
Am vergangenen Samstag hat das THW Worms unter Beteiligung der Feuerwehr Pfeddersheim eine Ganztagesübung in schwer zugänglichem Gelände abgehalten. Ziel der Übung war es, für die verantwortlichen Zugführer Daniel Fuhrmann, vom Technischen Zug und Pascal Grotensohn, vom Fachzug Logistik, den Leistungsstand ihrer einzelnen Fachgruppen abzufragen und unter realen Bedingungen zu überprüfen.
So wurden am Samstagmorgen die Zugtrupps, die Bergungsgruppe, sowie die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung, Elektroversorgung, Räumen-C, Materialwirtschaft und Verpflegung in den Einsatz versetzt. Insgesamt haben rund sechzig Helfer vom THW mit weiteren elf Feuerwehrkameraden an der Übung teilgenommen. Als Übungsgelände diente die weitläufige Sandgrube der Familie Antz in Pfeddersheim.
Von den beiden Zugführern wurden gleich sechs beeindruckende Übungsszenarien mit einigen Überraschungseffekten vorbereitet.
Die Ausgangslage war ein schwerer Hangrutsch mit mehreren beteiligten, teils verschütteten Fahrzeugen und vermissten Personen in der weitläufigen Sandgrube, wohin die THW-Bergungsgruppe und der Einsatztrupp der Feuerwehr zum 1. Einsatzabschnitt beordert wurden. Hier waren zwei PKW in den etwa 25 bis 30 Meter tiefen Krater abgestürzt, sechs Personen wurden teils eingeklemmt in und unter den PKWs vorgefunden. Vier der verletzten Personen konnten mithilfe des Rettungsgeräts Schleifkorb-Bergeschleppe unter gemeinsamer Kraftanstrengung der Helfer am Seil den Hang hochgezogen werden. Für eine weitere Person musste aus Grund des vermuteten Verletzungsmusters ein schonenderer Transport stattfinden. Danach wurden mithilfe der Seilwinde auch die beiden Fahrzeuge aus der Schlucht nach oben geholt.
Beim Einsatzabschnitt 2 bot sich den Helfern der Fachgruppe Elektroversorgung und Notinstandsetzung eine ganz andere Lage. Bedingt durch den Erdrutsch ist die Einspeisung einer Trafostation ausgefallen. Hier mussten die Helfer über eine Notstromleitung die Einspeisung wieder sicherstellen.
Der Einsatzabschnitt 3 war ein verschütteter Zufahrtsweg zum benachbarten Reiterhof. Was sich zunächst für unsere Fachgruppe Räumen als eine routinemäßige Aufgabe darstellte, sollte allerdings noch dramatisch enden, denn im Laufe der Räumarbeiten mit deren Teleskoplader taucht plötzlich ein verschütteter PKW im Erdreich auf. Nachdem die Heckklappe geöffnet werden konnte, wurde festgestellt, dass sich in dem Fahrzeug ein Kleinkind und eine Person befanden. Beide Personen wurden über die Heckklappe mit Zuhilfenahme eines Bergetuchs gerettet und an den Rettungsdienst übergeben.
Im Einsatzabschnitt 4 war unsere Fachgruppe Materialwirtschaft ebenfalls voll gefordert. Ihr Einsatzabschnitt war auf der untersten Ebene der Sandgrube. Dort hatte sich, bedingt durch den Erdrutsch, ein LKW festgefahren und konnte aus eigener Kraft die Bergauffahrt nicht fortsetzen. Die Speziallisten dieser Fachgruppe mussten schnell feststellen, dass an dem Antrieb des LKWs ein Getriebeschaden entstanden war, der vor Ort nicht reparabel war. Der LKW musste die steile Auffahrt der Grube hinauf abgeschleppt werden.
Zum Einsatzabschnitt 5 Verpflegung hat unsere Fachgruppe Logistik-Verpflegung während des gesamten Übungsverlaufes für die Helfer eine Warmmahlzeit in der Unterkunft zubereitet und zum Übungsende an die Einsatzstelle gebracht. Dort wurden von der Gruppe eine Hygienestation, die Essensausgabe und eine Versorgungsstelle aufgebaut und betrieben.
Im Einsatzabschnitt 6 haben unsere Zugtrupps als Führungskomponente den gesamten Übungsablauf im Auftrag der Zugführer von der Anfahrt an bis zum Übungsende koordiniert und dokumentiert.
Alles in allem betrachtet, waren die gestellten Aufgaben auch für die Feuerwehr eine nicht alltägliche Sache gewesen. Die Übung hätte auch gezeigt, wie wichtig es sei, dass alle Helfer gleich welcher Hilfsorganisation, gut und Hand in Hand zusammenarbeiten können.
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