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  • Do., 29. Oktober 2026, 14:08 Uhr
    LANDKREIS ALZEY-WORMS: Einbürgerungsfeier – bislang 454 Einbürgerungen im Jahr 2026

    102 Menschen erhalten die deutsche Staatsangehörigkeit

    Der Erste Kreisbeigeordnete Christoph Burkhard hat bei einer Feierstunde des Landkreises Alzey-Worms 102 Menschen die Einbürgerungsurkunden überreicht. Die neuen deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger stammen aus insgesamt 29 verschiedenen Ländern. Burkhard vertrat bei der Feier Landrat Heiko Sippel und gratulierte den Eingebürgerten zu diesem bedeutenden Schritt.

    In seiner Ansprache würdigte Burkhard die Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit als bedeutenden persönlichen Schritt. Hinter jeder Einbürgerung stehe eine eigene Geschichte mit unterschiedlichen Herkunftsländern, Lebenswegen, Erfahrungen und Beweggründen. Viele der Eingebürgerten hätten bereits längere Zeit in Deutschland gelebt, gearbeitet, Familien gegründet und sich eine neue Heimat aufgebaut. „Sie alle wollen ein Teil der Gemeinschaft und Gesellschaft sein“, sagte Burkhard.

    „Die Einbürgerung wird nicht geschenkt“

    Die Einbürgerung sei mehr als ein Verwaltungsakt und der Erhalt einer Urkunde. Sie sei ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit und eröffne neue Möglichkeiten, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Zugleich sei sie ein Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit und verbinde Rechte mit Pflichten. „Die Einbürgerung wird nicht geschenkt“, betonte Burkhard. Zu den Voraussetzungen gehörten unter anderem ausreichende Sprachkenntnisse, ein straffreies Leben, die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts sowie die Anerkennung der deutschen Rechtsordnung und Geschichte.

    Mit der deutschen Staatsangehörigkeit eröffnen sich neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe. Dazu zählen insbesondere das Wahlrecht und mehr rechtliche Sicherheit. Als deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind die Eingebürgerten zugleich Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union und profitieren unter anderem von der europäischen Freizügigkeit.

    Teil des Alltags

    Der Erste Kreisbeigeordnete hob hervor, dass der Landkreis von den Menschen lebe, die hier wohnen, arbeiten, sich engagieren und das Gemeinwesen mittragen. Menschen mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten seien längst Teil des Alltags: in Betrieben, Schulen, Vereinen, Feuerwehren und Nachbarschaften. Sie brächten Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen und neue Perspektiven mit. „Diese Vielfalt ist eine Bereicherung“, sagte Burkhard. Entscheidend sei, einander mit Respekt zu begegnen und gemeinsame Verantwortung zu übernehmen.

    Zu den Grundlagen des Zusammenlebens zählten die Würde jedes Menschen, Freiheit, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Respekt. Demokratie lebe davon, dass Menschen ihre Rechte wahrnehmen, sich informieren, unterschiedliche Meinungen aushalten und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Burkhard ermutigte die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger deshalb, die Möglichkeiten der Gesellschaft zu nutzen und sich aktiv einzubringen. Heimat sei nicht allein der Ort, an dem jemand geboren wurde, sondern auch der Ort, an dem Menschen Wurzeln schlagen, sich angenommen fühlen und ihre Zukunft gestalten können.

    Nach dem gemeinsamen Bekenntnis folgte die Übergabe der Einbürgerungsurkunden. Dr. Christoph Brehler, ehemaliger langjähriger Musiklehrer an der Kreismusikschule Alzey-Worms, gestaltete die Feier musikalisch mit Werken von Johann Sebastian Bach. Zum Abschluss sangen die Anwesenden gemeinsam die deutsche Nationalhymne.
    An der Feierstunde nahm auch Derya Dogan, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Migrationshintergrund, teil.

    Die Zahl der Einbürgerungen im Landkreis Alzey-Worms steigt weiter. Während 2024 insgesamt 346 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten, waren es im vergangenen Jahr 422. Im Jahr 2026 wurden bislang bereits 454 Menschen eingebürgert. Eine weitere Einbürgerungsfeier ist für Dezember geplant. Damit setzt sich die Entwicklung steigender Einbürgerungszahlen im Landkreis fort.

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