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  • Do., 20. August 2026, 12:13 Uhr
    LANDWIRTSCHAFT: Rübenanbau in historischer Krise / Selbst Regen wird Ernte nicht mehr retten

    „Alptraum aus Dürre, Hitze und Krankheiten“

    Die Hitzewelle und fehlende Niederschläge lassen die Zuckerrübenpflanzen zusammenbrechen – das macht sie zudem anfälliger für Krankheiten. Den aktuellen Regen nutzt die Pflanze für ihre Regeneration und verwendet bereits gebildeten Zucker zum Wachstum neuer Blattmasse. Die drastischen Ernteverluste können also nicht mehr ausgeglichen werden.
    Foto: Dr. Christian Lang

    Den süddeutschen Zuckerrübenanbauern droht eine historische Missernte. Wochenlange Hitze, extreme Trockenheit und ein hoher Krankheitsdruck haben die Rübenbestände massiv geschädigt. Bereits in seiner vorangegangenen Einschätzung hatte der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (VSZ) vor erheblichen Ertragseinbußen gewarnt. Die aktuell laufenden zweiten Proberodungen zeigen nun: Selbst diese bereits deutlich reduzierten Erwartungen müssen nochmals nach unten korrigiert werden. 

    In besonders stark betroffenen Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Franken, werden die Felder zum Teil kaum noch Ertrag bringen bzw. kann ein Totalausfall eintreten. Auch Regen wird die Situation dieser Rübenschläge nicht mehr verbessern. Sogar auf traditionell ertragsstarken Lössstandorten Süddeutschlands sind die Wasservorräte im Boden erschöpft. Hinzu kommen erhebliche Schäden durch Blattkrankheiten wie Cercospora und durch die sich immer weiter ausbreitende bakterielle Infektion SBR/Stolbur, die durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird.

    Negative Erwartungen

    Der VSZ rechnet mit der niedrigsten Zuckerrübenmenge seit der Wiedervereinigung. Besonders drastisch ist, dass geringe Niederschläge die Situation sogar noch verschlechtern können. Die Rüben werden diesen Regen dann allein für ihre Regeneration nutzen und den bereits gebildeten Zucker zum Wachstum neuer Blätter verwenden. Selbst ergiebige Niederschläge werden in den kommenden Wochen
    erwartete Ernteverluste nicht mehr ausgleichen können.

    Bitteres Rübenjahr

    Die Kombination aus extremer Trockenheit, lang anhaltenden Hitzewellen sowie außergewöhnlich hohem Krankheits- und Schädlingsdruck stellt die süddeutschen Rübenanbauer vor eine noch nie gesehene Belastungsprobe. 

    Dr. Stefan Streng, Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer: „Viele unserer Anbauer erleben einen Alptraum aus Dürre, Hitze und Krankheiten. Die Ernteverluste sind in vielen Regionen bereits eingetreten. 2026 droht als eines der schwierigsten und bittersten Rübenjahre in die Geschichte des süddeutschen Zuckerrübenanbaus einzugehen. Selbst steigende Zuckerpreise können die Verluste
    nicht mehr ausgleichen.“

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