Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » Von Worms zum „Mars“ und wieder zurück!

Von Worms zum „Mars“ und wieder zurück!

Neue NK-Serie über „Menschen im Nibelungenland“: Zum Auftakt mit dem Abenheimer Ralf Lottermann, der nach einer 
steilen Karriere bis in den Vorstand von „Mars Inc“ jetzt seine Erfahrung seiner Heimatstadt zugute kommen lassen will

Ralf Lottermann vor der Klausenbergkapelle, dem Wahrzeichen von Abenheim, wo er aufwuchs. Foto: Stefan Blume

Ralf Lottermann vor der Klausenbergkapelle, dem Wahrzeichen von Abenheim, wo er aufwuchs. Foto: Stefan Blume

Von ROBERt LEHR | Der renommierten FAZ war der berufliche Aufstieg von Ralf Lottermann damals einen großen Artikel in ihrem Wirtschaftsteil wert. Auf dem Foto sah man das neue Vorstandsmitglied von „Mars Inc“ hinter seinem Schreibtisch, auf dem die Sympathieträger des international tätigen Nahrungsmittelkonzerns, die berühmten M&M’s, um die Wette in die Kamera strahlten.

Das war im Jahre 2007. Nach einer steilen Karriere verließ der 1955 geborene Abenheimer Lottermann als „President Asia Pacific“ und damit Teil des Konzernvorstandes im Jahre 2009 das weltweit tätige Familienunternehmen, bei dem er seit 1981 für sein ganzes Berufsleben tätig blieb. Lottermann war der einzige Deutsche, der im Vorstand des internationalen Konzernes tätig war!

Tiefe Heimatverbundenheit

„Nachdem ich nach verschiedenen Stationen weltweit zuletzt in Singapur lebte, war es mir ein Bedürfnis, wieder in meine Heimat zurückzukehren“, unterstreicht der erfolgreiche Top-Manager im Gespräch mit dem Nibelungen Kurier.

So wie er seit seinem ersten Job bei „Mars Inc“ dem amerikanischen Unternehmen treu geblieben ist, so wohl fühlt er sich nach wie vor in Worms, unterstreicht der heute 64-Jährige.

„Der Kontakt war immer möglichst eng“, und sooft es die beruflichen Verpflichtungen zugelassen hätten, sei er zu Hause bei seinen inzwischen verstorbenen Eltern und den beiden Schwestern gewesen. „Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie uns drei Kindern ermöglicht haben, zu studieren.“ Dies sei angesichts der „kleinen Verhältnisse“, aus denen er stamme, „keine Selbstverständlichkeit gewesen“. Nicht zuletzt deswegen war er schon zu Jugendzeiten bei den Jusos in der Klausenberggemeinde engagiert – „auch keine Selbstverständlichkeit“, wie Ralf Lottermann augenzwinkernd anmerkt.

Kein „besonders guter 
Schüler“ gewesen

Nach der Grundschule besuchte Ralf Lottermann das Wormser Gauß-Gymnasium. Trotz seines späteren beruflichen Erfolges sei er kein besonders guter Schüler gewesen, gibt er zu. Sein Abitur habe er auch „nur mit Ach und Krach und nach einer ,Ehrenrunde‘ in der Zehnten gemacht“. Nach dem Wehrdienst sei er an die Universität Hohenheim gegangen, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren.

Und der erste Job, mit dem er dann nach dem Abschluss begonnen habe, so Lottermann, sei der Auftakt für die „lebenslange und fruchtbare Verbindung mit „Mars Inc“ gewesen. Begonnen habe damals alles in Verden an der Aller, als der frisch studierte Wirtschaftswissenschaftler in der IT von „Mars Inc“ seine erste Stelle antrat – für ihn die erste überhaupt!

Im Anschluss hatte er diverse Jobs in den Finanzen und der Produktion des Weltunternehmens, das u.a. weltberühmte Schoko-Produkte wie Mars, Snickers, Bounty oder M&M’s, Wrigley‘s Kaugummis, Tiernahrung wie Sheba, Whiskas, Pedigree, Frolic oder Chappi sowie Uncle Ben’s Reis produziert und vertreibt.

Aufmerksam lauschten Peter Kraus, Ralf Lottermann und dessen Lebensgefährtin Steffi Ringe der Laudatio von Oberbürgermeister Michael Kissel anlässlich der letztjährigen Vernissage zur Aussstellung mit seltenen Plakaten aus der Sammlung Lottermanns. Archivfoto: Robert Lehr

Aufmerksam lauschten Peter Kraus, Ralf Lottermann und dessen Lebensgefährtin Steffi Ringe der Laudatio von Oberbürgermeister Michael Kissel anlässlich der letztjährigen Vernissage zur Aussstellung mit seltenen Plakaten aus der Sammlung Lottermanns. Archivfoto: Robert Lehr

So stieg Ralf Lottermann 1988 zum Finanzdirektor am Standort Verden auf und wurde zwei Jahre später Vize-Präsident für Finanzen in Frankreich. 1991 ging er als Business Planning Director zur Zentrale von Mars Inc, nach Virginia und 1996 als General Manager nach Polen. Im Jahr 2000 schließlich kam der erste Vorstandsposten als Verantwortlicher für Skandinavien, das Baltikum und Holland. Nach weiteren zwei Jahren kam die Aufgabe, die SAP-Software von New Jersey aus global in das Unternehmen einzuführen, was schon ein Jahr später dazu führte, dass Lottermann noch zusätzlich für die gesamte Konzern-IT verantwortlich wurde. Seit 2006 bis zu seinem Ruhestand 2009 schließlich residierte er in Singapur als „President Asia Pacific“. Dann bis 2016 in der Nähe von Washington.

