
In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Rheinland-Pfalz weiterhin stabilisiert. Die Wohnungsmieten hingegen stiegen im Landesdurchschnitt moderat an. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2026 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Darin ist der Immobilienmarkt in 83 rheinland-pfälzischen Kommunen dokumentiert.
„Die geringe Dynamik auf dem Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz ist zum einen auf den Quasi-Stillstand beim Neubau – mit Ausnahme des Luxussektors – zurückzuführen. Der andere Grund ist die große Verunsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung aufgrund multipler Krisen, hierzulande und weltweit“, erläutert Andreas Schnellting, Stellv. Vorsitzender des IVD West aus Kusel, den heute in Mainz vorgelegten Preisspiegel. „Ältere Bestandsimmobilien sind in größerer Zahl auf dem Markt. Allerdings wird es gerade für junge Familien immer schwieriger, den angestrebten Schritt ins Wohneigentum zu realisieren. Die Finanzierung erweist sich oft als Nadelöhr. So bleibt der Mietwohnmarkt eng.“
Die Vermarktungsphasen haben sich laut IVD spürbar verlängert und die Kreditvergabepolitik der Banken ist anhaltend restriktiv. Daher kommen beim Immobilienkauf vorwiegend Haushalte mit genügend Eigenkapital zum Zuge. Eine Trendwende hin zu einem qualitativ guten und vor allem ausreichenden Angebot an Wohneigentum für breite Schichten der Bevölkerung lässt sich nur mit einem deutlichen Schub beim Thema Neubau anstoßen. Andreas Schnellting: „Der IVD fordert daher u.a. dringend die Absenkung der Grunderwerbsteuer, weitere Initiativen zur Nivellierung der Baustandards und vor allem wirkungsvolle Förderprogramme für den Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums.“
Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser bleiben nach Angaben des Verbandes im landesweiten Durchschnitt der letzten zwölf Monate nahezu unverändert. Dies treffe insbesondere auf Bestandsimmobilien zu, da Neubauobjekte kaum in nennenswerter Anzahl auf den Markt gekommen seien.
In Rheinhessen und den Universitätsstädten Mainz und Trier waren die Preise zwar leicht im Plus, in der Pfalz und besonders im Hunsrück und in der Eifel beobachteten die Experten hingegen Stillstand oder sogar ein Preisrückgang. Konkret: Die Eigenheimpreise stiegen beispielsweise in Worms (+ 4 Prozent), in Bodenheim (+ 3 Prozent) und in Andernach (+ 1 Prozent). In manchen Städten hingegen verbilligten sich die Verkaufspreise: etwa in Ludwigshafen, Zweibrücken und in Nierstein (alle - 2 Prozent). In vielen Kommunen hingegen veränderten sich die Preise kaum.
Wie im Vorjahr stiegen die Wohnungsmieten in Rheinland-Pfalz im Landesschnitt leicht an, weil aus Sicht der Branchenkenner weiterhin zu wenig Mieter auf den Kaufmarkt wechseln. Während beispielsweise in Remagen der Mietzins für Bestandswohnungen um durchschnittlich sieben Prozent stieg, waren es in Ludwigshafen nur ein Prozent und in Speyer ein Plus von drei Prozent. In Alzey blieben die Mieten stabil. Die teuersten Wohnungen werden in der Landeshauptstadt vermietet: Im Neubau mit sehr gutem Wohnwert zahlt man in Mainz bis zu 20 Euro pro Quadratmeter.
Weitere Infos unter www.ivd-west.net
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