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10.27 Uhr | 24. März 2020

Wenn das Zuhause noch gefährlicher wird

FRAUENNOTRUF UND FRAUENHAUS WORMS: Unterstützung für Betroffene häuslicher und sexualisierter Gewalt während der Corona-Krise gewährleistet

VON VERA BEIERSDÖRFER „Zu Hause bleiben“ lautet das allgegenwärtige Motto. Meldungen aus China bestätigen jedoch, was Fachberatungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt auch in der Bundesrepublik längst befürchten: Für Mädchen und Frauen, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt im direkten sozialen Umfeld betroffen sind, kann die aktuelle Situation mit ihren starken Einschränkungen bedeuten, den Tätern permanent ausgeliefert zu sein. „Wir sind besorgt, dass in der sozialen Isolation Stressfaktoren innerhalb von Partnerschaften und Familien steigen, während die Eskalationshemmschwelle sinkt“, erläutert Sandra Noppenberger vom Frauenhaus Worms im Gespräch mit dem NK.

Ermutigung und Unterstützung
„Zudem fallen Verletzungen von Betroffenen nun weniger auf, da die Opfer nicht mehr zur Arbeit, in die Schule oder den Sportverein gehen“, ergänzt Regina Mayer vom Wormser Frauennotruf, dass die Dunkelziffer sexualisierter Gewalttaten aktuell noch höher liegen könnte. Wichtig sei es daher, Frauen auch in Zeiten der Corona-Krise zu ermutigen, sich telefonisch sowie per E-Mail Hilfe zu holen oder im Falle, wenn ihnen selbst keine Möglichkeit dazu bleibt, sich an Unterstützungspersonen wie Angehörige, Freundinnen und Nachbarinnen zu wenden. „Kontakt zu möglichen Helfenden aufrecht zu erhalten oder herzustellen ist elementar, um aus der Isolation zu kommen und Hilfe zu bekommen“, erklärt die Diplom-Psychologin.

Öffentlichkeit sensibilisieren
Wer im sozialen Nahfeld Gewalt mitbekommt, sollte ohnehin nicht wegschauen, sondern müsse mutig sein, die betroffene Person zu unterstützen und Fachstellen und Behörden einzuschalten. „Auch Unterstützer können sich telefonisch in den verschiedenen Hilfseinrichtungen beraten lassen“.
Regina Mayer führt weiter aus, dass der Gewaltschutz für Frauen in Zeiten der Corona-Krise ebenfalls ein wichtiger Teil der Pandemie-Pläne der Politik sein müsse. Es bedürfe einer gemeinsamen bundesweiten Öffentlichkeitsarbeit von Regierung und Beratungsstellen, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.

Hilfe in Zeiten der Krise
Die Notruf- und Beratungsstelle – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen in Worms – steht Betroffenen auch in Zeiten des Virus Covid-19 mit seinem Unterstützungsangebot zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen sind telefonisch unter 06241 / 6094  erreichbar (der Anrufbeantworter wird regelmäßig abgehört). Frauen und Mädchen können sich ebenfalls per E-Mail an notruf@frauenzentrumworms.de wenden. Das Angebot ist zum Schutz vor der Weiterverbreitung des Coronavirus jedoch eingeschränkt: Persönliche Beratungsgespräche in der Beratungsstelle finden nur in Ausnahmefällen statt.  Das Frauencafé findet bis auf Weiteres nicht statt.
Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses sind telefonisch unter 06241 /43591 erreichbar. Auch hier ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Ebenso sind sie per E-Mail an frauenhaus@drk-worms.de zu erreichen.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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