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  • Di., 18. Februar 2014, 07:36 Uhr
    Ein Quartett, das mithelfen soll, den Klassenerhalt noch zu erreichen, im Kurzportrait

    Die Neuen beim Regionalligisten VfR Wormatia Worms

    Die Erfahrung von Torhüter Nulle könnte ganz wichtig werden. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL  Nach den Abgängen von Kapitän Carsten Sträßer, dem langjährigen Kapitän Sandro Rösner (SC Hauenstein) und Markus Müller (Offenbacher Kickers), den Perspektivspielern Damian Kaminski und Benjamin Vali sowie dem langzeitverletzten Torhüter Rainer Adolf waren die Wormatia-Verantwortlichen in der Winter-Wechselperiode damit beschäftigt, die Löcher im Kader wieder aufzufüllen.

    Nicht gerade einfach, denn vom sportlichen Gesichtspunkt her ist es gewiss nicht einfach gewesen, Spieler für den extrem abstiegsbedrohten VfR Wormatia zu gewinnen. Alles hat seinen Preis und geschah zusätzlich besonders nach zwei Gesichtspunkten. Zum einen mussten diese bezahlbar und ehrgeizig sein und zum anderen nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich positiv in die Mannschaft passen. Denn nur wenn alle Spieler an einem Strang ziehen, könnte es möglich sein, in der nächsten Saison wieder in der Regionalliga Südwest zu spielen. Da sind von allen Spielern stets 100 Prozent bei den noch ausstehenden 15 Spielen gefordert. Da muss alles funktionieren.

    Torhüter Carsten Nulle
    Stand Rainer Adolf beim ersten Testspiel im neuen Jahr gegen den TSV Gau-Odernheim trotz mehrwöchiger Verletzungspause im Tor, so kam nur wenige Tage später die Hiobsbotschaft, dass der Keeper in Frankfurt am Sprunggelenk sofort operiert werden musste und nach einem zweiten Eingriff wohl vor Ende der Saison nicht mehr einsatzfähig sein wird. Da war guter Rat teuer, denn gute, bezahlbare und erfahrene Torhüter waren nicht gerade im Übermaß auf dem Platz. Umso besser als bekannt wurde, dass der bisherige Kapitän und Torhüter Carsten Nulle vom Ligarivalen KSV Hessen Kessel frei war.

    Ein erfahrener Keeper mit langjährigen Zweitligaerfahrungen beim SV Waldhof, RW Oberhausen, SC Freiburg und SC Paderborn. Bundesweites Aufsehen erregte Carsten Nulle im Jahr 2010 beim FC Carl Zeiss Jena, als er im Spiel gegen den VfL Osnabrück in der Schlussminute bei einer Ecke nach vorne eilte und zum 1:1-Ausgleich einköpfte. 2012 wechselte der 1,91 m große Torhüter nach Hessen Kassel und war dort Mannschaftskapitän. Doch der dritte Trainer in der Saison 2013/2014 in Kassel, das ähnlich wie der VfR Wormatia die hoch gesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllen konnten, sortierte den Keeper aus und Wormatia kann froh sein, neben dem jungen Lucas Menz einen so erfahrenen Torhüter zu haben. In den Spielen für Hessen Kassel zählte Carsten Nulle mit als das größte Hindernis für Wormatia-Tore.

    Als große Hoffnung wurde Alan Stulin als der neue Sechser im Konzept von Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen verpflichtet. Foto: Klaus Diehl


