
Von Florian Helfert › Still und leise dirigieren Rot, Gelb und Grün den Wormser Straßenverkehr. Um hierbei Autos, Fahrradfahrer, Fußgänger und Buslinien möglichst zweckmäßig durch die Nibelungenstadt zu leiten, nutzt die Stadt für ihre Ampelanlagen einen Verkehrsrechner. Dieser in die Jahre gekommene Rechner wird, wie Oberbürgermeister Adolf Kessel in seiner Haushaltsrede im vergangenen Dezember erläuterte, zugunsten einer zeitgemäßen Lösung für 1,78 Millionen Euro ersetzt werden.
Wie die Pressestelle der Stadt Worms auf NK-Anfrage mitteilte, besitzt der Verkehrsrechner in Worms wie üblich gleich mehrere Funktionen. In erster Linie überwacht er Lichtsignalanlagen (LSA) im gesamten Stadtgebiet, auf dass auftretende Störungen oder Ausfälle umgehend erkannt, weitergegeben und schnellstmöglich behoben werden können.
Derzeit sind 67 der insgesamt 84 Lichtsignalanlagen an den Verkehrsrechner angeschlossen. Die noch nicht angeschlossenen Lichtsignalanlagen befinden sich im Zuge der Bundesstraße (B) 9. Davon wurden der Stadt Anfang des Jahres der Betrieb und die Instandhaltung von acht Lichtsignalanlagen übertragen.
Die Lichtsignalanlagen auf der B9 können nicht mehr wirtschaftlich an den veralteten Verkehrsrechner angeschlossen werden. Bei der neuen Lösung hingegen werden die Anschlüsse der Lichtsignalanlagen auf der B9 direkt berücksichtigt. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Kosten, da die vorhandenen, neuen Steuergeräte bereits für den Anschluss an einen modernen Verkehrsrechner ausgelegt sind.
Weiterhin erfolgt die Koordinierung der sogenannten „Grünen Welle“ an Lichtsignalanlagen über den Verkehrsrechner statt. Hiervon sind im Stadtgebiet neun Lichtsignalanlagen betroffen. Ohne die Koordinierung über den Verkehrsrechner kann diese „Grüne Welle“ nicht aufrecht erhalten werden.
Auch die ÖPNV-Beschleunigung an Lichtsignalanlagen ist ein Thema, das mit einem neuen Verkehrsrechner zukunftssicher abgebildet werden kann. Nach aktuellem Stand wird nämlich das bestehende Frequenzband, über das eine Bevorrechtigung des Busverkehrs stattfindet, 2026 von der Bundesnetzagentur eingestellt. Nach jetzigem Informationsstand ist hier mit einem bereits existierenden digitalen Nachfolger zu rechnen.
Mit dem neuen Verkehrsrechner kann jene ÖPNV-Beschleunigung weiterhin sichergestellt und realisiert werden.
Außerdem handelt es sich beim bestehenden Verkehrsrechner und dem bisher separaten Parkleitrechner um zwei veraltete Einzelsysteme, die durch einen cloudbasierten Verkehrs- und Parkleitrechners als zeitgemäßes Gesamtsystem ersetzt werden sollen.
„Wir wollen, dass der Verkehr besser fließen und Staus vermieden werden können. Wir möchten also die Koordination des Verkehrs auf unseren Straßen zeitgemäß weiterentwickeln“, so Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst. Dies gelinge nur mit einer moderneren IT-gestützten Infrastruktur.
Momentan sind am Parkleitrechner regulär fünf Parkhäuser und Tiefgaragen mit 32 dynamischen Stellplatzanzeigen an 17 Standorten angeschlossen.
Wie im Straßenbild zu erkennen ist, werden die städtischen Parkhäuser seit der Umstellung auf schrankenfreies Parken nicht mehr im Parkleitsystem abgebildet, da der vorhandene Parkleitrechner aufgrund seines Alters die erforderlichen Parkdaten nicht mehr abrufen kann. Um diese Daten wieder abzubilden und damit die notwendige und mögliche Lenkung des Parksuchverkehrs zu ermöglichen, ist das neue System erforderlich.
Ferner ist mit dem Verkehrskonzept BIZ eine Erweiterung des Parkleitsystems vorgesehen, das mit dem bestehenden System nicht umgesetzt werden kann.
Zusammenfassend lässt sich aus Sicht der Stadtverwaltung festhalten, dass ein solches modernes, cloudbasiertes und vor allem IT-sicheres (KRITIS) Verkehrsmanagementsystem dem Stand der Technik entspricht. Durch die Nutzung dieser modernsten Technologien, weiterer möglicher zukünftiger Anwendungsbereiche und die damit verbundene potenzielle Einbindung der Öffentlichkeit kann ein solches System laut Pressestelle der Stadt Worms dazu beitragen, die Herausforderungen des urbanen Verkehrs und damit die Umsetzung des beschlossenen Verkehrskonzeptes erfolgreich zu bewältigen und zu realisieren.
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