Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » Weg frei für Abriss und Containeranlage
21.56 Uhr | 16. Juni 2022
AUS DEM STADTRAT: 6 Klassenräume als Ersatzbau bis zur Neubau-Fertigstellung in der Geschwister-Scholl-Schule / Keine Wormser zweiter Klasse

Weg frei für Abriss und Containeranlage

Auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule in der Karl-Marx-Siedlung wird das alte Hausmeisterhaus abgerissen und eine Containeranlage als Zwischenlösung mit 6 Klassenräumen aufgestellt. Foto: Steffen Heumann

Von Steffen Heumann | Die Weiterführung der Planung zur Umsetzung des Abrisses des Hausmeisterhauses und Errichtung einer Containeranlage mit 6 Klassenräumen als Ersatzbau im Vorgriff auf die Errichtung eines Neubaus auf dem Grundstück der Geschwister-Scholl-Schule am Standort Karl-Marx-Siedlung ist unter Dach und Fach. Bei einer Enthaltung brachte der Stadtrat am Mittwoch den Beschlussantrag auf den Weg.

Rund 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten für Containermodule

Die Schaffung einer Übergangslösung durch die Aufstellung weiterer Container am Standort Karl-Marx-Siedlung ist angesichts der akuten Raumnot von hoher Dringlichkeit. Im Haushalt wurden für dieses Jahr Mittel in Höhe von 500.000 Euro für dieses Objekt eingestellt. Die geschätzten Gesamtkosten für die Containermodule liegen ca. bei 3,8 Millionen Euro. Die genauen Kosten können allerdings, bedingt durch die aktuelle wirtschaftliche Lage, erst nach Erhalt der Angebote ermittelt werden.

Temporäre zeitnahe Lösung unumgänglich

Hintergrund: Die Geschwister-Scholl-Schule hat derzeit drei Schulstandorte (Neusatzschule und Abenheim) und teilt sich diese jeweils mit einer weiteren Schule. An keinem der drei Standorte gibt es für das Förderzentrum Ausweichmöglichkeiten im Bestand. Für beide Außenstellen steht aus brandschutzrechtlichen Erwägungen eine Gebäudesanierung an, was jeweils eine Auslagerung erforderlich macht. Das bisherige Raumprogramm berücksichtigt bereits die Zusammenführung der dislozierten Standorte. Bis zur Fertigstellung eines Schulneubaus in der Karl-Marx-Siedlung ist jedoch eine temporäre zeitnahe Lösung unumgänglich, um der akuten Raumnot entgegen zu wirken. Zu diesem Zweck sollen die Container gestellt werden.

Ansteigen der Schülerzahlen erwartet

Die prognostizierte Schülerzahl wurde mit 285 Schülern im Schuljahr 2021/22 nahezu erreicht. Es ist zu erwarten, dass die Schülerzahl der Geschwister-Scholl-Schule in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird. Die Erfüllung des pädagogischen Auftrags des Förderzentrums ist dadurch beeinträchtigt. Die Geschwister-Scholl-Schule ist eine verpflichtende Ganztagsschule und erfüllt seit dem Schuljahr 2019/20 im inklusiven Schulsystem die Aufgaben eines Förder- und Beratungszentrums.

Gebäude in Containerbauweise

Das 3-geschossige Gebäude, welches in Containerbauweise gebaut werden soll, wird am Standort des heutigen „Hausmeisterhauses“ errichtet. Der Zugang wurde wie am jetzigen Gebäude vom Schulhof aus geplant. Auch die Toiletten, welche wieder in dieses Gebäude integriert werden, sind einerseits vom Flur des Gebäudes, aber auch wie bis jetzt für die Pausennutzug von außen zugänglich. Weiterhin wurden in diesem Gebäude das Lehrerzimmer sowie Integrationsräume untergebracht.

Verdruss in Abenheim

Janine Emans-Heischling, CDU, freute sich, dass es endlich losgeht, da die Zustände vor Ort für Schüler und Lehrer unzumutbar seien. Astrid Perl-Haag, FWG-Bürgerforum, ergänzte, dass die Verkehrssituation ebenfalls untragbar sei.  Förderschüler allerdings würden mit den Bussen zur Schule gebracht, die Hauptbelastung entstehe durch den Individualverkehr der Kita- und Grundschulkinder. Marion Hartmann, CDU, merkte an, dass die Zusammenlegung der Förderzentren durchaus sinnvoll sei. Mit Bezug auf die Abenheimer Situation wünsche sie sich eine baldige Lösung für die Sanierung der Grundschule. Die sieht Hans-Peter Weiler, CDU, jedoch in weiter Ferne, da die Außenstelle der Förderschule noch im Stadtteil verbleiben muss und solange wohl auch die Grundschule als Containerschule auf dem Kerweplatz Bestand haben werde. „Leerstehende Gebäude machen den Zustand nicht besser“, ärgerte sich Weiler. Der auch im Ortsbeirat manifestierte Wunsch nach einer Sanierung werde nicht gehört. 50.000 Euro seien vom Stadtrat hierfür im Haushalt eingestellt worden. Die Maßnahme jedoch wurde zurückgestellt. Ganz Abenheim dränge auf eine Schule am alten Standort, zumal die Containerlösung für die Grundschüler gerade bei großer Hitze nicht ideal sei. „Die Bauverwaltung ignoriert den Beschluss“, echauffierte sich Hans-Peter Weiler und legte nach. „Die Abenheimer sind keine Wormser zweiter Klasse, aber der Eindruck verstätigt sich“, fügte Weiler an. Der Beschluss für das Förderzentrum sei kein Grund, die Sanierung der Grundschule links liegen zu lassen.

Situation nicht schön reden

Sozialdezernent Waldemar Herder lenkte die Diskussion zurück auf den eigentlichen Beschluss, der sich auf den Abriss des Hausmeisterhauses beziehe. Darüber hinaus müssen man der Bauverwaltung Vertrauen schenken, so Herder. Der Wunsch der Abenheimer sei verständlich. Der Abriss des Gebäudes im Wormser Süden sei jedoch bereits seit drei Jahren anhängig. Auf dessen Umsetzung seien die Schüler ebenfalls angewiesen . Er wolle die Situation nicht schön reden, betonte der Dezernent, „aber im Vergleich zwischen den Abenheimer Containern und den Zuständen an der Geschwister-Scholl-Schule liegen Welten“. David Hilzendegen, Bündnis 90/Die Grünen, unterstrich, dass in Worms Interimslösungen durchaus überstrapaziert seien und Verwies auf das recht einer inklusiven Beschulung. Diesbezüglich gäbe es in der Stadt ebenfalls noch einige Baustellen und eher weniger bis keine Angebote. Mehr Angebote könnten nur im Dialog mit den Schulen geschaffen werden. Alfred Koch, FDP, thematisierte abschließen nochmal die Verkehrssituation. „Mehr Schüler, mehr Verkehr“, formulierte Koch als logische Konsequenz das Ergebnis, wenn man Objekte erweitert. Parallel zur Entwicklung der Schule müssen man daher auch aus Rücksicht auf die Belange der Anwohner Lösungen finden. Waldemar Herder als Vertreter von Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst, entgegnete, dass das Dezernat Lösungen anbieten wird. Der Anlieferverkehr bereite jedoch in der Tat Sorgen. Herders Appell: „Wo es möglich ist, sollte man auch mal überlegen, ob der Weg zu Fuß in die Schule zumutbar ist“.

Beitrag teilen Facebook Twitter
Geschrieben in Worms und Ortsteile

Kommentare sind geschlossen