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  • Fr., 13. Dezember 2013, 22:46 Uhr
    Die Mannheimer sind nach der fünften Pleite in Folge auf Rang sieben abgerutscht / Frage nach personellen Konsequenzen werden lauter

    Desolate Adler erhalten 1:5 Klatsche in Ingolstadt

    Adler-Stürmer Jon Rheault erzielte den einzigen Treffer für die Mannheimer. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler wollten sich am Freitagabend aus der Krise kämpfen. Doch es sollte ganz anders kommen. Am Ende hieß es in der DEL-Partie Ingolstadt gegen Mannheim 5:1 (0:0/1:1/4:0) für die Oberbayern. Damit haben die Badener die letzten fünf Spiele in Folge verloren und rutschten auf einen enttäuschenden siebten Tabellenplatz ab.

    Die Mannheimer konnten in Ingolstadt zwei Drittel lang gut mithalten, dann fielen sie nach zwei Gegentoren restlos auseinander und vermittelten dem Beobachter einen desolaten, von tiefer Depression geprägten Eindruck. Besonders enttäuschend dabei die so genannten Führungsspieler wie Hecht und Ullmann. Wobei es andererseits falsch wäre die Talfahrt an ihnen festzumachen, vielmehr versagt die Mannschaft als Kollektiv. Woran es liegt, dass die Adler so vollkommen aus der Spur geraten sind, ist die zurzeit wohl meist gestellte Frage in der Quadratestadt. Ein Blick auf das Endergebnis von 1:5 in Ingolstadt macht die Antwort leicht. Die Stürmer treffen nicht und die Abwehr kassierte, zumindest in Ingolstadt, zu viele unnötige Tore. Besonders eklatant die Schussschwäche der Adler. Und dies seit Saisonbeginn. Der Aufwand den Angreifer betreiben und die Anzahl der geschossen Tore steht in einem krassen Missverhältnis. Ein Blick auf die Statistik belegt das Gesagte. So schoss Mannheim in Ingolstadt 23 mal auf das Gehäuse der Oberbayern und erzielte einen Treffer, Ingolstadt schoss hingen 25 mal aus Mannheimer Gehäuse, markierte dabei aber fünf Treffer. Und diese mangelhafte Effizienz zieht sich seit Saisonbeginn durchs Adler-Spiel.

    Zu der Misere der Stürmer kommt das schwächste und schlechteste Überzahlspiel, das wohl je ein Mannheimer Mannschaft gezeigt hat. Hier wird zu kompliziert gespielt, die Verantwortung auf den Nebenmann abgegeben und viel zu wenig geschossen. Aber nicht nur, dass die Mannheimer in Überzahl keine Tore erzielen, sondern sie kassieren in Überzahl sogar noch regelmäßig Gegentore. So auch wieder beim 1:1 Ausgleichstreffer für die Oberbayern in Ingolstadt.

    Dazu kommen die vielen unnötigen Strafzeiten der Mannheimer. Besonders Dominik Bittner ist mit seinem undisziplinierten Verhalten hier in Ingolstadt hervorzuheben. Er saß alleine dreimal auf der Strafbank. Und auf der Strafbank gewinnt man bekanntlich keine Spiele. Aber diese alte Eishockey-Weisheit scheint den Adlern unbekannt zu sein. Insgesamt kassierte Mannheim in Ingolstadt 14 Strafminuten, die Oberbayern saßen hingen nur sechs Minuten auf dem Sünderbänkchen.

    Stellt sich nun die große Frage, wie geht es in Mannheim weiter? Am Sonntag müssen die Adler um 16:30 Uhr in Straubing antreten. Sollte auch diese Partie verloren gehen, sind in der nächsten Woche personelle Konsequenzen nicht mehr auszuschließen bzw. wohl sogar wahrscheinlich. In erster Linie dürfte dies Trainer Harold Kreis treffen. Sein Job scheint an einem seidenen Faden zu hängen. Am Sonntag wird Trainer Harold Kreis wohl noch als Coach auf der Bank sitzen, aber die Diskussionen um seine Person werden immer lauter. Die Frage ist, erreicht er die Mannschaft noch. Die andere Frage ist natürlich, sind überhaupt geeignete Trainer auf dem Markt? Denn nur einen Coach abzuschießen, damit ist es nicht getan.

