
In der Früh fängt es manchmal an, dass der Himmel ohne Vorwarnung auf dich herunterstürzt. Die Frau hat zu wenig oder zu viel geschlafen. Sie redet drauflos. Unter einer Lawine aus Wörtern wirst du verschüttet. Da hast du noch keinen Schluck Kaffee getrunken. Du bist froh, dass die Erdanziehungskraft funktioniert, und warst gerade dabei, deine Finger zu zählen. Schlimm an der Situation ist die hohe Geschwindigkeit, mit der die Wörter gesprochen werden. Schlimm ist das Gerenne der Mitmenschen in den Straßen, das Rasen der Traktoren über die Felder, die Hochgeschwindigkeit, mit der die Nachrichten und Katastrophen blitzen und donnern.
Es ist einige Jahre her, dass der Egers einmal in einer Küche gearbeitet hat. Die Küchenchefin hat in kurzer Zeit dreihundert Mal zu ihm gesagt, dass er sich beeilen soll. Der Egers hat es versucht. Aber es ging nicht schneller. Der Egers ist langsam. Er schneidet Zwiebeln langsam, denkt langsam und spricht meistens nicht besonders schnell. In dieser Langsamkeit hat er auch das neue Programm geschrieben. Das hat sehr lange gedauert.
Mit einer trägen Wucht stemmt sich der Kabarettist darin gegen die Schnelligkeit der Welt. Der ganze Abend feiert die Langsamkeit, und deswegen werden auch die Geschichten nicht in erhöhtem Tempo vorgetragen. Aber es kann gut sein, dass der Egers einmal eine Wut bekommt. Er regt sich ja oft einmal auf wegen allem und nichts.
Egersdörfer tritt am Mittwoch, dem 18. November, um 20 Uhr im LincolnTheater auf.
Der Eintrittspreis beträgt 23 Euro (an der Abendkasse 25 Euro). Die Veranstaltung musste vom 30. April auf dieses Datum verlegt werden. Erhältlich sind die Tickets ab sofort u.a. beim Nibelungen Kurier, Siegfriedstraße 22 in 67547 Worms, sowie bei allen weiteren bekannten Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen.