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Würdigung für ein besonderes Engagement

Oberbürgermeister Michael Kissel zeichnete im Rahmen des Neujahrsempfangs am Freitagabend im WORMSER drei verdiente Bürger mit der Verdienstmedaille der Stadt aus

Neujahrsempfang mit Ehrungen. Von links: Heiner Boegler, OB Michael Kissel, Helga Schmidt, Norbert Hierse. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN Zuvor ließ OB Kissel das abgelaufene Jahr Revue passieren, darunter den Rheinland-Pfalz-Tag als besonderen Höhepunkt, bei dem sich die Wormser als hervorragende Gastgeber präsentiert hätten. Im neuen Jahr und darüber hinaus gelte es weitere Herausforderungen zu bewältigen. Vieles sei aber bereits auf den Weg gebracht, legte Kissel den Fokus auf die wichtigsten Projekte von der Überwindung der sozialen Spaltung bis zur Optimierung der Verkehrsinfrastruktur sowie kulturellen Anliegen oder der Sanierung von Schulgebäuden. Alleine hierfür seien bislang 95 Millionen Euro veranschlagt. Worms befinde sich in einem umfassenden Erneuerungsprozess, so das Stadtoberhaupt. Zukunftsorientiert trage die Verwaltung dafür Sorge, dass Worms eine schöne Stadt bleibe. Als Oberbürgermeister blicke er mit Genugtuung auf das Erreichte zurück, erklärte Michael Kissel, der sich wünscht, dass die Menschen ins Europa weiterhin dem Frieden dienen und das Ehrenamt als der wahre Nibelungenschatz weiter Früchte tragen möge.

Begründung zur Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms an Helga Schmidt
Für ihr langjähriges soziales Engagement auf dem Gebiet der ambulanten Hospizhilfe wird heute Frau Helga Schmidt mit der Verdienstmedaille der Stadt Worms ausgezeichnet. Nach ihrer Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin ist Frau Helga Schmidt seit Oktober 1998 bei der ambulanten ökumenischen Hospizhilfe Worms ehrenamtlich tätig und hat somit deren Wirken mit all den Herausforderungen von Anfang an mitgetragen und auch mitgestaltet. Bei ihren Betreuungen, die im Einzelfall sich manchmal über Monate, manchmal aber auch über Jahre hinwegzogen, hat sie eine besondere Empathie bewiesen, die sie mit der ihr eigenen liebevollen Zuwendung einbringt. Dass für die anspruchsvolle Tätigkeit in der Hospizhilfe auch Kontinuität und Regelmäßigkeit erforderlich sind, war ihr selbstverständlich, auch wenn dies zeitweise mit körperlichen und vor allem auch psychischen Belastungen verbunden war, um schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase liebevoll zu begleiten. Engagement und erwiesene Verlässlichkeit führten rasch zur Übernahme weiterer Aufgaben; Frau Schmidt wurde zur Sprecherin der ehrenamtlich tätigen Hospizhelfer/innen gewählt, was zugleich dann auch die Mitgliedschaft im „Leitungsteam“ bedeutete, das regelmäßig tagt. Hier werden ihr Rat und ihre Offenheit, auch kritische Punkte anzusprechen, sehr geachtet und geschätzt.

Helga Schmidt übernahm zudem die Begleitung von Patienten in der onkologischen Sprechstunde der Palliativmedizin und war sogar zur Übernahme der Rufbereitschaft für den Wochenend-, Nacht- und Urlaubsdienst der Hospizfachkräfte bereit. Frau Schmidt ist aber nicht nur im Bereich der Hospizhilfe ehrenamtlich tätig. Als ausgebildete Krankenschwester hilft sie auch regelmäßig in der Sprechstunde des Gesundheitsladens des Caritasverbandes im Wormser Nordend, wo Menschen in Armutslagen mit oder ohne Krankenversicherungsschutz ärztliche Versorgung erhalten. Und wenn ihr dann noch ein wenig freie Zeit bleibt, bringt sie ihre musikalische Veranlagung beim Chorsingen im Wormser Bachchor, in der Wormser Kantorei und im Collegium vocale am Wormser Dom ein. Helga Schmidt ist uneingeschränkt einer Ehrung durch die Verdienstmedaille der Stadt Worms würdig und sie legt Wert auf die Klarstellung, dass sie diese Auszeichnung auch stellvertretend für ihre ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen in der ambulanten Hospizhilfe entgegen nimmt.

