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08.31 Uhr | 10. September 2019

Worms-Plan unterzeichnet

CDU und SPD fixieren erneut Große Koalition in der Nibelungenstadt / Gemeinsame Ziele voranbringen

Vor der symbolträchtigen Kulisse des Reformationsdenkmals unterschrieben Spitzenpolitiker der Wormser CDU und SPD am Montagabend ihren Koalitionsvertrag. Fotos: Florian Helfert

VON FLORIAN HELFERT Unter den Augen des Reformators Martin Luther unterzeichneten CDU und SPD am Montagabend ihren „Worms-Plan“, der die Nibelungenstadt voran bringen soll. „Das Luther-Denkmal steht für Reformation, Umdenken, Neu-Anfang und Überzeugungskraft“, erklärte Stephanie Lohr, nachdem die erneuten Koalitionspartner in die benachbarte Vinothek eingekehrt waren. „Genauso wie die Winzer in Worms miteinander in Konkurrenz stehen, konkurrieren auch wir“, legte Stephanie Lohr dar, um zugleich eine weitere Parallele zu ziehen: Denn die Vinothek sei eben auch ein Zusammenschluss von Winzern – verbunden durch ein gemeinsames Ziel. „Und unsere Ziele haben wir auf 34 Seiten in unserem Worms-Plan niedergeschrieben“, so die Christdemokratin für ihre Partei. Ihr SPD-Kollege Jens Guth, Parteivorsitzender der Wormser Sozialdemokratie rief kurz die intensiven Gespräche inklusive eines zweitägigen Koalitionsworkshops vor der Vereinbarung ins Gedächtnis. „Wir haben uns viel vorgenommen und beide Parteien finden sich darin wider“, begrüßte Guth die fortgesetzte Koalition. Zum Beleg zählte er mit Bildung, Sicherheit oder etwa Mobilität einige Schlagworte  auf. „Wir können richtig was gestalten“, verwies er zudem auf Areale wie zum Beispiel das Rheinmöven-Gelände oder das ebenfalls neu geplante Gerberviertel.

Ambitionierte, aber realistische Ziele
„Wir brauchen für die nächsten Jahre viel Energie, viel Dampf“, befand Dr. Klaus Karlin als CDU-Fraktionsvorsitzender. Energie, welche aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Timo Horst aus der im Zuge der Workshops gefundenen Einigkeit und des Willens zur Zusammenarbeit resultieren werde: „Der neu entstandene Geist wird uns lange tragen“, glaubt Horst an mehr als nur positive Impulse für die Lutherstadt. „Die Ziele“, mutmaßte Oberbürgermeister Adolf Kessel, „sind meines Erachtens jedenfalls nicht zu hoch gesteckt“.

Bürger stärker einbinden
Darüber hinaus möchten die Koalitionäre den neuen Geist weiterhin pflegen, indem für den nächsten Frühling die nächsten Workshops mit externen Impulsgebern geplant sind. „Alle bisherigen Partner sind eingeladen, am Folgeprozess erneut teilzunehmen“, hofft Stephanie Lohr wieder auf eine rege Teilnahme zugunsten der ehemaligen Reichsstadt. Ergänzend spukt die Idee eines „Zufallsparlamentes“ aus zufällig ausgewählten Bürgern der Stadt in den führenden Köpfen der beiden Parteien. Schließlich bestünden die bisherigen und auch weiterhin geplanten Workshops quasi nur aus geladenen Gästen.

Haushalt: Prüf- oder Meilenstein?
„Am Donnerstag erhalten wir den ersten Entwurf des kommenden Haushaltes – eine Herausforderung. Es muss ja alles in den Haushalt…“, äußerte Landtagsabgeordneter Jens Guth sein Bedauern über finanzielle und rechtliche Fallstricke wie etwa, dass der stärker auszubauende Öffentliche Personen- und Nahverkehr gesetzlich statt einer kommunalen Pflichtaufgabe – jedenfalls bislang noch – nur eine freiwillige Leistung sei. Wie Worms in den kommenden fünf Jahren bürgernäher, kinderfreundlicher und transparenter werden soll, ist nach Angaben aller Beteiligten im Worms-Vertrag mit konkreten Zielen formuliert. In Kürze werde der Koalitionsvertrag zudem auch online einsehbar sein.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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