
Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn ist saisonbedingt durch das Auslaufen von befristeten Verträgen sowie durch die typische Winterarbeitslosigkeit in den Außenberufen durchaus üblich. Doch so stark wie in diesem Jahr stieg die Arbeitslosigkeit in Worms seit vielen Jahren nicht mehr an. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,2 Prozent.
Der Bestand an Arbeitslosen weist damit den höchsten Wert des Monats Januar seit geraumer Zeit auf. Dies betrifft nahezu alle Personengruppen.
„In den Zahlen spiegeln sich immer deutlicher die Auswirkungen der anhaltend schwachen Wirtschaftslage“, so Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit haben gegenüber dem Vormonat um fast 37 Prozent zugenommen. Gleichzeitig ist die Zahl derjenigen, die aus der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt zurückfinden, seit geraumer Zeit rückläufig.“
Auch deutlich weniger Stellenmeldungen verzeichnete die Agentur im Januar. Damit sinkt der Gesamtbestand an Stellen immer weiter ab. Angebote kamen vor allem aus dem Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor. Zur Unterstützung der Personalsuche empfiehlt Decker, offene Stellen der Agentur zu melden oder direkt in die Jobbörse einzustellen. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist eine der meistgenutzten Stellenplattformen in Deutschland, mit einer monatlichen Reichweite von über 6,5 Millionen Besuchern.
Die Geschäftsstellenleiterin weist außerdem darauf hin, dass konjunkturell bedingte Schwächephasen in einem Unternehmen nicht zwingend Entlassungen nach sich ziehen müssen. Vielmehr biete das Kurzarbeitergeld eine gute Möglichkeit, diese Phasen zu überbrücken. „Dadurch können bewährte Mitarbeitende im Betrieb gehalten werden“, erklärt Decker.
„Sind sie einmal gekündigt, findet man angesichts der nach wie vor angespannten Fachkräftesituation unter Umständen nur schwer neues Personal.“ Erste Anlaufstelle zum Kurzarbeitergeld erhalten Betriebe beim Arbeitgeber-Service der Wormser Arbeitsagentur. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig zu erwähnen, dass Betriebe, deren Mitarbeitende bereits im Jahr 2025 im Kurzarbeitergeld-Bezug waren, u.U. von einer verlängerten Sonderregelung profitieren, durch die sie bis zu maximal 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten könnten. Hier sollte aber eine individuelle Beratung in Anspruch genommen werden.
Im Januar waren in Worms bei der Dienststelle der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 5.111 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 198 mehr als im Vormonat und 129 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit ist in Worms im Januar gestiegen. 4.422 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 262 Personen mehr (6 Prozent) als im Dezember und 209 Personen bzw. 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,2 Prozent und lag mit 0,5 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,9 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.592 Personen (145 Personen mehr als im Vormonat und 197 Personen mehr als vor einem Jahr).
Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.830 Arbeitslose registriert (117 Personen mehr als im Vormonat und 12 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 64 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 962 Personen arbeitslos. Davon kamen 447 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 699 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 182 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 97 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (47 weniger als im Vormonat und 5 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen. Aktuell befanden sich damit 789 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Beitrag aus der Rubrik