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Beim Abschluss einer neuen Versicherung, im Supermarkt oder beim Kauf eines neuen Autos: Verträge jedweder Art kommen immer wieder zustande.

Vertragsschlüsse und das lästige Kleingedruckte: Darum solltest du genau lesen

Obwohl es keine Freude ist, Verträge genau durchzulesen, kann uns dies vor späteren Problemen und unangenehmen Überraschungen bewahren. Das Kleingedruckte zu lesen, kann sich außerdem wirklich lohnen – im wahrsten Sinne des Wortes.

10.000 Dollar dank Lesen des Kleingedruckten

Verträge zu lesen, ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Du solltest genau wissen, welchen Konditionen du zustimmst. Am besten liest man den Vertrag bis zur letzten Zeile, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Eine Versicherungsfirma aus den USA stellte aber fest, dass die Realität ganz anders aussieht. Kunden schauen oft eben doch nicht so genau hin. Das sorgt am Ende für Frustrationen – etwa im Falle einer Reiseversicherung, bei der dann doch nicht alles so abgedeckt ist, wie der Kunde es sich erhoffte.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, dachte sich die Versicherungsfirma ein kleines Gewinnspiel aus: Am Ende der Vertragsunterlagen gab es einen kleinen Hinweis auf einen Wettbewerb, der diejenigen Kunden, die den Vertrag aufmerksam prüften, belohnen sollte. Eine Lehrerin wollte dann eine Reiseversicherung abschließen und machte genau das, was viele Kunden nicht machen: auf das Kleingedruckte achten. Sie meldete sich bei der Firma Tin Leg und wurde belohnt. Man teilte ihr mit, dass sie eine der wenigen Kunden sei, die sich gemeldet hatten. Ihren Gewinn durfte sie sich dann sogleich abholen – und dieser viel gar nicht mal so gering aus. Stolze 10.000 Dollar hatte die Lehrerin gewonnen. Und das nur, weil sie den Vertrag genau studiert hatte. Bedingungen gibt es immer, egal, ob beim Kauf eines Autos oder vielleicht sogar im Online Casino, wenn von einem vermeintlichen gratis Echtgeld-Bonus die Rede ist. Wer alle Klauseln kennt, ist immer im Vorteil.

Die Lehrerin hatte jedenfalls alles richtig gemacht. Sie sagte außerdem, dass Sie das Kleingedruckte nicht nur dieses Mal gelesen habe, sondern dies immer so mache. Obwohl einige Menschen das vermutlich merkwürdig finden, weiß sie: Verträge zu lesen, ist wichtig, denn so können alle Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden. Das bewahrt auch vor Betrug.

Kriterien für einen Vertragsschluss 

Möchten Verkäufer oder Anbieter, dass ein Vertragsschluss zustande kommt, müssen die AGBs klar ausgewiesen sein. Der Interessent muss die Möglichkeit haben, die Bedingungen zur Kenntnis zu nehmen. Dies muss in zumutbarer Form geschehen, es sollten also überschaubare und nicht unnötig verkomplizierte Klauseln sein. Ganz einfach funktioniert das, indem der Kunde vor Vertragsschluss ein Dokument ausgehändigt bekommt, welches dann unterschrieben wird – genau so, wie es auch die glückliche Gewinnerin aus den USA machte.

Handelt es sich um einen Massenvertrag, zum Beispiel dann, wenn du ins Kino gehst oder einen Parkplatz nutzt, genügt ein Aushang, der für den Kunden gut sichtbar ist. Kleingedrucktes gilt immer nur dann, wenn es wirksam mit in den Vertrag aufgenommen wurde. Kunden müssen also die Möglichkeit haben, vor der Unterzeichnung alle Informationen zu lesen. Ist das nicht der Fall, ist das Kleingedruckte nicht rechtskräftig. Sollen Vertragsbedingungen im Nachhinein geändert werden, muss der Kunde darüber informiert werden. Eine Änderung wird außerdem nur dann rechtskräftig, wenn der Kunde dieser auch zustimmt. Achte in dem Fall darauf, dass du dich wirklich äußerst. Denn wer schweigt, riskiert, die Bedingungen einfach zu akzeptieren. Wer neue AGBs nicht anerkennen möchte, für den gelten weiterhin die vorherigen.

Typische Klauseln, auf die du achten solltest

Gutschein, Mietvertrag oder Internetbestellung: Frage immer nach, wenn du etwas nicht verstehst. Und mache dir unbedingt die Mühe, den gesamten Vertrag zu lesen. Die Pflicht scheint lästig, ist aber unerlässlich. Denn es gibt durchaus Verkäufer und Anbieter, die im Kleingedruckten Sätze verstecken, die uns später Ärger machen können. Aber auch eigentlich Offensichtliches wird gern übersehen, weil wir keine Lust haben, genau zu lesen. Bei Internetbestellungen solltest du zum Beispiel überprüfen, ob Rücksendungen kostenfrei übernommen werden. Widerrufen werden kann ein Kauf innerhalb von 14 Tagen, das kann schriftlich oder telefonisch geschehen. Eine Lieferung einfach nicht entgegenzunehmen und zu schweigen, funktioniert nicht.

Ähnlich aufmerksam sollte man auch beim Abschluss eines Mietvertrags sein. Überprüfe, in welchem Zustand du die Wohnung übernimmst und in welchem diese wieder abgenommen wird. Verpflichtest du dich, die Wohnung mängelfrei zu übergeben oder hast du Mängel ins Protokoll aufnehmen lassen? Gerade dann, wenn du erst viele Jahre später wieder ausziehst, ist es wichtig, einen aussagekräftigen Vertrag in der Hand zu haben. Lies zusätzlich nach, welche Reparaturkosten selbst zu tragen sind und welche der Vermieter übernimmt. Üblich ist, dass kleine Schönheitsreparaturen bis 100 Euro selbst übernommen werden. Bei anderen Schäden entscheidet der Einzelfall, wer die Kosten trägt.

Selbst dann, wenn du einen Vertrag im Fitnessstudio abschließen möchtest, solltest du den Vertrag lesen. Oft gibt es eine Mindestlaufzeit, weshalb eine einfache Kündigung zum nächsten Monat nicht möglich ist. Das gilt natürlich nicht nur für das Fitnessstudio, sondern für viele Arten von Verträgen. Wer etwa beim Internet- oder Handyanbieter einen neuen Vertrag abschließt, ärgert sich nicht selten, dass der Vertrag nach zwei Jahren automatisch verlängert wird. Wer nicht frühzeitig kündigt, muss ein weiteres Jahr zahlen – im Falle des Internetvertrags mitunter sogar dann, wenn längst ein Umzug stattgefunden hat.

Ein weiterer Klassiker sind Gutscheine: Gültig sind sie in der Regel über drei Jahre, aber wie sehen die Bedingungen im Einzelnen aus? Eine Auszahlung wird in der Regel nicht möglich sein, darüber sollten sich Kunden im Klaren sein. Auch, wer im Laden kauft und eine Ware anschließend zurückgeben möchte, wird mitunter nur mit einem Gutschein für selbigen Laden entschädigt.

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