
„Was machen wir denn nur mit der Heylshof-Ruine?“ Diese Frage stellte sich Wormser Stadträten in den ersten zwei Nachkriegsjahrzehnten immer wieder. Die einst dreistöckige Villa des Leder-Fabrikanten Cornelius Wilhelm von Heyl lag auf dem historischen Dom-Areal an der Stephansgasse in Schutt und Asche. „Alles noch Bestehende abreißen, denn wir brauchen dringend Wohnraum“, forderten die einen den Bau eines großen Mehrfamilienhauses. Vor allem Kulturinteressierte plädierten hingegen vehement für eine Rekonstruktion des für Worms historisch so bedeutsamen Bauwerks. Für Letzteres fehlte es jedoch vor allem am Geld, und so einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss: Das erhaltene erste Geschoss wurde renoviert, überdacht und im Mai 1961 wieder als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Diese sehr spannende Zeit mit vielen kontroversen Debatten prägte vor allem die Fünfziger- und Sechzigerjahre. Sie bilden die 5. Dekade im Jubiläumsprogramm des Förderkreises Museum Heylshof, der den 100. Geburtstag des Kunsthauses untern dem Motto „10 x 10 = 100“ mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm in zehn Monaten Revue passieren lässt. Die bewegte Nachkriegszeit zeichnet der Historiker Dr. Gerald Bönnen in seinem Vortrag am Sonntag, dem 19. Juli, um 17 Uhr im Heylshof nach. Unter dem Titel „Vom Trümmergrundstück zum „Schatzkästlein“ schildert Bönnen den Wandel des Heylshof vom einst hochherrschaftlichen Palais zum bundesweit viel beachteten privaten Museumsbau.
Karten für den Vortrag gibt es für 10 Euro (Mitglieder 5 Euro) bei der Kunsthandlung Steuer, Kämmerer Straße 41, und an der Museumskasse zu den üblichen Öffnungszeiten.