„Was Deutschland im Großen, ist Osthofen im Kleinen“ – Buchvorstellung der Tagebücher Johann Weißheimer II am Freitag in Osthofen
„Ein Schlüssel zur Vergangenheit“
Das Tagebuch von Johann Weißheimer II. ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser
12 Jahre dauerte das Projekt, 2.000 Arbeitsstunden wurden dafür aufgewendet, und am Ende steht ein Buch mit 1.300 Seiten. Ein beeindruckendes Zeitzeugnis aus dem 19. Jahrhundert, ein privates Dokument, das „möglicherweise eines der wichtigsten Projekte war, die wir in der Kommission begleiten durften“, so der Sprecher der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt, Professor Dr. Friedrich Battenberg.
Es sind die Tagebücher des Osthofeners Johann Weißheimer II, die Stadtbürgermeister Thomas Goller und Dr. Gerold Bönnen aufgearbeitet haben um dieses wichtige Dokument einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Dafür haben sie die Schriften entziffert, erklärt, kommentiert und historisch eingeordnet.
Unterstützend wirkten das Land Hessen, die Stadt Worms und Osthofen, der Altertumsverein Worms e.V., das Kulturnetzwerk Osthofen e.V., sowie Irmgard Weißheimer.
Zu Beginn der Vorstellung des Buches am Freitagabend im „Schwanen“, dankt Goller seiner Großmutter für ihre finanzielle Unterstützung und dafür, dass sie ihn schon so früh für das Thema sensibilisiert hat: „Sie hat die Tagebücher für mich vorgelesen und auf Hörbücher aufgenommen, die insgesamt 50 Stunden dauerten.“
Vielfältig engagiert
Aufgrund Weißheimers zahlreicher Rollen und Engagements in der Gesellschaft, wie zum Beispiel unter anderen Bürgermeister, Landtagsabgeordneter und Gutsbesitzer, sind die Tagebücher „in vielfacher Hinsicht ein Schlüssel zur Vergangenheit“, so Goller, direkter Nachfahre Weißheimers.
Besonders herausgearbeitet wird in den Tagebüchern die Problematik der 1848er Revolution, sowie die menschliche Seite der Geschichte. So schildert Weißheimer beispielsweise Krankheit, Leid, Missernten und Konfessionsstreitigkeiten.
Der ebenfalls mit Unterstützung und einem Vorwort an dem Buch beteiligte Gunther Mahlerwein hebt die überregionale Bedeutung der Quelle hervor, Tagebücher dieser Art seien sehr selten und interessant für die Forschungsliteratur. Dies zeigt auch der sehr treffende Titel des Buches, ein Zitat Johann Weißheimers II: „Was Deutschland im Großen, das ist Osthofen im Kleinen.“