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Di., 10. Dezember 2013, 23:27 Uhr
Aus der European Trophy wird ab der nächsten Saison die Champions Hockey League mit 40 europäischen Top-Mannschaften
Adler treten 2014 in der Champions League an
Schon bald können die Adler-Fans auch Spiele der Champions Hockey League sehen. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Es ist schon etwas kurios, dass gerade jetzt, wo sich die Mannheimer Adler in einer tiefen Krise in der DEL befinden, über die Teilnahme der Badener an der Champions League gesprochen wird. Aber die Planungen für das europaweite Projekt nehmen natürlich keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten in Mannheim. Und als Gründungsmitglied der Champions Hockey League werden die Adler nächstes Jahr in jedem Fall an dem europäischen Wettbewerb teilnehmen - egal welchen Rang sie in der Tabelle einnehmen.
Es gab schon mehrere Versuche im Eishockey einen erfolgreichen europäischen Wettbewerb wie im Fußball zu kreieren. So gab es von 1965 bis 1997 einen Europapokal, doch der ist nie so richtig ins Laufen gekommen war. Es folgten die European Hockey League die ab 1997 endgültig den Europapokal ablöste und bis ins Jahr 2000 existierte, dann aber eingestellt wurde. Ähnlich erfolglos agierte der European Champions Cup von 2005 bis 2008 und die nur einmal ausgetragene Champions League im Jahr 2009. Von da an gab es nur die European Trophy, die in der Zeit von 2010 bis 2013 ausgespielt wurde. Sie war ein Mix zwischen Saison-Vorbereitungsturnier und Europäischem Wettbewerb. Wobei bei der European Trophy sich nicht die Meister qualifizierten, sondern die Mannschaften, meist Top-Teams ihrer jeweiligen Liga, gesetzt waren. Dies war auch der Grundn, warum die Mannheimer viermal an der European Trophy teilnehmen konnten, obwohl sie in dieser Zeit kein Meister waren.
Champions Hockey League ab 2014/15
Von Beginn an war es aber die Absicht der Akteure, aus der European wieder eine Champions League des Eishockeys zu machen. Aber der Saison 2014/15 soll die Champions Hockey League (CHL) nun an den Start gehen. Auf die letzten Formalien einigte sich nun die CHL-Gründungsgesellschaft mit Sitz in Zürich, bestehend aus den europäischen Spitzen-Clubs (63%), den sechs Gründungs-Ligen (25%) sowie dem Eishockey-Weltverband IIHF (12%).
In der ersten CHL-Saison werden demnach 40 europäische Spitzen-Clubs den „Champions Hockey League“-Sieger ausspielen. Starten wird der Wettbewerb im August kommenden Jahres, der Gewinner wird im Februar 2015 ermittelt. Teilnahmeberechtigt sind jeweils die amtierenden Landesmeister der Gründungsligen aus Schweden, Finnland, Österreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik und Deutschland.
Hinzu kommen die Sieger der Hauptrunde dieser Ligen sowie die 26 Gründungs-Clubs der CHL. Aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind dies Rekordmeister Eisbären Berlin, die Adler Mannheim, der ERC Ingolstadt und die Krefeld Pinguine.
Der CHL-Verwaltungsrat besteht aus einem neunköpfigen Gremium, dem DEL- Geschäftsführer Gernot Tripcke sowie Peter John Lee, Geschäftsführer der Eisbären Berlin angehören. Verwaltungsrats-Vorsitzender ist der Schwede Anders Ternbom.
Details zum Teilnahme-Modus, Zeitplan, Spielterminen, Playoff-Format und zur Auslosung für die Gruppenphase werden im Rahmen des Red Bulls Salute-Turnier , dem European Trophy Finale – vom 19. bis 22. Dezember in der Berliner o2 World bekannt gegeben.
„Das Engagement und die Begeisterung unserer Gesellschafter zeigen, dass die Zeit für diesen Wettbewerb reif war“, sagt CHL-Vorsitzender Anders Ternbom. „Wir freuen uns, dass die Champions Hockey League nach mehr als 17 Monaten intensiver Arbeit nun Realität wird – eine Liga der besten europäischen Clubs, die das Vermächtnis der European Trophy weiterführt.“
„Dies ist ein großer Schritt für das europäische Club-Eishockey und die involvierten Ligen", sagt Gernot Tripcke, CHL-Vorstandsmitglied: „Durch dem einheitlichen und geschlossenen Vorgehen aller Beteiligten, auf dem die Champions Hockey League basiert, wird dieses Projekt grosse Strahlkraft für die nationalen Ligen und ihre Vereine haben. Ähnlich wie bereits in vergleichbaren Ligen im Fußball, Basketball und Handball."
Kein Gewähr für den Erfolg
Ob die CHL aber wirklich ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Dies hängt einerseits daran, dass ein europäischer Wettbewerb im Eishockey nie wirklich populär war. Die Mannheimer Fans etwa wollten schon immer lieber die Kölner Haie und Eisbären Berlin oder in früheren Jahren den SC Riessersee und Landshut als Clubs aus anderen Ländern sehen. Zum anderen hat die CHL zwei riesige Konkurrenten. Dies ist die noramerikansichen NHL und die russiche KHL. Gerade die KHL macht den Europäern das Leben schwer, denn sie drängt immer weiter in den Kontinent hinein. Schon heute spielen in der russischen KHL zahlreiche Clubs aus Kroatien, der Tschechei, der Ukraine, Lettlands und ab der nächsten Spielzeit auch ein finnischer Vertreter. Zu gerne würden würden die Verantwortlichen der KHL Clubs aus Deutschland, der Schweiz und Österreich begrüßen. Aber noch haben diese abgesunken. Ob dies so bleibt, kann bezweifelt werden. Denn ganz so abwegig ist es nicht, dass eines Tages Mannheim, Köln und/oder Berlin in der KHL spielen. Gleiches gilt für Zürich, Stockholm, Mailand oder Wien.
Doch andererseits scheint es denkbar, dass gerade mit Clubs aus aus der Schweiz und Österreich eine gesunde Konkurrenz entsteht. Und natürlcih geht es bei der CHL auch um zusätzlcihe Einnahmen, die alle Top-Clubs gut gebrauchen können, denn schon heute ist es selbst für Mannheim oder Berlin schwierig, wirkliche Spitzenspieler zu verpflichten, denn diese gehen lieber in die KHL oder auch nach Schweden oder Finnland, weil dort mehr gezahlt wird.
Ein Gutes hat die CHL im Hinblick auf Deutschland aber schon bewirkt. Denn dadurch, dass der Gewinner der Punktrunde in die CHL einzieht, wirkt diese Punktrunde aufgewertet und der Gewinn erhält ein ganz anders Gewicht, wie wenn es nur um die Ausgangsposition für die Play-Offs geht.
Die CHL-Gründungsligen mit ihren Gründungs-Clubs auf einen Blick:
Österreich (EBEL): EC Red Bull Salzburg, UPC Vienna Capitals
Tschechische Republik (Tipsport Extraliga): HC Bili Tygri Liberec, HC