So., 08.02.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 01. September 2025, 15:57 Uhr
    MUSEUM DER STADT WORMS: Goldgriffspatha von Flonheim

    Worms Stück für Stück

    Das Schwert, eines der prächtigsten Zeugnisse früher fränkischer Grabkultur, ist in der Fränkischen Abteilung im 2. OG des Museums im Andreasstift ausgestellt.
    Foto: Museum Andreasstift/Claudia Weissert

    Von Vinzenz Loga › Beim Neubau der Kirche in Flonheim entdeckte man zwischen 1883 und 1885 neun fränkische Gräber. Eines davon wurde in großer Tiefe gefunden. Das Skelett des Mannes zeugte von großem und stämmigem Körperbau, die Beigaben wiesen ihn als Krieger und Anführer aus: Ein Speer und ein Ango (ein Wurfspieß), eine Franziska (eine Wurfaxt) und der Rest eines Schildes. Eine weitere große Lanzenspitze gehörte wohl zu einer Jagdwaffe, einer sogenannten „Saufeder“. Auch Alltagsgegenstände wie eine Schere und ein Eimer wurden dem Toten mitgegeben.
     
    Die kostbarste Beigabe war aber das Langschwert, auch Spatha genannt. Sein Griff und die heute verrottete Holzscheide waren mit Gold, Silber und Almandin, einem roten Edelstein, verziert. Das Schwert wurde offenbar längere Zeit gebraucht und irgendwann ausgebessert. Danach war es wohl nicht mehr stabil genug zum Kampf, sodass es vermutlich vor allem als Schauwaffe getragen wurde. In der Schlacht trug sein Besitzer womöglich ein kleineres Schwert, von dem durch Verrostung nur ein kleiner Rest übrigblieb. Reich verziert waren ebenfalls die Gürtelschnalle aus Meerschaum und die mit Gold und Almandinen belegten Reste einer Tasche.

    Der Einfluss der Franken

    Das Schwert hat große Ähnlichkeit mit dem aus dem Grab des 482 n. Chr. gestorbenen Frankenkönigs Childerich. Er und sein Sohn Chlodwig brachten viele neue Gebiete ins Fränkische Reich, darunter auch das Gebiet des heutigen Rheinhessen. Zur Verwaltung des königlichen Besitzes setzten sie fränkische und nichtfränkische Gefolgsleute ein, aus deren Herrschaftszentren sich viele heutige Dörfer und Städte entwickelten: Besonders die Endung von Ortsnamen auf „-heim“ deutet auf eine solche fränkische Gründung hin, die oft nach dem dort Herrschenden benannt wurde. Vielleicht war der um 500 n. Chr. Verstorbene aus dem Grab jener „Flono“, der Flonheim seinen Namen gab. Sein Grab, zu dem sich in den folgenden Jahrzehnten weitere gesellten, gehörte offenbar zur ersten Generation der lokalen Herrscherfamilie. Möglicherweise wurde das Grab als Teil einer Art Krypta in die spätere Kirche einbezogen – es enthält aber wie der Grabhügel des wohl noch „heidnischen“ Childerich noch keine Hinweise auf eine christliche Bestattung.
     
     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige Rolladen Günter
    Anzeige 26_06s Sunny Roofs 280x500 Rectangle KN24590_1
    Anzeige 20 Jahre Stadtmarketing WormsAnzeige TicketshopAnzeige Amtsblatt