    Alan Stulin als neuer Sechser ausgesucht 
    Der 23 Jahre alte Deutsch-Pole kam im Jahr 2007 vom SV Edenkoben zum 1. FC Kaiserlautern und war drei Jahre lang nicht nur Stammspieler mit fast 100 Einsätzen bei der U23 des Bundesligisten und unterschrieb auch 2010 einen Profivertrag bei den „Roten Teufel“, ohne aber jemals eine Chance in der 1. Bundesliga zu erhalten. So wechselte er in seine polnische Heimat zum dortigen Zweitligisten GKS Belchatow. Von dort kehrte er im letzten Jahr wieder nach Deutschland zurück und hielt sich bereits mehrere Wochen vor dem Jahreswechsel beim Training des VfR Wormatia fit. Für Trainer Hans-Jürgen Boysen die wichtige Besetzung für die Sechser-Position. Doch das Verletzungspech schlug beim Testspiel gegen TuS Mechtersheim wenige Minuten vor Schluss so heftig zu, dass Alan Spieler wohl noch einige Wochen mit einem Bänderriss im Knöchel ausfallen wird. Ein schwerer Schlag für die Mannschaft und den Trainer.

    Tufan Tosunoglu zeigte sich in den Vorbereitungsspielen immer stärker, doch musste er zuletzt wegen einer Kniereizung kürzer treten. Foto: Klaus Diehl


    Tufan Tosunoglu will mit Wormatia wieder nach oben 
    Der Offensiv-Fußballer mit Regisseur- und Vorlagen-Qualitäten erhielt sein Fußball-Rüstzeug in der Jugend von Eintracht Frankfurt, ehe er im letzten Junioren-Jahr zur U19 nach Duisburg zum dortigen MSV wechselte und anschließend in der dortigen Oberliga-Mannschaft als Vollender von 19 Toren auftrat.

    Im Jahr 2008 erhielt er seinen ersten Profivertrag bei den Offenbacher Kickers. Im Jahr 2010 zerschlug sich letztlich nach dem Veto von Trainer Thomas Tuchel ein Profivertrag beim FSV Mainz 05.

    Den bekam er beim Zweitligisten FSV Frankfurt gleich für drei Jahre. Doch im Jahr 2012 bremste ein Kreuzbandriss jäh seine sportliche Karriere und er wechselte letztes Jahr zum Regionalliga-Aufsteiger SVN Zweibrücken um wieder Spielpraxis zu bekommen. In einem mehrwöchigen Probetraining beim VfR Wormatia wurden immer mehr seine fußballerischen Qualitäten sichtbar und er unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni dieses Jahres. Doch ob er am Freitag beim FC Homburg wird auflaufen können, kann nur sein durch viel Training und Vorbereitungsspiele etwas gereiztes Knie beantworten.

    Auf Marcel Kunstmann (Mitte), die obige Szene zeigt ihn im Zweikampf mit dem Ex-Wormaten Sandro Rösner (SC Hauenstein), ruhen die Hoffnungen für mehr Tore als im bisherigen Saisonverlauf. Foto: Klaus Diehl


    Marcel Kunstmann ist ein hoch gewachsener Angreifer 
    Ein Fußball-Stürmer muss schon etwas darstellen, will er bei der gegnerischen Abwehr im Zweikampf am Boden und in der Luft Eindruck erwecken. Ein solcher ist der 1,93 Meter große und 25 Jahre alte Marcel Kunstmann, der vom Drittligisten VfL Osnabrück kommt. Ein Angreifer, der zuletzt in Osnabrück nicht viel Spielpraxis bekam, nachdem er erst zu Beginn dieser Saison vom SC Verl nach Osnabrück kam. Er kam mit der Empfehlung von 16 Toren in 35 Spielen in der Regionalliga West und könnte eigentlich seinen nicht schlecht dotierten Vertrag bei den Lila-Hemden in Osnabrück aussitzen. Doch Marcel Kunstmann, den unser Bild im Zweikampf mit dem Ex-Wormaten Sandro Rösner beim Testspiel gegen den SC Hauenstein zeigt, will einfach wieder Freude am Fußballspiel haben und verzichtet denn auch auf nicht wenig Geld. Solch hungrige Spieler können dem VfR Wormatia gut tun. Doch auch er musste zuletzt angeschlagen auf einen Einsatz gegen die Offenbacher Kickers verzichten.
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