
Unter dem Motto „Du hast sexualisierte Gewalt erlebt? Du hast ein Recht auf Unterstützung und Beratung!“ machen der Warbede Frauennotruf Worms und die 13 anderen rheinland-pfälzischen Frauennotrufe auf ihre Arbeit aufmerksam. Zugleich unterstreichen sie den gesetzlichen Anspruch auf Beratung und Schutz, den Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt ab 2032 durch das Gewalthilfegesetz erhalten.
Bei sexualisierter Gewalt handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches alle etwas angeht. „Geschlechtsspezifische Gewalt liegt nicht in der Verantwortung von denen, die sie erleben, sondern denen, die sie ausüben und ermöglichen. Wir möchten Betroffenen zeigen, dass sie mit ihrer Erfahrung der Gewalt nicht allein sind und dass es die Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist, die Gewalt zu verhindern und deren Folgen aufzufangen“, so Ronja Scheu, Mitarbeiterin des Frauennotrufs Alzey.
Das Gewalthilfegesetz, das 2025 auf Bundesebene verabschiedet wurde, stärkt Betroffene geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt: Ab 2032 haben sie einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf wohnortnahe Beratung und Unterstützung. Bis 2027 muss die Landesregierung in Rheinland-Pfalz gesetzlich festschreiben, wie sie diesen Anspruch gewährleisten will.
„Wir möchten die Kampagne auch dazu nutzen, deutlich zu machen, dass die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Beratung ab 2032 nur möglich ist, wenn jetzt ein adäquater Ausbau des Hilfesystems erfolgt“, sagt Anaïs Ndiminnha, Mitarbeiterin des Frauennotrufs in Worms.
Schon jetzt beraten und unterstützen die Fachstellen zum Thema sexualisierte Gewalt an 14 Standorten in Rheinland-Pfalz Betroffene, Angehörige und Fachkräfte kostenlos und auf Wunsch anonym.
Damit nicht nur Betroffene gut unterstützt werden können, sondern geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt in Zukunft weniger werden, fordern die Frauennotrufe das Land Rheinland-Pfalz auf, das Thema Prävention im Landesausführungsgesetz ausreichend zu berücksichtigen. „Die Präventionsarbeit nimmt eine besonders wichtige Rolle ein, da sie Wissen schafft und Räume öffnet, in denen Themen wie Sexualität und sexualisierte Gewalt besprechbar werden. Auch für Lehrkräfte und pädagogisches Personal sind die Themen von großer Bedeutung. Es geht darum, eine eigene Haltung gegenüber Themen wie Rollenstereotypen, geschlechtsspezifischer Erziehung oder hierarchischen Strukturen zu entwickeln und eigene Erfahrungen mit Gewalt zu reflektieren“, erklärt Yasmin Grein, Leitung des Präventionsbüros Ronja in Westerburg.
Die Plakate werden im September 2026 an 14 Standorten in Rheinland-Pfalz zu sehen sein. Die LAG autonomer Frauennotrufe dankt Plakat-verkauft.de für die kostenlose Bereitstellung der Werbeflächen, durch die die Aktion erst ermöglicht wurde!