    Und  was ist mit der Mannschaft? Auch sie darf man nicht aus der Verantwortung entlassen, denn sie steht letztlich auf dem Eis. Gerade die so genannten Leadern, die in der Krise sichtbar sein sollten, tauchen eher ab als auf.

    Gelingt es nicht rasch den Hebel in Mannheim umzulegen, könnte den Adler eine erneute, vollkommen verkorkste Spielzeit ins Haus stehen. Viele Fans sind jetzt schon restlos frustriert und enttäuscht. Und dies in einer Eishockeystadt wie Mannheim.

     

    Chronologie:

    1. Drittel
    Es war ein langweiliger erster Abschnitt. Beide Teams konzentrierten sich in auf die Defensive und so waren Torszenen Mangelware. Mannheim extrem vorsichtig, um nur ja kein Tor zu erhalten. Und auch Ingolstadt glänzte in keiner Phase des Drittels durch besondere Angriffsleistungen. Dass der Abschnitt 0:0 endete war leistungsgerecht, zeigt in seiner Torlosigkeit aber auch wie wenig Rasse das Spiel besaß.

    2. Drittel
    Der zweite Abschnitt begann für die Adler denkbar schlecht. Nach nur sieben bzw. neun Sekunden wanderten die beiden Adler Simon Gamache und Denis Reul quasi zeitgleich auf die Strafbank, sodass Ingolstadt zwei Minuten lang mit 5:3 Feldspieler agieren konnten. Doch überstanden die Mannheimer diese brenzlige Phase unbeschadet. In der Folge war die Partie ausgeglichen, doch nahmen die Adler die Zügel mehr und mehr in die Hand und bestimmten das Geschehen auf dem Eis. Der verdiente Lohn war in der 35. Minute die 1:0 Führung durch Jon Rheault. Man spürte förmlich, wie den Adlern eine Tonnenlast von den Schultern fiel. Ab der 38. Minute agierten die Badener dann in Überzahl und spielten mit einem Mann mehr auf dem Eis. Und wieder passierte das Unglaubliche, nicht die numerisch überlegenen Mannheimer markierten einen Treffer, sondern Ingolstadts Robert Sabolic erzielte den 1:1 Ausgleich. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen.

    3. Drittel
    Die Partie plätscherte zunächst ohne wirkliche Offensivszenen dahin. In der 46. Minute dann wie aus dem Nichts ein Konter der Ingolstädter, den John Lalibert zur 2:1 Führung für Ingolstadt abschloss. Als Dominik Bittner wieder einmal auf der Strafbank saß, erzielte Derek Hahn in der 55. Minute das 3:1 für die Oberbayern. Nur rund 30 Sekunden später gar das 4:1 durch Robert Sabolic für die VW-Städter, was der endgültige Todesstoß für Mannheim war. Als wieder ein Adler auf der Strafbank saß, diesmal Florian Kettemer, schoss Alexander Oblinger das 5:1 für Ingolstadt. Dies war auch der Endstand.

     

    ERC Ingolstadt : Mannheim 5:1 (0:0/1:1/4:0)

    Tore: 0:1 (34:08) Rheault (Reul) – EQ; 1:1 (38:00) Sabolic (Hahn) - SH1; 2:1 (45:56) Laliberte (Hahn/Köppchen) - EQ; 3:1 (53:33) Hahn (Laliberte/Ficenec) - PP1; 4:1 (54:07) Sabolic (Hager/Oblinger) - EQ; 5:1 (55:33) Sabolic (Oblinger/Periard) - PP1

    Schiedsrichter: Aicher / Aumüller

    Strafzeiten: Mannheim 14 – Ingolstadt 6

    Zuschauer: 3.800

    Torschüsse: Mannheim 23 – Ingolstadt 25

     

    Aufstellung:

    Mannheim: Brückmann (Endras) – Reul, Vernace, Fischer, Kettemer, Goc, Bittner – Rheault, Ullmann, Gamache, Buchwieser, Hospelt, Hecht, Mauer, Lehoux, Plachta, Höfflin, Kink, Arendt, El-Sayed

    Ingolstadt:  Pielmeier (Janka) – Periard, Conboy, Hambly, Köppchen, Ficenec, Dinger -  Laliberte, Hahn, Thurnbull, Gawlik, Greilinger, Bouck, Sabolic, Hager, Oblinger, Patocka, Barta, Boucher

     
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