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Worms und das Problem der geografischen Lage

Die Geschichte von Wormatia Worms ist eine lange und ereignisreiche, die ihren jüngeren Höhepunkt Mitte der 1970-er Jahre erreichte. Als Gründungsmitglied der 2. Bundesliga wird der Klub für immer in bundesweiter Erinnerung bleiben. Insgesamt sechs Jahre verbrachte der Verein in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, ehe es wieder bergab ging. Die Gründe für das Abtauchen aus dem Bundes-Fokus sind vielschichtig, haben jedoch vor allem mit der geografischen Lage zu tun. Die Konkurrenz ist im Norden, Osten, Süden und Westen riesengroß.

Selbst Mannheim fungiert als Publikumsmagnet

Wormatia Worms hat es nicht immer leicht. Nachdem die Blütezeit des Vereins vor allem durch Betrug des vermeintlichen Mäzens zustande kam, heißt die aktuelle Realität Abstieg aus der Regionalliga Südwest. Die Mannschaft muss im kommenden Jahr in der fünftklassigen Oberliga antreten. Der 56. der ewigen Zweitligatabelle gibt sich damit zur Zeit zufrieden, hat er doch immerhin wieder wirtschaftlich bessere Rahmenbedingungen zur Verfügung. 1.126 Menschen kamen 2018/19 laut 4-liga.com zu den Heimspielen der Wormatia, der zehntbeste Schnitt der Liga. Schon hier beginnen allerdings auch die Probleme, die vor allem geografischen und historischen Ursprungs sind.
Beim Blick auf die Landkarte wird deutlich: In der Region gibt es in jeder Himmelsrichtung Tradition soweit das Auge reicht. Es beginnt im Süden mit dem – nun ehemaligen – Ligakonkurrenten Waldhof Mannheim. Der souveräne Meister der Regionalliga Südwest hat viel zu bieten, spielte etwa sieben Jahre in der 1. Bundesliga. 1939 erreichte man gar das DFB-Pokalfinale, verlor dort laut sport.de aber gegen den 1. FC Nürnberg. Die Fans strömen noch immer ins Carl-Benz-Stadion, obwohl die Glanzzeiten lange Geschichte sind. Fast 6.000 Zuschauer wollten im Schnitt 2018/19 die Rückkehr in Liga 3 sehen. Viele davon kommen aus Worms und machen sich regelmäßig auf die rund 35 Minuten lange Autofahrt zwischen den beiden Stadien.

Höherklassiger Fußball allerorten

Wenn mit Waldhof Mannheim ein Viertligist als Publikumsmagnet agiert, sind die restlichen umgebenden Fußballklubs wahre Giganten. Das gilt etwa für den südwestlich gelegenen 1. FC Kaiserslautern. Der hatte in den letzten Jahren mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, spricht aber nach wie vor viele Fans in der Region an. Die laut kicker durchschnittlich 21.315 Besucher stellen den besten Zuschauerschnitt der 3. Liga dar. Im Nordosten von Worms finden wir derweil Darmstadt wieder. Trotz mäßigen Spielzeiten kommen nach wie vor regelmäßig große Besucherzahlen ans Böllenfalltor, das mit seiner Renovierung nochmal attraktiver werden dürfte. Und selbst der SV Wehen Wiesbaden stieg zuletzt in die 2. Bundesliga auf und schreibt damit seine ganz eigene Erfolgsgeschichte fort.
Es sind jedoch vor allem der 1. FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt, die in der Region im Norden die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kein Wunder, wenn man sich die vergangene Saison der Eintracht anschaut, die fast bis ins Europa League-Finale geführt hätte. Laut Betway liegt die Quote auf den Meistertitel 2019/20 derzeit bei 101,0 (Stand 17. Juni), was auch am abermals zu erwartenden Umbruch liegt. Freilich liegt dort nicht der Fokus der Hessen, die schon früh in die Saison starten, um an der Qualifikation zur diesjährigen Europa League teilzunehmen. In Mainz liegt die Konzentration derweil voll auf der kommenden Bundesliga-Spielzeit. Nach einem weitestgehend überzeugenden Jahr, das auf Platz 12 abgeschlossen wurde, werden die 05er alles daran setzen, auch im Mai 2020 nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Gibt es einen Weg aus der Umklammerung?
Dass Wormatia Worms bei so großer Konkurrenz nicht den Ton in der Region angibt, ist recht offensichtlich. Dennoch muss beim Potential vor Ort mehr möglich sein, als in der Oberliga zu spielen. Immerhin darf sich die Mannschaft über einige Spieler freuen, die sich wie Koki Matsumoto dazu entschieden, den Gang in die Fünftklassigkeit anzutreten. Dennoch ist klar, dass es auf lange Sicht auch viel Glück benötigt, um aus der Regionalliga Südwest – eine Rückkehr vorausgesetzt – den Schritt in die 3. Liga zu schaffen. Hier war Wormatia zuletzt 1993 aktiv, bis finanzielle Probleme zur Zahlungsunfähigkeit führten.
Eben weil die Konkurrenten aus der Region solch starke Anziehungskraft haben, müssen die Verantwortlichen hart um jeden Zuschauer kämpfen, und kamen ihnen angesichts des Abstiegs zuletzt mit einer Preissenkung für Dauer- und Tageskarten entgegen. Mitglieder kommen deshalb bereits für 4 Euro ins Stadion. Um neue Fans anzulocken, kann sich derweil der übliche Weg lohnen, der in Deutschland nach wie vor für die meisten Klubs das Erfolgsrezept darstellt. Das Setzen auf die eigene Jugend. Nicht zuletzt durch die Aufnahme von A-Jugend-Torjäger Lennart Thum in den Profikader soll dieses Ziel erreicht werden. Wir können nur hoffen, dass es am Ende auch gelingt.

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