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15.55 Uhr | 29. Juli 2022
AKTUELLE ANALYSE: Überdurchschnittlich viele Beschäftigte in Worms sind krank / Muskel-Skelett-Erkrankungen als Hauptursache / Aktuelle Zahlen der Betriebskrankenkassen bestätigen Trend

Von 1.000 Beschäftigten sind in Worms 50 arbeitsunfähig

Von Robert Lehr › Die Beschäftigten in Worms seien im Jahr 2021 öfter krankgeschrieben gewesen als im Landesdurchschnitt. Das gehe aus repräsentativen Daten der BARMER hervor. Für ihre Analysen hat die gesetzliche Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in der Stadt lag der Untersuchung nach bei 5,0 Prozent (Land und Bund: 4,8 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 50 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Volker Reithermann, Regionalgeschäftsführer der gesetzliche Krankenkasse in Worms.

18,3 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage
Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz in Worms entfielen demnach rechnerisch 18,3 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 17,7 Tage, Bund: 17,5 Tage). Jeder Beschäftigte in der Stadt habe sich im Durchschnitt 1,1 Mal arbeitsunfähig (Land und Bund: 1,1) gemeldet. Reithermann dazu: „Hauptursache für die Krankschreibungen in Worms waren Muskel-Skelett-Erkrankungen. In nur einem der 36 rheinland-pfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte wurden zudem mehr Arbeitsunfähigkeitstage wegen Atemwegserkrankungen gezählt.“ Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel Rückenschmerzen verursachten bei jedem Beschäftigten aus Worms 4,3 Tage Arbeitsunfähigkeit. Es folgen psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen (3,6 Tage), Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,6 Tage) und Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (2,1 Tage). 

Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen sowie Verletzungen seien die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen in Worms gewesen.

Steigende Zahlen auch abseits von Corona
„In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Fehltage im Beruf wegen seelischer Leiden auch ohne Corona seit Jahren gewachsen. Arbeitgeber sollten dieser Entwicklung mit betrieblichem Gesundheitsmanagement gegensteuern“, sagt Reithermann.

Arbeitgeber könnten Rückenleiden ihrer Beschäftigten vorbeugen, indem sie unter anderem die Ausstattung des Arbeitsplatzes auf die Körpergröße abstimmen würden. 

Wichtig seien auch häufige Haltungs- und Belastungswechsel am Arbeitsplatz. Eine aktuelle Pressemitteilung der bundesweiten Betriebskrankenkassen (BKK) vom Donnerstag dieser Woche mit den Zahlen des 1. Quartals 2022 bestätigt die Wormser Entwicklung, wobei die Datengrundlage natürlich eine andere ist.

Demnach habe der Krankenstand unter den beschäftigten BKK-Mitgliedern im ersten Halbjahr 2022 mit 5,7 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht. 

Nie seien seit 2011 die Fehlzeiten auch nur annähernd so hoch gewesen, teilt der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) mit. In den zurückliegenden Jahren seien die entsprechenden Werte im gleichen Zeitraum mit durchschnittlich 4,17 bis 5,1 Prozent demnach deutlich niedriger ausgeprägt gewesen.

Sprunghafter Anstieg von Atemwegserkrankungen
Ursächlich für den hohen Wert sei den Angaben zufolge vor allem der sprunghafte Anstieg der Fehlzeiten im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen. 

Der Wert für das erste Halbjahr 2022 liege mit 1,16 Prozent für solche Krankheiten sogar noch über den 1,02 Prozent von 2018. Damals hatte laut BKK „die bisher schwerste Grippewelle des letzten Jahrzehnts“ die Zahl in die Höhe getrieben.

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Wormser Beschäftigten. Foto: pixabay

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Wormser Beschäftigten. Foto: pixabay

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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