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Zurück auf die Straße

NK im exklusiven Interview mit Jimmy Kelly / Worms-Konzert am 29. Januar um 20 Uhr im Lincoln

BeitragsbildVon Vera Beiersdörfer Jimmy Kelly, vielen bekannt von der Kelly Family, gastiert am Freitag, dem 29. Januar, um 20 Uhr mit seinem neuen Programm „THE STREETKID“ im LincolnTheater in Worms. Karten sind erhältlich u.a. beim Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms sowie bei allen bekannten Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen sowie unter www.jimmykelly.de. Karten kosten im Vorverkauf ab 26,50 Euro zzgl. VVK-Gebühren, an der Abendkasse 30 Euro.
Seit einigen Jahren ist Jimmy Kelly wieder zur Straßenmusik zurückgekehrt und viele Menschen möchten wissen, warum er auf der Straße spielt oder wie es für ihn ist, nach all dem Erfolg mit der „Kelly Family“ wieder in den Fußgängerzonen aufzutreten. Der Nibelungen Kurier hat im Vorfeld mit dem Künstler und Familienvater gesprochen.

NK: Wie war es als Kind in der Kelly Family aufzuwachsen?
J.K.: Als Kind war das ein riesiges Abenteuer. Abgesehen vom Tod unserer Mutter, habe ich schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Musik war unsere Mission und jeder Einzelne war Teil einer wunderbaren Sache. Wir lebten einen starken Zusammenhalt als Familie.

NK: Wie haben Sie den Durchbruch erlebt?
J.K.: Ich konnte mit dem Musikbusiness und dem Erfolg nicht umgehen. Es war eine surreale Zeit. Erst lebten wir 20 Jahre lang als Straßenmusiker und sind durch die Welt getingelt und dann ging alles viel zu schnell. Ich war zwar schon ein junger Mann, als der Kelly Family der kommerzielle Durchbruch gelang, aber mir war das alles zu groß und bedeutete Stress. Ich finde, wir hatten unsere eigentliche Berufung als Band und Familie verloren. Unsere Message als Musiker des Volkes ging verloren. Es folgten absurde Dinge wie der Kauf von Schloss Gymnich. Vorher lebten wir die absolute Freiheit, nun konnten wir nicht mal mehr einfach nach draußen gehen.

NK: In welchem Verhältnis stehen Sie heute zu Ihren Geschwistern?
J.K.: Wir waren zwölf Kinder insgesamt. Heute habe ich noch zu sieben meiner Geschwister Kontakt, was wohl vor allem daran liegt, dass wir weltweit zerstreut leben. In Deutschland sind wir fünf Kelly-Geschwister und wir haben alle Kinder, daher sehen wir uns größtenteils bei Familienfeiern. Aber alle gemeinsam, das gab es wirklich lange nicht mehr. Wir sind alle unterschiedlich und haben andere Lebensphilosophien. Ich z.B. möchte, dass meine Kinder zur Schule gehen. Ich wäre als Kind gern zur Schule gegangen, wer weiß, vielleicht hätte ich dann eine ganz andere Berufswahl getroffen.

NK: Warum sind Sie zu Ihren Wurzeln – der Straßenmusik – zurückgekehrt?
J.K.: Nach dem kommerziellen Erfolg mit den „Kellys” war es immer ein Traum zurück auf die Straße zu kehren. Als mein Vater starb war das dann der Auslöser, es wirklich zu tun. Bei meinen Vater wuchsen wir in einem System auf, in dem jeder seinen Platz hatte. Nach seinem Tod suchte jeder von uns mehr oder weniger seinen persönlichen Weg nach draußen. Klar, gab es da auch Streit. Ich war damals bereits Mitte 30, hatte aber noch nie ein eigenes Konto gehabt. Gage bekamen wir ja auch nicht – für uns war innerhalb der Kelly Family einfach gesorgt. Und plötzlich hieß es Sorge für meine Frau und meine damals beiden Töchter zu tragen. Meine Motivation war schlicht, aber wahrscheinlich die größte Motivation, die es überhaupt gibt: Ich musste meine kleine Familie ernähren und Miete zahlen.

NK: Und wie war es für Sie wieder dort zu spielen, wo Sie einst angefangen hatten und nicht mehr die großen Stadien zu füllen?
J.K.: Es war sehr bizarr. Ich spielte in den gleichen Fußgängerzonen, in denen wir schon als Kinder gespielt hatten. Ich war in Städten unterwegs, in denen ich ein paar Jahre zuvor noch vor abertausenden Menschen auf der Bühne gestanden hatte. Mittlerweile bin ich seit acht Jahren auf der Straße unterwegs und habe gelernt, wie man dort Geld verdient, was anfangs nicht immer direkt gelang.

NK: Die Musiker mit denen Sie heutzutage auf Tour sind, sind auch alles Straßenmusiker?
J.K.: In der Tat habe ich jedes einzelne Bandmitglied auf der Straße kennengelernt. Zum Teil hatten wir uns sogar um die Plätze gestritten (schmunzelt).

NK: Welche besonders schönen, aber auch traurigen Erfahrungen haben Sie auf der Straße gemacht?
J.K.: Oh, es sind unzählig viele Momente, von denen ich auch auf der Tour erzählen werde. Es gibt da nicht das eine herausragende Erlebnis, es ist vor allem die Vielzahl an Geschichten, die man auf der Straße erlebt und die das Leben als Straßenmusiker so genial machen. Besonders schlimm war die Gewalt, die ich dort erfahren habe, aber gleichzeitig war es auch eine besonders schöne Erfahrung zu merken, dass eine Gruppe von Menschen mir beistand.

NK: Welche Musik hören Sie privat?
J.K.: Ich liebe Musik des Volkes. Wenn ich mir eine CD kaufe ist es meist spanische, irische oder andere Folklore. Manchmal höre ich aber auch einfach nur Radiomusik zum Abschalten.


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