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Vorbildliche Vielseitigkeit während der Lehrjahre

Einmaliges Ausbildungsmodell zwischen der Stadt Worms und der EWR Netz GmbH

Von links: Vermessungstechniker Luca Nusselt und Kai Serbin eingerahmt von ihren Ausbildern Michael Henn (Stadt Worms), Jens Kliewer (EWR) und Frank Sommer (Stadt Worms) Foto: Stadt Worms.

Von der Ausbildung direkt in den Beruf. So geschehen bei den Vermessungstechnikern Kai Serbin und Luca Nusselt, der eine erhielt seinen Vertrag bei EWR Netz GmbH, der andere bei der Stadt Worms. Ein seltener Zufall? „Nein, sicher nicht“, betont Jens Kliewer, Ausbildungsbeauftragter der EWR Netz GmbH. „Wir sorgen für eine so gute Ausbildung, dass wir mit den jungen Leuten danach auch direkt arbeiten können.“ Die beiden jungen Männer nehmen an einem in Rheinland-Pfalz einmaligen Ausbildungsprojekt teil, wobei die EWR Netz GmbH und die Stadt Worms sehr eng kooperieren. Dabei ist die Stadt der so genannte Stammbetrieb mit 70 Prozent Ausbildungsanteil, und EWR der Kooperationsbetrieb mit 30 Prozent. Entsprechend teilen sich auch die Kosten auf.

Kooperation bringt Qualität
„Das bringt vor allem für unsere Azubis Vorteile“, betont Michael Henn, Ausbilder der Stadt Worms. „Große Abwechslung und Ausbildungsbreite.“ „Unsere Mitschüler in der Berufsschule waren immer richtig neidisch“, berichtet Luca Nusselt, „wenn wir erzählt haben, was wir alles machen durften und wie viel Verantwortung wir schon bekamen.“ „Bei der Stadt sind die Themen breit gefächert und reichen von der technischen und planungsbegleitenden Vermessung für Hoch- und Tiefbau über Topografie oder Geoinformation,“ beschreibt Kai Serbin seine vielseitige Ausbildungszeit. „Bei EWR haben wir Baustellen mit vorbereitet, wie jetzt die im Lutherring, einer Hauptdurchfahrtsstraße in Worms, oder Leitungsdokumentationen von Strom und Gas durchgeführt.“

Baustelle Lutherring
Wie aufwändig die Baustellenplanung und Abwicklung einer Straßenerneuerung ist, erlebten die beiden bei besagter Baustelle. Am Anfang stand die vermesstechnische Erfassung des Status quo. „Da stehen uns drei Möglichkeiten zur Verfügung: Tachymetrische Vermessung, das ist eine eher klassische Messmethode, satellitengestützte Vermessung mit GPS-Koordinaten, oder Photogrammetrie. Dabei werden die Aufnahmen, die wir mit dem fliegenden Quadrocopter machen, mittels Software zu einem großen Bild kombiniert“, so Luca Nusselt. „Die technischen Anforderungen sind hoch, man sitzt auch viel vor dem PC oder arbeitet mit hochtechnischem Gerät.“ In den folgenden Baustellenphasen werden die Wasser- und Gasrohre erfasst, wobei im Lutherring Hauptwasserleitungen mit 500mm Durchmesser verbaut werden. „Außerdem dokumentieren wir alle Stromleitungen, die DSL-Leitungen oder auch Leerrohre für spätere Nutzungen“, ergänzt Kai Serbin. „Man kann sagen, dass man auf dieser Baustelle jede Woche etwas Neues vermessen muss. Wir sind also auch viel draußen unterwegs.“

Problemfeld Berufsschulstandorte
Die EWR Netz GmbH und die Stadt Worms bilden im Vermessungswesen Vermessungstechniker und Geomatiker aus. Im ersten Ausbildungsjahr sind die Inhalte nahezu identisch, solange könnten Auszubildende auch noch wechseln. „Pro Monat ist eine Woche Berufsschule vorgesehen, und das ist ein bisschen beschwerlich“, berichtet Frank Sommer, stellvertretender Abteilungsleiter der Stadtvermessung und Geoinformationen der Stadt Worms. „Der Unterricht für Vermessungstechniker findet in Trier statt, für Geomatiker in Koblenz. Zwar zahlen wir den Auszubildenden die Unterkunft, aber ein weiter Weg ist es trotzdem und verlangt von den Auszubildenden viel Einsatz.“
Das seit 2009 bestehende Projekt geht dieses Jahr erfolgreich in die vierte Ausbildungsrunde.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile am 10. August 2018

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