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  • Mi., 16. Juli 2025, 17:00 Uhr
    PRESSERUNDSCHAU: Kritiker loben Ensemble und Inszenierung der Festspiele

    Epik und Dramatik vor dem Dom

    Das sagenumwobene Rheingold in Form von Kies wiegt so schwer wie das Schicksal der Protagonisten.
    Foto: Rudolf Uhrig

    Von Florian Helfert › Von einem ungewöhnlich differenzierten Freilichttheater vor der Domkulisse spricht Detlev Bauer in der ältesten deutschen Theaterzeitschrift namens „Die Deutsche Bühne“. Die klare, für Freilichttheater ungewöhnlich wenig effekthascherische Inszenierung funktioniere dank des überzeugenden Textes aus der Feder Roland Schimmelpfennigs. Regisseurin Mina Salehpour baue auf die Sprachkraft des Textes und der Bühnendarsteller; so finde der Tod des Drachen etwa in sprachlicher Auseinandersetzung statt.

    Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) taxiert das überzeugende Bühnenstück „See aus Asche – Das Nibelungenlied“ als Sprechtheater auf hohem Niveau. Schimmelpfennig, einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands, präsentiere eine der wohl größten deutschen Erzählungen als wortgewaltiges Drama. Ohne Blut- und Schwertästhetik inszeniere Salehpour den Mythos der Nibelungen, lobt die unabhängige Nachrichtenagentur – und teilt damit die wohlwollende Kritik der Fachzeitschrift „Die Deutsche Bühne“.

    „Sensationelles Erzählerlebnis“

    Ein „sensationelles Erzählerlebnis mit Drachen und sprechendem Lindenblatt“ erkennt Jakob Hayner in der überregionalen Tageszeitung WELT aus dem Hause Axel Springer die Leistung der Theaterproduktion unter Intendant Nico Hofmann an. In Anbetracht der Rezeptionsgeschichte des „deutschesten aller deutschen Stoffe“ sowie des imposanten Bühnenbildes mit rund 600 Tonnen Kies, welcher das sagenumwobene Rheingold symbolisieren soll, merkt Hayner treffend an: „Die Schauspieler […] stapfen mit großen Schritten durch dieses steinerne Rheingold, das ihre Füße zu verschlucken droht. Ein schönes Bild für die Sogkraft der Geschichte“.

    „Die netto etwa 130 Minuten […] sind knapp bemessen“, kritisiert Egbert Tholl in der Süddeutschen Zeitung, welcher sich vor dem Wormser Kaiserdom offenbar gut unterhalten fühlte. Jedenfalls beschrieb er die Uraufführung als „eher karg, aber ungeheuer dicht, intellektuell aufregend“. Sein Fazit: Schimmelpfennigs Text sei viel zu gut, um nicht andernorts in klassischen Theatersälen nachgespielt zu werden.

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