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18.29 Uhr | 3. März 2018

Vorliebe für handwerklich hergestelltes Eis

Genuss pur: Wormser freuen sich auf eisiges Vergnügen aus Becher oder Waffel / Eis-Simoni setzt auf Tradition und Trends

Die Eismacher Moritz Mahla (links) und Sebastian Antz in ihrem Element. Die Saisoneröffnung steht vor der Tür. Die Kombination aus Buttermilch-Sanddorn besteht den Qualitätscheck und macht Lust auf mehr Eis. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN | Aufgrund der „Bibberkälte” in den letzten Tagen prophezeiten Skeptiker bereits eine neue kleine Eiszeit. Schön, dass das Thermometer für die kommende Woche wieder steigende Temperaturen verspricht. Damit verbunden steigt bei vielen die Lust auf die Eissaison. Eine Vielzahl an Gaumenfreuden, die in den nächsten Monaten sprichwörtlich in aller Munde sein wird. „Die Wormser lieben handwerklich hergestelltes Eis”, weiß Sebastian Antz aus vielen Gesprächen mit Großhändlern und langjährigen Lieferanten. Der Geschäftsführer von zwei der vier Geschäfte, die Eis-Simoni in Worms betreibt, lebt in 4. Generation die Philosophie des Familienunternehmens, das bereits in den 20er Jahren gegründet wurde. Kurz vor dem Saisonstart gibt es alle Hände voll zu tun. Am Samstag öffnen die Geschäfte.

Biozitronen aus Sizilien

Waffel oder Becher? Sebastian Antz schmunzelt. Gerade kam der Anruf, dass gleich palettenweise Becher angeliefert werden. Unentbehrlich für das Mitnahmegeschäft sei der Becher. Der Umwelt zuliebe stehe aber auch die Waffel hoch im Kurs. Zitronen sind ebenfalls auf dem Weg. Saftige Primofiore aus Sizilien. Die Biofrüchte sind über Winter gereift, ungespritzt und müssen im Akkord noch gepresst werden. „Auch das ist Teil der Arbeit”, erklärt Moritz Mahla, Eismacher bei Simoni. Der Blick auf die Maschine schürt Erwartungen: Noch 5 Minuten, dann gibts das erste Buttermilch-Sanddorn-Eis.

Neben den Klassikern, wie Vanille, Schokolade, Nuss oder Zitrone, die bei Simoni immer noch nach der gleichen Rezeptur wie vor über 90 Jahren hergestellt werden, gibt es immer wieder neue Kreationen. Zitrone-Ingwer, Chai-Latte oder Buttermilch-Sanddorn. Ebenfalls gefragt ist Süß&Salzig und Mohn-Marzipan. „Wir testen im Herbst und lassen die Kunden probieren”, so Sebastian Antz. Die Geschmäcker seien verschieden, fügt Antz an.

Veganes Fruchteissorbet und dunkle Schokolade ohne Zucker für Diabetiker oder eine vegane Variante auf Sojabasis. 90 Sorten umfasst das Angebot, das sich saisonabhängig auf die vier Standorte verteilt. Das Bewusstsein habe sich gewandelt. „Die Kunden wollen wissen, was sie essen”, erklärt der Eisfachmann. Hochwertige Rohstoffe und keine Fertigprodukte, da bleibt das Wormser Traditionsunternehmen seiner Linie treu. Allergien sind ein weiteres Thema, mit dem sich die Eismacher beschäftigen müssen. Frozen-Joghurt hat sich aufgrund seines niedrigen Fettgehaltes schnell in der Nibelungenstadt etabliert. „Sogar die Eistorte erfährt wieder eine Renaissance”, wie Sebastian Antz an einigen kreativen Beispielen zeigt. Jetzt gilt der Blick dem Wetter. Sonne zur Eröffnung wäre ideal.

Zur Info

„Speiseeis ist noch immer angesagt, die klassische Eisdiele jedoch immer weniger. Über 90 Prozent des in Deutschland verzehrten Speiseeises werden inzwischen industriell hergestellt und mit teilweise großem Werbeaufwand in den Markt gepresst. Dennoch bereichern kleine Eisdielen, die teilweise nur wenige Sorten, dafür aber aus hochwertigen, natürlichen Zutaten und ohne Farb-, Zusatz- oder Aromastoffe frisch herstellen, zunehmend den Markt. … Noch vor einigen Jahren waren in Deutschland hauptsächlich die mit Milch zubereiteten Sorten nachgefragt und bei Fruchteis nur Erdbeer-, Banane- oder Zitronengeschmack die unangefochtenen Renner. Mit den Fruchteissorten, die immer zahlreicher und immer ausgefallener werden, hat sich das heutige Angebot radikal gewandelt.” (Quelle: Fachmesse Gelatissimo 2018/Messe Stuttgart)

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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