mit Zuzahlungen von Jobsuchenden Gewinne zu machen.
Übrigens haben sich auch immer mehr Personaldienstleistungsfirmen (Zeitarbeitsunternehmen) als Arbeitsvermittler angemeldet und vermitteln Bewerber auch direkt in Unternehmen. Wer sich für diese Option interessiert, sollte sich unbedingt im Gespräch danach erkundigen und ggf. auch darauf hinweisen, dass nur Interesse an der Direktvermittlung besteht.

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für Coaching und Qualifizierung
Der AVGS ist eine Erweiterung des Vermittlungsgutscheins. Denn für die Vermittlung spielen Fachwissen und Persönlichkeit eine große Rolle. Der Leistungsbezieher kann mithilfe des Gutscheines an einer Maßnahme oder Schulung bei einem zugelassenen Träger teilnehmen, welcher die Kosten über den Gutschein abrechnen kann.

Wie wird er verwendet?
1. Zuerst wird ein Bildungsträger durch den Leistungsbezieher kontaktiert. Dieser prüft nun die Bedingungen und Vorgaben, welche im Gutschein aufgeführt sind. Bei einer Zusage bekommt der zukünftige Maßnahmen-Teilnehmer eine Bestätigung ausgestellt.
2. Nun muss der Leistungsbezieher den zuständigen Sachbearbeiter des Leistungsträgers kontaktieren. Dieser schaut, ob die Maßnahme zielführend ist und dem Bezieher etwas bringt sowie hilft. Hierfür müssen alle Bedingungen als erfüllt gelten.
3. Wenn das der Fall ist, erhält der Bezieher einen sogenannten Bewilligungsbescheid, dass die Teilnahme genehmigt ist. Der Träger, welche die Maßnahme durchführt, bekommt ebenfalls Bescheid. Nun kann der Teilnehmer diese in Anspruch nehmen und der Träger
die finanziellen Aufwendungen über den Gutschein beim Leistungsträger abrechnen.

Anspruch und Kosten
Der Gutschein ist auch hier eine Ermessensleistung des Leistungsträgers, es besteht keinerlei Rechtsanspruch seitens des Leistungsbeziehers.
Dem Teilnehmer entstehen keinerlei Kosten, wenn der Sachbearbeiter, welcher für den Gutschein zuständig ist, einen Bewilligungsbescheid erstellt und ausgegeben hat. Generell können Maßnahmen-Teilnehmer auch selbst für die Kosten aufkommen als sogenannte Selbstzahler, wenn diese es selbst finanzieren können. Kosten für Kinderbetreuung und Fahrt, wie beispielsweise Spritgeld oder Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr erstattet der Leistungsträger dann, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Gut zu wissen
Bezieher, die ALG I Leistungen nach dem dritten Sozialgesetzbuch erhalten, werden von der Agentur für Arbeit im Rahmen der Arbeitsförderung aktiv unterstützt. Anspruch auf ALG I hat, wer vor der Arbeitslosmeldung innerhalb von 30 Monaten mindestens ein Jahr lang sozialversicherungspflichtig angestellt war. Die ALG I Leistung muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Die Bearbeitungsdauer und Anspruchsprüfung beträgt zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten. Diese Leistung wird als vorrangig zum ALG II eingestuft. Ein Bezieher von ALG I hat unter Umständen keinen Anspruch auf ALG II.
Bezieher bekommen in der Regel 12 Monate ALG I. Menschen ab 50 Jahre haben unter gegebenen Umständen sogar bis zu 24 Monate Anspruch auf diese Leistungen. Nachdem der ALG I Bezug erloschen ist und sich keine finanzielle und / oder berufliche Besserung eingestellt hat, können Bedürftige ALG II beim Jobcenter beantragen.
Die Höhe des ALG I richtet sich nach dem letzten Einkommen. Bezieher ohne Kinder erhalten 60 Prozent des letzten Einkommens. Menschen mit Kindern erhalten 67 Prozent vom letzten Gehalt.
Bezieher, die ALG II Leistungen (Hartz 4) nach dem zweiten Sozialgesetzbuch bekommen, erhalten eine Grundsicherung, um ihren Lebensunterhalt auf einem Minimalniveau bestreiten zu können. Vom Leistungsträger erhalten Bezieher umfangreiche Unterstützung im Alltag und können Leistungen wie Schornsteinfegerkosten, Nebenkosten oder Fahrkosten unter bestimmten Voraussetzungen erstatten lassen.
Prinzipiell ist jeder anspruchsberechtigt, welcher keine ALG I Leistungen bezieht. Einkünfte aus Beschäftigungen oder einer selbstständigen Tätigkeit werden angerechnet. Dabei wird geprüft, ob der Antragsteller Anspruch auf ALG II hat. Der Bedürftige muss, um Leistungen zu erhalten, einen Antrag beim Jobcenter stellen, verschiedene Anlagen ausfüllen und gegebenenfalls Einkommensnachweise, Kontoauszüge und Arbeitszeugnisse sowie einen Lebenslauf einreichen.
Das Jobcenter schließt mit dem Bedürftigen eine Eingliederungsvereinbarung ab, wonach sich der Bezieher verpflichtet, alles dafür zu tun, um seine Bedürftigkeit zu verringern oder auch zu beenden. Darunter zählen auch die Teilnahme an Maßnahmen, Schulungen generell, die Aufnahme von zumutbaren Tätigkeiten und das monatliche Bewerben. Die Anzahl der Bewerbungen, welche ein Bedürftiger im Monat tätigen muss, ist unter Umständen individuell mit dem Sachbearbeiter, der dafür zuständig ist, vereinbar.

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