Begründung zur Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms an Heiner Boegler
Für sein mehr als 60 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement in den verschiedensten gesellschaftspolitischen Bereichen wird heute Heiner Boegler mit der Verdienstmedaille der Stadt Worms geehrt. Geprägt von einem politisch aktiven Elternhaus, war Heiner Boegler schon in seiner Jugend aktiv in der Gewerkschaftsbewegung und Gründungsmitglied der SJD „Die Falken“ in Worms im Jahr 1947. Mit dem Verkauf von „Bausteinen“ trug er 1949 zur Gründung der Wohnungsbau-Gesellschaft bei und half aktiv mit beim Aufbau des „Falkenheimes“, dem heutigen „Gerd-Lauber-Haus“. Mit dem Beginn seiner Berufstätigkeit als Auszubildender bei der Firma Rheinelektra wurde er Mitglied in der IG Metall, war Jugendleiter in der Gewerkschaft, Vorsitzender der Jugendvertretung und engagierte sich im DGB Kreisjugendausschuss, später als Betriebsratsvorsitzender bei deuka.

Mit dem beruflichen Wechsel als Bezirksleiter zur Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten für Rheinhessen wurde er zum Vollblutgewerkschaftler. 1979 wurde Heiner Boegler zum DGB-Kreisvorsitzenden in Ludwigshafen gewählt. Heiner Boegler blieb aber seiner Heimatstadt Worms verbunden, indem er sich ehrenamtlich politisch engagierte. Er war Mitglied in der SPD, Vorsitzender der Wormser Jungsozialisten und 10 Jahre Mitglied im Wormser Stadtrat. Daneben nahm er weitere Aufgaben wahr – ab 1959 ehrenamtlich in der AOK, ab 1969 Vorsitzender der Vertreterversammlung der AOK Worms und in der GKV, beim Arbeitsamt Worms, Mainz, Ludwigshafen und Saarbrücken, in der gesetzlichen Rentenversicherung, bei der Berufsgenossenschaft, der IHK Mainz und Ludwigshafen, der Handwerkskammern Worms und Mainz, als ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht, Sozialgericht, Finanzgericht und als Geschworener. 
Auch heute noch nimmt Heiner Boegler sich der Sorgen der Versicherten an als Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Vertreterversammlung der Deutschen. Rentenversicherung Bund hat Heiner Boegler erst im Dezember 2017 für weitere sechs Jahre als Versichertenberater gewählt, ein Beweis für das Vertrauen in seine Kompetenz und Tatkraft. Heiner Boegler war lange Jahre Vorsitzender des SoVD Ortsverbandes Worms-Wonnegau, zuständig für die gesamte Stadt Worms und den Wonnegau und ist Mitglied im Landesverband.

Neben all diesen ehrenamtlichen Aufgaben blieb der den Gewerkschaften im DGB Worms im Ortskartell, im heutigen DGB Stadtverband, besonders verbunden. Er leitete jahrelang den Seniorenarbeitskreis des DGB Worms und ist ständiger Rat- und Ideengeber im DGB Stadtverband Worms. Mit dem Auftreten von Neonazis auch in Worms war Heiner Boegler Mitbegründer des „Wormser Bündnis gegen Naziaufmärsche“ im Jahr 2005. Das Bündnis engagiert sich nicht nur bei akuter Bedrohung durch Naziaufmärsche, sondern erinnert zusammen mit dem DGB am 1. September an den Beginn des Zweiten Weltkrieges sowie an die Opfer von Faschismus und Krieg. Darüber hinaus unterstützt das Bündnis durch Veranstaltungen die Wormser Bürger/innen in ihrer demokratischen Haltung gegen Nationalsozialismus, Krieg, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und Faschismus. Auch hier ist Heiner Boegler einer der Aktivsten und stellt sich unerschrocken in die vorderste Reihe. Als ausgesprochener Fachmann in gewerkschaftlichen, sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Fragen steht Heiner Boegler stets als Ratgeber zur Verfügung.

