100 Teilnehmer bei 16. Internationaler Keilriemenfahrt Rheinhessen am 1. Mai / Geschichten und viel Arbeit
„Dabeisein und Ankommen ist alles!“
Start frei für die Keilriemenfahrt durch Rheinhessen in Osthofen am Sonntag. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser
Es ist laut, es riecht nach Benzin und Öl, aber der Anblick von 100 historischen Motorrädern entschädigt die Zuschauer für „Lärm und Gestank“. Teilnehmer aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Schottland und der Schweiz machen sich um Punkt 10 Uhr, nachdem Verbandsbürgermeister Walter Wagner und Osthofens Bürgermeister Thomas Goller die Startfahne geschwungen haben, auf den Weg der ersten Etappe die vom Borntaler Hof 55 Kilometer durch Rheinhessen führt. Nach ca. einer Stunde und 15 Minuten kamen die ersten historischen Motorräder in Alzey beim GTÜ/GFÜ in an, der auch einer der größten Unterstützer der Keilriemenfahrt sind. Nach einer kurzen Pause ging es von Alzey über Alsheim zurück nach Osthofen, wo die Fahrer sich auf dem Borntaler Hof erst einmal stärken können, bevor es gegen 14 Uhr auf die 35 Kilometer lange zweite Etappe ging. Diese führte über Hamm nach Gimbsheim, wo im „Zum Bagger“ wieder kurz durchgeschnauft werden kann. Dann ging es über Guntersblum, Alsheim und Mettenheim zurück nach Osthofen, wo im Borntaler Hof gegen 15.30 Uhr die ersten Motorräder am Ziel erwartet wurden.
Motorräder einwandfrei in Schuss
Es geht hierbei nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, wieder am Ziel anzukommen. Nach dem Motto „Dabeisein und Ankommen ist Alles!“ Die Motorräder, mit einem Baujahr von 1901 bis 1924, sind teilweise schließlich über 100 Jahre alt. Technisch sind sie einwandfrei in Schuss, werden aber meistens optisch in dem Zustand gelassen, wie die Besitzer sie entdeckt, gefunden oder aufgespürt haben, damit so viel Originalität wie möglich erhalten bleibt. Über 50 verschiedenen Fahrzeugmarken – Namen die für viele Zuschauer, die sich beim Start versammelt haben, „neu“ und das erste Mal auf der Straße zu sehen waren – sind eine der Besonderheiten bei der Keilriemenfahrt Rheinhessen. Willy Hof, der den Start moderierte, hatte für jeden Starter ein paar kurze Worte. Besonders die Geschichte der Startnummer 30, eine Williamson Watercooled Baujahr 1913 mit 1000 ccm ist einmalig. Der Besitzer und Fahrer Harry de Boer aus den Niederlanden hat die Maschine in Neuseeland bei einem Farmer entdeckt und in Einzelteilen aus verschiedenen Scheunen und Schuppen zusammengesucht. Wahrscheinlich gibt es von diesem Motorrad gerade noch 10 Stück auf der Welt. Alle startenden Motorräder haben eine Geschichte und es stecken viele Stunden Arbeit hinter diesem „Hobby“.
Wonnegau-Tour als Idee geboren
Die Initiatoren der Keilriemenfahrt Rheinhessen, Heiner und Timo Rohrwick, nehmen selbst an der touristischen Zuverlässigkeitsfahrt teil. So antworten Ehefrauen der beiden Motorrad-Sammler auf die Frage, wie man auf so eine Idee kommt. „Mein Mann Heiner, der selbst historische Motorräder fährt, hat bei einigen solchen Fahrten teilgenommen und wollte irgendwann mal selbst eine solche Tour durch den schönen „Wonnegau“ veranstalten“, sagt Ilse Rohrwick. Der Erfolg gibt Heiner und Timo Rohrwick recht. Bleibt zu hoffen, dass das sogenannte „Besenfahrzeug“ welches am Ende die Strecke abfährt um die liegengebliebenen Motorräder und Fahrer/innen einzusammeln, nicht viel zu tun haben wird. (Anette Bodderas-Schwarz/„Die Knipser“)