Während dem Festakt wurden auch langjährige Mitglieder geehrt.
In einer Feierstunde betrachtete die Arbeiterwohlfahrt vor kurzem ihre 100-jährige Geschichte vor Ort. Bürgermeister Thomas Goller dankte zunächst im Namen der Stadt der Arbeiterwohlfahrt für ihren ehrenamtlichen Einsatz über die lange Zeit. Anlässlich dieses Jubiläums ehrte die Vorsitzende Eleonore Ferino sowohl Inge Reichert für 50 Jahre als auch Annemarie Cleres-Braun und Edeltraud Riedlinger für 30 Jahre Mitgliedschaft.
Eine bewegte Geschichte
In ihrem Vortrag beleuchtete Lilo Hagemann die Entwicklung der AWO. Nach dem ersten Weltkrieg litt die Bevölkerung unter Armut. Pauline Schöfer gründete 1923 die Arbeiterwohlfahrt Osthofen und versuchte zusammen mit engagierten Männern und Frauen aus den Reihen der SPD, die Not zu lindern. In den eingerichteten Nähstuben konnte in Eigenhilfe genäht, gestrickt und geflickt werden.
Nachdem die NSDAP 1933 an die Macht kam, wurde die Arbeiterwohlfahrt verboten und das wenig erarbeitete Geld beschlagnahmt. Pauline Schöfer und Elise Fischer wurden gedemütigt und kamen ins KZ Osthofen. Erneut gelang es Pauline Schöfer und ihren Mitstreitern, die Arbeiterwohlfahrt aufzubauen. An der großen Aufgabenstellung, Hilfsbedürftige auf vielfältige Weise zu unterstützen, hatte sich wiederum nichts geändert. In den neu eingerichteten Nähstuben wurde wieder genäht, gestrickt und geflickt.
Angebote erweitert
Die Hilfsangebote wurden nach und nach erweitert. Waren es anfangs Verteilungsaktionen von Lebensmitteln, Kohlenscheinen, Care-Paketen, Weihnachtspaketen und Ostereiern für Kinder, so kamen später Mutter-Kind-Kuren, dreiwöchige Ferienerholungen, Theaterfahrten und die Möbel- und Kleiderkammer hinzu. Frühjahrskonzerte, Familienfeste, weinfröhliche Nachmittage, Weihnachtsfeiern und regelmäßige Austausche mit dem Dynamic Club Belleneuve aus der französischen Partnergemeinde Mirebellois waren feste Veranstaltungen im Osthofener Veranstaltungskalender.