
In Worms erfahren zahlreiche Frauen und Kinder Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Gewalt beginnt nicht erst beim Schlag – sie kann auch psychisch, sexualisiert oder ökonomisch ausgeübt werden und dient dazu, Macht und Kontrolle über die Beziehungspartnerin zu haben. Für die Betroffenen sind Angst, Isolation und ein Gefühl der Hilflosigkeit die Folge. Unterstützung gibt es jedoch – kompetent, vertraulich und auf Wunsch anonym bei lokalen Einrichtungen.
Eine davon ist das Frauenhaus Worms des DRK-Kreisverbandes Worms mit einer angegliederten Frauenberatungsstelle. Das Frauenhaus bietet Frauen und ihren Kindern Schutz und Unterkunft, wenn sie von Gewalt bedroht oder betroffen sind. Neben einem sicheren Aufenthaltsort erhalten die Bewohnerinnen individuelle Beratung und Unterstützung auf ihrem Weg aus der Gewalt.
Die Frauenberatungsstelle berät Frauen, die Gewalt erlebt haben, unabhängig davon, ob sie im Frauenhaus wohnen oder nicht. Gewalt umfasst nicht nur körperliche Übergriffe, sondern auch Einschüchterung, Demütigung und gezielte Manipulation. Auch nach einer Trennung hält die Gewalt für viele Betroffene an. Die Mitarbeiterinnen unterstützen dabei, das Erlebte einzuordnen und wieder zu Selbstbestimmung und Sicherheit zu finden.
Die Wormser Interventionsstelle bietet proaktive Unterstützung speziell für Frauen nach einem Polizeikontakt. Sie begleitet betroffene Frauen auch, wenn die Gewalt nicht körperlich stattgefunden hat. Dazu gehören digitale Gewalt, Stalking, psychische, wirtschaftliche und seelische Gewalt. Frauen erfahren hier eine Schutz- und Sicherheitsplanung, werden über ihre rechtlichen Möglichkeiten informiert und in weitere Hilfeangebote vermittelt.
Der Warbede Frauennotruf Worms ist auf sexualisierte Gewalt und ihre vielfältigen Auswirkungen spezialisiert. Die Fachstelle berät Frauen, Mädchen sowie trans-, inter- und nicht-binäre Personen ab 14 Jahren sowie ihre Bezugspersonen und Fachkräfte. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Neben der individuellen Begleitung gehören Prävention und politische Interessenvertretung zum Angebot.
Der Kinderschutzdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind – sei es körperlich, seelisch oder sexualisiert. Die Fachkräfte beraten vertraulich, vermitteln weitere Hilfen und unterstützen auch Bezugspersonen in der stabilisierenden Begleitung.
Gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Worms arbeiten diese Einrichtungen in einem Netzwerk das ganze Jahr über gegen alle Formen von Partnerschaftsgewalt und sexualisierter Gewalt.
„Gewalt ist nie ein Ausdruck von Liebe. Wir sollten heute deshalb nicht nur Rosen und Herzen verschenken, sondern auch hinschauen, wo Hilfe gebraucht wird. Für Menschen in gewaltbelasteten Beziehungen kann das Angebot dieser lokalen Stellen der erste Schritt in ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben sein“, betont Gleichstellungsbeauftragte Jasmine Olbort das Anliegen der Unterstützungseinrichtungen zum Valentinstag.
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