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07.48 Uhr | 20. Februar 2021

„Worms ist nicht braun, sondern bunt“

21. Februar 1945: Heute Gedenkveranstaltung rechter Gruppierungen sowie Aufruf zur Gegendemonstration um 17.30 Uhr

Am 6. Juni verhinderte ein Großaufgebot der Polizei eventuelle Ausschreitungen. Damals waren zahlreiche Gegen­demonstranten beim von Rechtsgerichteten proklamierten „Tag der Deutschen Zukunft“.

Am 6. Juni verhinderte ein Großaufgebot der Polizei eventuelle Ausschreitungen. Damals waren zahlreiche Gegen­demonstranten beim von Rechtsgerichteten proklamierten „Tag der Deutschen Zukunft“. Archivfoto: Karolina Krüger

VON ROBERT LEHR | Diese Tage zeigen sich abseits von Corona zeitgeschichtlich und politisch emotional hochgradig aufgeladen.

Am gestrigen Freitag jährte sich zunächst der Anschlag im hessischen Hanau, bei dem ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen ermordete, bei denen er aufgrund ihres Aussehens einen Migrationshintergrund vermutete. Nach der Tat erschoss Tobias R. in der elterlichen Wohnung zunächst seine Mutter und richtete sich dann selbst.

Vor 76 Jahren zerstörten gegen Ende des 2. Weltkrieges im Kampf gegen des Nationalsozialismus in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1945 britische Bomber große Teile von Worms.

Laut dem „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ und dem „Runden Tisch der Luthergemeinde gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ werde dieses „dunkle Kapitel der Geschichte von Neonazis instrumentalisiert“. So auch von der „Kameradschaft Rheinhessen“ und der Partei „Die Rechte“, welche laut eines Aufrufes des Bündnisses am heutigen Samstag, dem 20. Februar, „zum Gedenken an die Opfer des sogenannten Bomben­terrors“ eine Veranstaltung durchführen wollen. 

Daher ruft des Bündnis, zu dem u.a. Pax Christi, die Lebenshilfe Worms-Alzey, die Grüne Jugend, der Runder Tisch der Luthergemeinde und die „Omas gegen Rechts“ zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ am heutigen Samstag, dem 20. Februar, um 17.30 Uhr, zu einer Gegenveranstaltung am derzeit am Ort des Geschehens auf. 

„Worms ist nicht braun, sondern bunt – kulturelle Vielfalt und Toleranz sind unsere Stärke!“, so der Aufruf. Dabei wird dringend dazu aufgerufen, sich an die aktuellen Corona-Regelungen zu halten. Neben dem nötigen Halten des Abstandes sei auch der „Mund-Nasen-Schutz nicht zu vergessen.“ 

Am 6. Juni 2020 gab es anlässlich des „Tages der Deutschen Zukunft“ eine Veranstaltung Rechtsgerichteter, die von einer großen Gegendemonstration und einem ebenso großen Polizeiaufgebot begleitet wurde. Auf Nachfrage des NK bestätigte Michael Lerch, Pressesprecher der Wormser Polizei, dass man Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei aus Mainz erhalte. Da es sich im Gegensatz zu der letzten Veranstaltung im vergangenen Sommer heute allerdings „nur“ um eine Kundgebung handelt, sei der Aufwand überschaubarer. „Damals war eine Kundgebung mit Aufmarsch beantragt und stattgegeben, wobei wir jetzt nur den Platz der eigentlichen Kundgebung schützen müssen“, so Lerch. 

Offizielle Mitteilung der Stadt:
Bei der Stadtverwaltung wurde von zwei Einzelpersonen, die der rechten Szene (Kameradschaft Rheinhessen/„Die Rechte“) zuzuordnen sind, eine Demonstration für den 20. Februar 2021 von 18 bis 20 Uhr angemeldet mit dem Thema „Gegen das Vergessen in Gedenken an die Opfer des alliierten Bombenterrors“. Mit Auflagen der Ordnungsbehörde und unter den besonderen Corona-Bedingungen dürfen morgen maximal 20 Personen im Bereich zwischen Martinsgasse und Korngasse ihr Versammlungsrecht ausüben. Polizei und Stadt haben sich aus einsatztaktischen Gründen darauf verständigt, keine weiteren Infos im Vorfeld der Versammlung bekannt zu geben. 

 

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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