„Un“-Ruheständler 
par excellence

Wer erwartet hätte, der Vater zweier erwachsener Söhne genießt nach einem erfüllten Berufsleben seinen Ruhestand, der kennt Ralf Lottermann nicht! „Jetzt ist endlich Zeit, meinen Hobbys zu fröhnen“, gibt er zu. Dass dazu die Funktion eines Verwaltungsratsvorsitzenden und Hauptaktionärs des Schweizer Maschinenbauers schubag AG mit 25 Mitarbeitern gehört, klingt wie eine Reminiszenz an seine außerordentliche Karriere. Auch ist Lottermann u.a. heute noch Mitglied im „Mars Europe Investment Committee“, einem firmeneigenen Pensionsfonds und war bis vor kurzem Aufsichtsrat bei dem russischen Lebensmittelproduzenten Velle Oats.

Derzeit baut Ralf Lottermann mit seiner Lebensgefährtin Steffi Ringe in Leiselheim ein Haus Hier möchte er seinen Leidenschaften den entsprechenden Raum geben. Dazu gehören u.a. Oldtimer, sein Engagement für und in der SPD, der er immer angehörte, sowie seltene historische Plakate. Unter großem Publikumsandrang war diese originelle Sammlung, die Unikate aus den zwanziger und dreißiger Jahren enthält, vor einem Jahr im WORMSER zu sehen – und die Anwesenheit von Peter Kraus zur Vernissage. Mit dem Musiker und Schauspieler verbindet Ralf Lottermann eine lange und enge Freundschaft. Seltene Peter Kraus-Devotionalien waren auf Initiative des Abenheimers auch schon im dortigen Heimatmuseum zu bewundern.

Das „Geheimnis“ des Erfolges

Nicht ohne Stolz blickt Ralf Lottermann auf sein Berufsleben zurück. Nach dem „Geheimnis“ seines Erfolges gefragt, seien es vor allem fünf Faktoren, die dafür verantwortlich seien. „Man muss einfach gut sein!“, bringt Lottermann kurz und prägnant das wichtigste Kriterium auf den Punkt. Aber auch bereit sein, „viel und hart zu arbeiten“. Darüber hinaus sei es wichtig, jemanden zu haben, der einen schätzt und fördert, einen Mentor. Unabdingbar sei zudem eine hohe Risikobereitschaft und abschließend „braucht man verdammt viel Glück“!

Politisches Engagement

Ralf Lottermann war Zeit seines politischen Lebens SPD-Mitglied. „Die SPD stand schon immer für sozialen Aufstieg durch Bildung“, so Lottermann, der sich selbst als positives Beispiel für den Erfolg dieser gesellschaftlichen Verantwortung sieht. Unter Willy Brandt sei 1971 das Bafög für eine breite Bevölkerungsschicht eingeführt worden, wovon er „enorm profitiert hat“. Als erster seiner Familie, der Abitur gemacht und studiert habe, sei er den „467 DM Bafög pro Monat“ dankbar gewesen, ohne die sein Lebensweg anders verlaufen wäre.

Er werde nie vergessen, wie hart seine Eltern gearbeitet hätten, um ihren Kindern „eine gute Zukunft zu ermöglichen“. Und gerade er selbst als Manager, der ja für viele Menschen verantwortlich sei, habe beachten müssen, dass neben der Verantwortung für das Geschäft, den Umsatz und die Gewinne, stets auch eine große Verantwortung für die Mitarbeiter einhergehe, die dieses Geschäft durch ihre Arbeit erst ermöglichen.

„Ich habe mich immer für gute und gut bezahlte Arbeitsplätze eingesetzt“, betont Ralf Lottermann einer seiner Berufsmaximen. Es sei sich bei all seinen Entscheidungen bewusst gewesen, dass seine Mitarbeiter auch Familien haben und dass für sie viel von einem guten und sicheren Arbeitsplatz abhänge. Von daher empfinde er es als nicht widersprüchlich, Sozialdemokrat und Manager zu sein. „Gute und faire Vorgesetzte, denen etwas an den Menschen im Unternehmen liegt, haben im Endeffekt engagiertere Mitarbeiter und damit auf lange Sicht auch mehr Erfolg!“

Und weil dies ebenso für kommunale Verwaltungen und die Bürger*innen eines Gemeinwesens gelte, kandidiert Ralf Lottermann als expliziter Wirtsachaftsfachmann auf der SPD-Liste für die kommende Stadtratswahl. Weitere Informationen unter 
https://www.ralf-lottermann.de

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Worms und Ortsteile

Kommentare sind geschlossen

Nibelungen Kurier - Zutrittsprüfung

Herzlich willkommen
beim Internet-Auftritt des Nibelungen Kurier – der Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland.

Seit rund 35 Jahren geben wir zweimal wöchentlich eine gedruckte Ausgabe heraus. Zusätzlich bieten wir diesen kostenlosen Onlinedienst an, auf dem wir täglich das Neueste aus Worms und der Region für Sie bereitstellen. Sowohl die gedruckte als auch die Onlineausgabe sind werbefinanziert.

Warum sehe ich nibelungen-kurier.de nicht?

Sollten Sie Probleme haben, versuchen Sie es mit einem alternativen Browser zum Beispiel:

Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter info@nibelungen-kurier.de gerne zur Verfügung.


Impressum
Nibelungen Kurier Verlag GmbH
Print-Carl-Anlage 20
67547 Worms
Telefon: 06241 9578-0
Fax: 06241 9578-78
info@nibelungen-kurier.de

Geschäftsführer: Frank Meinel und Dieter Schaller
Amtsgericht Mainz, HRB 11190
Umsatzsteuernummer-ID DE 1499 65202
Verantwortlich für den Inhalt: Frank Meinel

Datenschutzerklärung