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18.49 Uhr | 17. April 2023
Handball Rheinhessenliga Männer: TG Osthofen bezwingt im spannenden Spitzenspiel in proppenvoller Wonnegau-Halle DJK SF Budenheim 2 mit 26:24 (11:8)

Zur Meisterschaft mit Siebenmeilenstiefeln

„Siebenmeter-Töter“ Björn Bohrer (Mitte) verriegelte den Kasten der TG Osthofen. Der große und dabei enorm wendige Torwart der TGO wartete im Topspiel gegen SF Budenheim 2 mit einer fast perfekten ersten Halbzeit auf und avancierte zum Matchwinner für den neuen Tabellenführer der Rheinhessenliga. Foto: Felix Diehl

„Siebenmeter-Töter“ Björn Bohrer (Mitte) verriegelte den Kasten der TG Osthofen. Der große und dabei enorm wendige Torwart der TGO wartete im Topspiel gegen SF Budenheim 2 mit einer fast perfekten ersten Halbzeit auf und avancierte zum Matchwinner für den neuen Tabellenführer der Rheinhessenliga. Foto: Felix Diehl

Von Jürgen Jaap › Volle Hütte, volle Konzentration, volle Punktausbeute, voll im Soll: Die Handballer der TG Osthofen machten am späten Sonntagabend im Spitzenspiel der Handball Rheinhessenliga Männer mit einem 26:24-Heimsieg über den bisherigen Tabellenführer DJK SF Budenheim 2 in der proppenvollen heimischen Wonnegau-Halle einen riesigen Schritt in Richtung Meisterschaft und damit verbundener Qualifikation für die Oberliga-Aufstiegsrunde. Das rheinhessische Topspiel lieferte alles, was sich das Handball-Herz erträumt. Adrenalin pur, Spannung bis zum Ende und schließlich ein frenetisch vom eigenen Anhang gefeierter Heimsieg, der ob der fantastischen Stimmung in der Halle schon ein wenig Oberliga-Feeling in Osthofen aufkommen ließ.

Perfekte Abwehr-Leistung der TGO in Hälfte eins
„Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften.“ Die ersten Worte von Mirko Höfler nach einer mega-spannenden Schlussphase sprudelten dem erfahrenen Trainer der TG Osthofen offenkundig aus der Handballer-Seele. „Wir haben unseren Fokus heute bewusst auf unsere 6:0-Abwehr gelegt, dabei eine perfekte erste Halbzeit in der Defensive hingelegt“, resümierte der TGO-Coach. Und weiter: „Björn Bohrer hat im Tor eine große Leistung gebracht.“ Der angesprochene schlanke Hüne im Kasten der Wonnegauer sprach ganz bescheiden davon, dass es ihm sein starker Mittelblock mit Tim Kraft, Jan Scherer, Eric Popple und Joshua Brahm aber auch relativ einfach gemacht habe, „heute zu glänzen“.

Wenn der Siebenmeter zur Strafe wird
Brillanter Höhepunkt einer Gala des TGO-Keepers mit insgesamt 13 Paraden im ersten Durchgang war jene Szene in Minute 25, als er einen Siebenmeter-Wurf von Paul Bickerle gleich dreifach entschärft. Bickerle wirft, Bohrer bringt die Hände dran, Nachwurf, wieder pariert Bickerle, zweiter Nachwurf, Bohrer rafft sich vom Boden auf und hält erneut. Eine unfassbare Szene, die „Siebenmeter-Killer“ Björn Bohrer wie folgt umschreibt: „Wenn du oben auf Wolke sieben schwebst, dann willst du einfach jeden Wurf halten.“ Für die mit vielen jungen Handball-Talenten gespickten Budenheimer schien es lange jedenfalls eher Strafe als Belohnung zu sein, ins Duell mit Björn Bohrer vom Siebenmeter-Punkt zu müssen.

Power versus Geschwindigkeit
Belohnung für den Besuch der Wonnegau-Halle von 500 Handball-Fans lieferten indes von Beginn weg zwei voller Adrenalin steckende Teams in Form von rasantem Handball ohne große Pausen. Osthofen brachte über seinen Spielmacher Silas Höfler die Körperlichkeit von Kreisläufer Tim Kratz und Rückraum-Shooter Maurice Meitzler (sechs Treffer) zur Geltung, während Budenheim den Erfolg über schnelle Ballstafetten suchte. Die TGO-Strategie im Angriff klappte einen Tick besser, weshalb die Gastgeber stets die Nase etwas vorne hatten und über 8:5 (21.) einen 11:8-Vorsprung in die Halbzeit-Pause brachten.

TGO-Linksaußen Yannick Volk macht Sack zu
Dass es trotz der klasse Abwehrarbeit der Osthofener das erwartete Topspiel wurde, lag aber auch an den nie aufsteckenden Jungs der Budenheimer Oberliga-Reserve. Einen scheinbar vorentscheidenden 18:14-Vorsprung der TGO zur Mitte der zweiten Hälfte machten die Gäste in die Schlussminuten hinein bis zum 21:20 (55.) und 25:24 (59.) fast wett. Es schlug die Stunde des zweiten TGO-Helden an diesem Sonntagabend. Vier der fünf TGO-Tore in der spannenden Schlussphase des Spitzenspiels gingen auf das Konto des nervenstark agierenden Yannick Volk. Über die linke Außenposition groß auftrumpfend, ließ Volk die Wonnegau-Halle erbeben, als er in der Schlussminute zum 26:24 einnetzte. Der Rest des Wochenendes war der kollektiven Feier des neuen Tabellenführers mit seinen Fans an der Grillstation vorbehalten.

Handball Rheinhessenliga Männer:
TG Osthofen – DJK Sportfreunden Budenheim 2 26:24 (11:8)
TG Osthofen: Björn Bohrer, Gantner; Obenauer (1), Volk (4), Kratz (1), Aul, Kern (1), Silas Höfler, Scherer (6/4), Emde (2), Brahm (3), Popple (1), Wamser (1), Meitzler (6).
Zuschauer: 500.

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Geschrieben in Handball, Sport, Sport-Mix

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