
Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, der kommunalen Familie und den Kreistagsfraktionen, aus Institutionen, Schulen, Medien und Verbänden sowie viele ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung von Landrat Heiko Sippel zum Kreissommer des Landkreises Alzey-Worms gefolgt. Auf dem Platz vor der Mensa der Alzeyer Gymnasien bot der sommerliche Abend Gelegenheit zu Begegnung, Austausch und Gesprächen.
„Miteinander ins Gespräch kommen – das macht Rheinhessen aus“, begrüßte Landrat Heiko Sippel die Gäste. Der Kreissommer sei eine gute Gelegenheit, gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzublicken, Erreichtes zu würdigen und zugleich den Blick nach vorne zu richten.
Einen Schwerpunkt legte Sippel auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements: „Das Ehrenamt ist und bleibt das Herzstück unseres Landkreises.“ Ob in Vereinen, Hilfsorganisationen, im Sport, in Kultur, im sozialen Bereich oder in vielen anderen gesellschaftlichen Feldern – zahlreiche Menschen engagierten sich freiwillig und leisteten damit einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl.
Mit dem Netzwerkbüro Ehrenamt und dem Format „Ehrenamt des Monats“ habe der Landkreis Strukturen geschaffen, um dieses Engagement stärker sichtbar zu machen und zu würdigen.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Staatssekretärin Kathrin Anklam-Trapp mit der Ehrenmedaille des Landkreises Alzey-Worms. Mit der Ehrenmedaille als höchster Auszeichnung würdigt der Landkreis ihre besonderen Verdienste und ihr langjähriges Engagement. 27 Jahre war Kathrin Anklam-Trapp Mitglied des Kreistags Alzey-Worms und schied in Folge ihrer Berufung zur Staatssekretärin des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz nach eigenem Wunsch Ende Mai 2026 aus dem Gremium aus. Landrat Sippel dankte Kathrin Anklam-Trapp für ihren außergewöhnlichen Einsatz auch in zahlreichen weiteren kommunal- und landespolitischen Gremien und für unzählige ehrenamtliche Tätigkeiten an vorderer Stelle über Jahrzehnte hinweg.
Auch das Engagement im Brand- und Katastrophenschutz stand beim Kreissommer im Mittelpunkt. Stephan Orlemann wurde offiziell von Landrat Heiko Sippel zum stellvertretenden Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Alzey-Worms ernannt. Landrat Sippel dankte ihm für die Bereitschaft, Verantwortung in dieser wichtigen Funktion zu übernehmen. „Ein leistungsfähiger Brand- und Katastrophenschutz lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Sicherheit unserer Bevölkerung einzusetzen“, betonte Sippel.
In seinem Rückblick ging der Landrat auch auf die Rückkehr des Kreiskrankenhauses nach 35 Jahren in kommunale Trägerschaft ein. „Vor gut einem Jahr haben wir Verantwortung übernommen. Heute können wir sagen: Diese Entscheidung war richtig“, sagte Sippel.
Die medizinische Versorgung sei gesichert, Arbeitsplätze seien erhalten geblieben und gemeinsam werde an den Zukunftsperspektiven des Hauses gearbeitet. Sein besonderer Dank galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Verwaltungsdirektor Frank Müller und der medizinischen und pflegerischen Leitung. Gleichzeitig bleibe die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser eine große Herausforderung. Die geplanten Regelungen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung würden zusätzliche Belastungen für die Krankenhäuser mit sich bringen. Gerade kommunale Krankenhäuser benötigten verlässliche und auskömmliche Finanzierungsstrukturen.
Auch bei den Schulen setzt der Landkreis seine Investitionen fort. Brandschutz, energetische Sanierungen und eine moderne Ausstattung seien wichtige Voraussetzungen für gute Bildung. Eine neue IGS werde in Alzey errichtet. Im Bereich der Kindertagesstätten seien im Zuge der vergangenen zehn Jahre 1700 neue Plätze und 81 neue Gruppen entstanden. Eine weitere Herausforderung für den Landkreis stelle die Umsetzung des Gesetzes zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (Gafög) dar. Zum einen sei es eine Herausforderung, Ehrenamtliche in ausreichender Zahl zur Umsetzung des Angebots zu finden, darüber hinaus müsse dies auch finanziert werden.
Bei der Infrastruktur verwies Sippel unter anderem auf die Planungen für den Radweg entlang der B271 zwischen Alzey und Flomborn. Der Landesbetrieb Mobilität Worms habe erste Abstimmungen für den wichtigen Streckenabschnitt aufgenommen. Auch der Vollausbau der K 32 zwischen Gabsheim und Bechtolsheim schreite planmäßig voran.
Mit dem Kreisentwicklungskonzept und dem Vorreiter-Klimaschutzkonzept hat der Landkreis wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung geschaffen. Ziel ist eine klimaneutrale Kreisverwaltung bis 2035 und ein klimaneutraler Landkreis bis 2040.
Ergänzend wurde das integrierte Klimaanpassungskonzept beschlossen. Schwerpunkte sind unter anderem der Hitzeschutz und die Vorsorge gegenüber Starkregenereignissen.
Weitere Themen des Abends waren die positive Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, die Umsetzung der Digitalisierung von Angeboten der Kreisverwaltung und die erfolgte Fortschreibung der Abfallwirtschaftskonzeptes, das mit einigen Änderungen für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sei. „Bereits um 40 Prozent konnte das Restmüllaufkommen im Zuge des neuen Müllkonzeptes reduziert werden. Die Menge an gesammeltem Papier konnte gesteigert werden“, berichtete Sippel von wichtigen Erfolgen. Trotz der erfolgten Reform des Kita-Gesetzes, der Entschuldungsprogramme der Kommunen und der Reform des kommunalen Finanzausgleichs belasteten stetig steigende Aufwendungen unter anderem beim Sozial- und Jugendamt den Finanzhaushalt des Kreises: „Die weiterhin steigenden Kosten in diesen Bereichen, gekoppelt mit der fehlenden Finanzierung unserer Pflichtaufgaben durch Bund und Land, treiben uns in den Ruin“, so Sippel.
Zum Abschluss dankte der Landrat allen Gästen für ihr Engagement und das gute Miteinander: „Die heutige Veranstaltung zeigt, was unseren Landkreis so besonders macht: Menschen mit Engagement, Tatkraft, Kreativität und Leidenschaft. Dieses Miteinander macht unsere Region stark für die Zukunft.“
Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Jazz- und Rockunit der Kreismusikschule, die die Gäste mit rockigen Klängen empfing.
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