
Den süddeutschen Zuckerrübenanbauern droht eine historische Missernte. Wochenlange Hitze, extreme Trockenheit und ein hoher Krankheitsdruck haben die Rübenbestände massiv geschädigt. Bereits in seiner vorangegangenen Einschätzung hatte der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (VSZ) vor erheblichen Ertragseinbußen gewarnt. Die aktuell laufenden zweiten Proberodungen zeigen nun: Selbst diese bereits deutlich reduzierten Erwartungen müssen nochmals nach unten korrigiert werden.
In besonders stark betroffenen Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Franken, werden die Felder zum Teil kaum noch Ertrag bringen bzw. kann ein Totalausfall eintreten. Auch Regen wird die Situation dieser Rübenschläge nicht mehr verbessern. Sogar auf traditionell ertragsstarken Lössstandorten Süddeutschlands sind die Wasservorräte im Boden erschöpft. Hinzu kommen erhebliche Schäden durch Blattkrankheiten wie Cercospora und durch die sich immer weiter ausbreitende bakterielle Infektion SBR/Stolbur, die durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird.
Der VSZ rechnet mit der niedrigsten Zuckerrübenmenge seit der Wiedervereinigung. Besonders drastisch ist, dass geringe Niederschläge die Situation sogar noch verschlechtern können. Die Rüben werden diesen Regen dann allein für ihre Regeneration nutzen und den bereits gebildeten Zucker zum Wachstum neuer Blätter verwenden. Selbst ergiebige Niederschläge werden in den kommenden Wochen
erwartete Ernteverluste nicht mehr ausgleichen können.
Die Kombination aus extremer Trockenheit, lang anhaltenden Hitzewellen sowie außergewöhnlich hohem Krankheits- und Schädlingsdruck stellt die süddeutschen Rübenanbauer vor eine noch nie gesehene Belastungsprobe.
Dr. Stefan Streng, Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer: „Viele unserer Anbauer erleben einen Alptraum aus Dürre, Hitze und Krankheiten. Die Ernteverluste sind in vielen Regionen bereits eingetreten. 2026 droht als eines der schwierigsten und bittersten Rübenjahre in die Geschichte des süddeutschen Zuckerrübenanbaus einzugehen. Selbst steigende Zuckerpreise können die Verluste
nicht mehr ausgleichen.“