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Wissenstransfer von Worms nach Shangdong

Chinesische Delegation besucht EWR 

Eine große Delegation aus der chinesischen Provinz Shangdong besuchte EWR in Worms.

Eine große Delegation aus der chinesischen Provinz Shangdong besuchte EWR in Worms.

„Es ist uns eine große Ehre, dass Sie aus fast 1.000 deutschen Energieunternehmen uns herausgesucht haben“, betont Dr. Ingo Herbst, Pressesprecher der EWR AG, in seiner Rede vor 20 Vertretern chinesischer Energieunternehmen am Mittwoch. „EWR hat eben über die deutschen Grenzen hinaus einen guten Ruf, vor allem bei seiner Vorreiterrolle in Sachen emissionsfreier Energieversorgung“, antwortet Xu Zhen, Vizepräsident des Interessensverbandes der Energieunternehmen der Provinz Shangdong. Die Küstenprovinz ist nur halb so groß wie Italien, wird aber von knapp 100 Millionen Menschen bewohnt. „Chinas Energieverbrauch wächst, denn unser Wohlstand steigt. Immer mehr Menschen besitzen Klimaanlagen und elektrische Geräte. Deshalb brauchen wir Hilfe aus Deutschland, um zu lernen, wie man nachhaltige Energienetze managt, damit wir von der Kohle wegkommen“, betont Xu Zhen.

China möchte von Deutschland lernen
Die chinesische Reisegruppe hat am Tag vorher das Fraunhofer Institut in Kassel besucht und reist weiter nach Stuttgart. In Worms übersetzt eine extra aus Mannheim angereiste Expertin für Energie den Vortrag des Geschäftsführers der EWR Netz GmbH, Johannes Krämer. Der Titel lautet „Die Energiewende in Deutschland“ und befasst sich mit den Herausforderungen der Energiewende für die Netzbetreiber. „Das deutsche Stromnetz war eigentlich für zentrale Stromproduktion aufgebaut“, trägt Krämer vor. „Doch nun müssen wir es auf viele dezentrale Stromeinspeiser umbauen.“ Dass er die Chinesen in der historischen EWR-Turbinenhalle empfängt ist kein Zufall. „Vor 100 Jahren haben wir hier in Worms zentral den ersten Strom erzeugt“, erzählt er, „doch schon 45 Jahre später reichte die Strommenge nicht mehr aus.“

Schwierige Zukunftsprognosen
Den Stromverbrauch für die Zukunft zu prognostizieren ist eine der Herausforderungen für die Stromproduzenten und Netzbetreiber. Denn während große Kraftwerke hoch und runter geregelt werden können, folgt die Wind- und Solarstromproduktion andern Regeln, die von Wind und Wetter, Nacht oder Tag abhängen. „Deshalb sind Energiespeicher ein entscheidender Faktor für unsere Zukunftsplanungen. Dabei spielt auch die E-Mobilität eine wichtige Rolle, denn jedes E-Fahrzeug ist ein potenzieller Energiespeicher.“

China eilt Deutschland voraus
Die Voraussetzung sind intelligente Netze, die automatisch die Steuerung der Energieströme übernehmen, aber auch die genaue Abrechnung des erzeugten oder verbrauchten Stroms. „Wenn sich heute Wohnungsbesitzer zusammenschließen und auf ihrem Dach emissionsfreie Energie mit der Sonne erzeugen, dann können sie ihren eigenen Strom selbst verbrauchen oder ins Stromnetz einspeisen“, erläutert Krämer. „Das muss technisch gemanagt und genau abgerechnet werden. Da müssen wir Erfahrungen sammeln, denn das ist gar nicht so einfach.“

Als das Thema auf intelligente Zähler kommt, deren Entwicklung und Installation in Deutschland nicht richtig vorangeht, winken die Chinesen ab. „Die haben wir in einzelnen Regionen bereits flächendeckend installiert“, wirft Xu Zhen ein. Krämer verabschiedet sich unter Beifall mit den Worten: „Vielleicht gibt es ja auch für Deutschland in China etwas zu lernen.“

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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