Menschen, die auf Grundsicherung über die Stadt Worms angewiesen sind, müssen laut einer Pressemitteilung der Linken im Stadtrat derzeit mehrere Monate auf Hilfe warten. Dies gelte sowohl für Erstanträge als auch Folgeanträge, die Kernleistungen wie die Kosten der Unterkunft betreffen.
Die Wormser Linken-Stadträtin Isabell Lieffertz kritisiert die Situation scharf und fordert: „Es braucht dringend gezielte Maßnahmen wie vorläufige Bewilligungen, um akute Notsituationen abzufedern und soziale Sicherheit zu gewährleisten.“
Der Wormser Linken liege eine aktuelle, automatische E-Mail-Antwort des Teams Grundsicherung im Bereich 5 (Soziales, Jugend und Wohnen) der Stadtverwaltung vor. In dieser heißt es laut der Mitteilung: „Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens beträgt die Bearbeitungszeit derzeit mehrere Monate nach vollständiger Vorlage aller benötigten Unterlagen.“
Für die Linken-Sprecherin Cara Horsch der Partei ist dies ein sozialpolitischer Skandal: „Wer auf Grundsicherung angewiesen ist, kann nicht monatelang warten. Es geht um Miete, Strom, Essen und medizinische Versorgung. Jede Verzögerung bedeutet bittere Armut, Unsicherheit und pure Existenzangst. Besonders Familien trifft diese Ungewissheit mit voller Härte. Es macht mich fassungslos, wie die Stadt zulässt, dass Kindern und Jugendlichen so ihre Zukunft verbaut wird. Diese Not darf nicht durch Behördenstau weiter verschärft werden.“
Um den Umfang der Verzögerungen transparent zu machen, habe Lieffertz bereits eine Stadtratsanfrage eingereicht. Deren Ziel sei es, Klarheit über Bearbeitungszeiten, Rückstände und Ursachen zu erhalten und eine öffentliche Debatte darüber anzustoßen.
Erschwerend zu den langen Bearbeitungszeiten komme hinzu, dass die Online-Antragsstellung aktuell nicht verfügbar ist. Horsch ergänzt: „Gerade Menschen, die ohnehin unter großem Druck stehen, dürfen nicht zusätzlich durch fehlende digitale Zugänge und langwierige Bearbeitungsprozesse belastet werden.“
Lieffertz und Horsch erklären abschließend: „Wir planen für dieses Jahr eine eigene Sozialberatung, um Menschen in Not direkt zu unterstützen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass sich bereits jetzt Betroffene vertrauensvoll an uns wenden. Wir möchten alle, die Hilfe brauchen, ermutigen, unsere Unterstützung ebenfalls in Anspruch zu nehmen.“
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