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23.17 Uhr | 18. November 2020

„Wertvolles Gelände, keinen Quadratmeter verschenken“

SALAMANDERGELÄNDE: Haupt- und Finanzausschuss gibt Weg frei für Konzeptplanung und Kostenschätzung durch ebwo AöR / Empfehlung an Stadtrat bei einer Enthaltung / Fragezeichen hinter THW

Die Hauptfeuerwache der Wormser Feuerwehr soll von der Kyffhäuserstraße auf das Salamandergelände verlagert werden. Foto: wormser-bilder.de

Die Hauptfeuerwache und der Entsorgungsbetrieb werden von der Kyffhäuserstraße auf das Salamandergelände verlagert. Foto: wormser-bilder.de

VON STEFFEN HEUMANN | Mit der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses an den Stadtrat zu beschließen, dass die ebwo AöR eine Prüfung des Bedarfs nach Prioritäten vornehmen kann, um eine entsprechende Konzeptplanung inklusive Kostenschätzung als Entscheidungsgrundlage für einen Beschluss zur Umsetzung vorzulegen, nimmt das Campus-Projekt auf dem Salamandergelände im Wormser Süden, wo sich der Entsorgungsbetrieb und die Feuerwehr künftig ansiedeln, weiter Fahrt auf. Weitere Bewerber sind der Integrations- und Dienstleistungsbetrieb gGmbH IDB, das Rechnungsprüfungsamt, der Bereich 5, 7 und 2 sowie ein Zusammenschluss von Gebäudebewirtschaftungsbetrieb und Hochbau als eine Einheit, um die Vielzahl städtischer Bereiche und Abteilungen, die derzeit über das Stadtgebiet in unterschiedlichsten Liegenschaften verstreut sind, zusammenzuführen.

„Wir wollen zusammenfassen, was Sinn macht und betreiben keine Planungen im luftleeren Raum“, erklärte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek. Und die gute Nachricht: Nach bisherigem Kenntnisstand könnten alle Wünsche realisiert werden. Timo Horst, SPD, sprach sich gegen eine Flächenverschwendung aus. Richard Grünewald, Bündnis 90/Die Grünen, lobte die Dynamik des Unterfangens und verwies darauf, dass durch den Büro-Campus ein attraktiver Arbeitsplatz entstehe und sich dadurch die Argumentationsgrundlagen für einen S-Bahn Halt im Süden vergrößern. Uwe Gros, SPD, plädierte dafür, sich bereits jetzt Gedanken über die frei werdenden Flächen von Liegenschaften zu machen, die im Sinne der Stadt auch für sozialen Wohnungsbau genutzt werden könnten. Christian Engelke, Bündnis 90/Die Grünen, ergänzte, dass durch die Zusammenführung vieler Einheiten ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen könne und zudem Steuergelder im städtischen Konzern verbleiben

Mit und ohne THW großes Potential

Unter der Annahme, dass sich das THW aktuell in das Gesamtkonzept noch integrieren lasse, stünden mindestens 2.000 m² Bürofläche zur Verfügung. Nimmt das THW (bzw. die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) Abstand von der Integration in das Gesamtkonzept, weil sich der Flächenbedarf des Technischen Hilfswerkes eigentlich auf 6.700 m² erstreckt, böte das ein Potential von weiteren rund 4.700 m² Bürofläche – und das noch ohne die Berücksichtigung von Synergien zwischen den einzelnen Projektbeteiligten, wie Hans Gugumus, Technischer Vorstand der ebwo AöR, erläuterte. „Ein wertvolles Gelände, daher wollen wir keinen Quadratmeter verschenken“, hofft Gugumus, dass schon bald konkretere Planungen möglich sind.

Synergieeffekte nutzen

Die Vermietung der von der ebwo AöR errichteten Liegenschaften erfolgt nach dem Kostendeckungsprinzip und ist nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Eine effizientere Nutzung der Fläche reduziert die anteiligen Gesamtkosten. Die zusätzlich angesiedelten Bereiche können in die Synergieplanung einbezogen werden und profitieren von einer gemeinsamen und dadurch effizienteren Energieversorgung des gesamten Quartiers, einer Kita mit Quote für die Kinder der am Standort beschäftigten Mitarbeiter, einer Kantine, die umso sinnvoller und wirtschaftlicher betrieben werden kann, je mehr potentielle Nutzer es gibt, Besprechungs-/Veranstaltungsräumen, die gemeinsam besser ausgelastet werden, von einem Fitnessraum der Feuerwehr, der zu bestimmten Zeiten auch den weiteren Mitarbeitern zur Verfügung steht, und das alles integriert in einem städtebaulich ansprechenden Konzept, das unmittelbar vor der Umsetzung steht und voraussichtlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt neben Zuschüssen mit Forschungsthemen begleitet wird.

Am Rande diskutiert

Die Notfallunterkünfte bzw. Containeranlage steht auf dem neuen Campus nicht mehr zur Verfügung. Wie Timo Horst, SPD, anmerkte, müsste parallel zu den Planung geklärt werden, wo Obdachlose oder Menschen, die im Notfall eine Bleibe bräuchten, untergebracht werden könnte. Christine Rapier-Kramer, Bereichsleiterin Soziales, Jugend und Wohnen, betonte, dass dringender Handlungsbedarf herrsche, zumal das Objekt in der Hafenstraße nach der Renovierung über geringere Kapazitäten verfüge. Ein kleiner Lichtblick sei nur, die Zahl der bedürftigen Menschen entgegen der Erwartung nur leicht angestiegen sei. Auch OB Adolf Kessel ergänzte, dass es Aufgabe der Stadt sei, im Bedarfsfall Obdach zu schaffen.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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