Seine Kenntnisse der historischen Entwicklung der Gesellschaft, der Gewerkschaften und der Demokratie und seine gefestigte Haltung und sein Engagement dies öffentlich kundzutun, machen ihn zu einer prägenden Persönlichkeit in unserer Stadt. Vom September 2009 bis zum Januar 2014 war Heiner Boegler Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Worms. Im Jahr 1991 erhielt Heiner Boegler den Verdienstorden der BRD und 2001 den Verdienstorden des Landes RLP. Heiner Boegler gilt als ein Mensch, der zuhören kann, der bereit ist für seine Überzeugung zu kämpfen und der dafür, wenn nötig, auch keinem Streit aus dem Wege geht. Als leidenschaftlicher Familienvater und Opa ist es ihm ein persönliches Bedürfnis, Bedürftigen zu helfen und beizustehen. Weil ihm die Entwicklung im Wormser Süden sehr am Herzen liegt, verzichtete Heiner Boegler anlässlich seines 75. Geburtstages und 60. Ehrenamtsjubiläum auf Geschenke und spendete dem Projekt „Soziale Stadt“ den beachtlichen Betrag von 2.105 Euro. Das bemerkenswert vielfältige, ehrenamtliche soziale Engagement rechtfertigt die Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms an Herrn Heiner Boegler.

Begründung zur Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms an Norbert Hierse
Für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement wird heute Norbert Hierse mit der Verdienstmedaille der Stadt Worms geehrt. Seit 2012 hat Norbert Hierse als Senioren-Sicherheitsberater für die Polizei mehr als 150 kriminalpräventive Vorträge – hauptsächlich bei Senioren-Veranstaltung – gehalten. Seine Aufklärung in Sachen Sicherheit, sein von ihm vermitteltes Wissen um den sogenannten „Enkeltrick“ schützt Senioren vor kriminellen Fallen. Das positive Feedback, das er dafür erhält, beflügelt seine Motivation und seine Einsatzbereitschaft und bestärkt ihn bei seinem ehrenamtlichen Tun. Daneben ist der gelernte Industriekaufmann, der 1973 zur Deutschen Bahn wechselte und als Bezirksleiter für Betrieb im Jahr 2011 die Ruhephase der Altersteilzeit begann, ein Eventplaner, Netzwerker, Berater und Kummerkasten für Senioren. Nach dem allzu frühen Tod seiner lieben Frau Marlene im Jahr 2008 hat er nicht resigniert, sondern seinem Leben ganz neue Inhalte gegeben.
Norbert Hierse ist ein Kommunikationstalent , ein unkonventioneller „Macher“, der ohne große Worte anpackt, der mit beiden Beinen im Leben steht, ständig aktiv ist und stets um praktische Lösungen bemüht ist, ganz gleich, ob es um den strukturellen Aufbau einer Seniorenbegegnungsstätte, ob es um die Organisation von Seniorenausflügen oder ob es darum geht, älteren Menschen im Alltag Hilfestellungen zu leisten. Seit 2013 leitet er das von Helmut Müller in Leiselheim initiierte Projekt „Gut leben im Alter“, und hat den einmal im Monat stattfindenden Mittagstisch „Gemeinsam statt einsam“ ins Leben gerufen, wo regelmäßig bis zu 75 Personen im evangelischen Gemeindehaus zum gemeinschaftlichen Essen zusammenkommen – für nur fünf Euro, damit jeder hingehen kann. Dabei wird er unterstützt von vielen fleißigen Helfern. Sein erfolgreiches Projekt hat zwischenzeitlich Nachahmer gefunden; mittlerweile wird auch in Pfiffligheim und in Horchheim einmal im Monat ein gemeinschaftliches Essen angeboten. Neben der Organisation von Veranstaltungen wie Wanderungen oder Theaterbesuchen berät Norbert Hierse zusammen mit Experten beim Umbau für barrierefreies Wohnen. Für sein tägliches soziales Engagement in Worms-Leiselheim wurde Norbert Hierse von Ortsvorsteher Johann Nock 2017 im Rahmen des Neujahrsempfanges geehrt. Darüber hinaus ist der stolze Opa von zwei Enkeln seit 2018 auch noch kommunalpolitisch aktiv im Leiselheimer Ortsbeirat und gehört seit 2015 dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde in Worms-Leiselheim an. Norbert Hierse ist einer Ehrung durch die Verdienstmedaille der Stadt Worms uneingeschränkt würdig.

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