
Der Gesangverein Concordia 1883 Worms-Abenheim e.V. hat seine Ziele als „Kulturbotschafter der Stadt Worms“ während seiner Konzertreise in New Orleans voll erfüllt. Mit 13 Gesangsauftritten u.a. bei kulturellen, sozialen und gemeinnützigen Organisationen, war dies keine Urlaubreise.
Anfangs war den Sängern noch nicht klar, wie die Südstaatler in „Big Easy“ (New Orleans) auf den urtypischen deutschen Gesang reagieren würden. Das Flair im French Quarter war ungewöhnlich. Auffällig war die Musik, die im Vorbeigehen aus unzähligen Bars zu vernehmen war und die zahlreichen Musikbands, die mitten auf der Straße Jazz, Dixi oder Zydeco (Cajun-Musik) spielten.
Dennoch startete der Chor am Jackson Square mit zunächst wenigen Zuhörern in der Öffentlichkeit, während sich diese anschließend vor Lafitte’s Blacksmith Bar mehr als vervierfachten. Alle Lieder wurden per Handy dokumentiert, während Klaus Boxheimer, von der Straßenmitte aus, zwischen schleichendem Verkehr die Truppe mit schwungvollem Körpereinsatz dirigierte.
Das erste große Benefiz-Konzert am 3. November in der St. Josefs Kirche in Gretna, New Orleans verantwortete das German-American Cultural Center and Museum für zwei Kirchengemeinden, welche mit den Spenden Kirchenprojekte finanzieren. Geladen war auch der Vertreter der Wormser Städtepartnerschaft aus der Stadt Mobile, Alabama.
Tosender Applaus
Die Stimmen der sensibilisierten Sänger wurden von einer bisher nie vernommenen Akustik getragen. Die Anspannung entlud sich mit dem „8. Psalm“. Tosender Applaus begeisterter Zuhörer nach 110 Minuten, mit Händeschütteln und Danksagungen. Sie hatten bisher noch nie einen Chor erlebt, der ohne Technik, Piano und die Sänger ohne Noten aufgetreten waren – sieht man von der Stimmgabel des Dirigenten ab.
Das zweite Konzert erfolgte in der ältesten Kathedrale in den USA, der St. Louis Kathedrale in New Orleans. Das Singen Externer ist normalerweise dort nicht erlaubt. Besucher aus aller Welt waren angetan von diesem Gesang.
In den nächsten Tagen trat die Concordia zu ca. 40-minütigen Gesangsauftritten in unterschiedlichen Altenheimen, im Veteranen Heim und in einer Kinderklinik in New Orleans an. Die richtige Auswahl des urtypischen deutschen Liedguts bis hin zu modernen Songs in die Ohren ehemaliger Auswanderer und deren Nachkommen in New Orleans belohnten die Zuhörer mit Tränen, Küsschen, Mitsingen, Händeschütteln und einer Welle der Dankbarkeit. Auch Patricia Lacoste dankte der Chor für die großartige Organisation in den USA mit einem Hauskonzert und der Ernennung zum Ehrenmitglied der Concordia.
Beim Abschlusskonzert im gefüllten Konzertsaal des „Deutschen Hauses“ in New Orleans entzückte der Dirigent Klaus Boxheimer mit einer Auswahl aus 43 Songs. Nach Verabschiedung des Chors und Songs wie „Mit 66 Jahren“ und „Über den Wolken“, wollte man den Chor nicht mehr von der Bühne lassen. Unter Lobeshymnen folgte wie so oft das wohltuende Bad in der Menge.
Dass die Concordia bei dieser Reise alles richtig gemacht hat, ist damit begründet, dass das Management des Deutschen Hauses für das 100-Jährige in 2029 bereits angefragt hat, ob sie singt – Concordia, Chor and more.
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