
In der Reihe „Worms Stück für Stück“ stellt das Museum der Stadt Worms im Andreasstift jeden Monat ein Sammlungsobjekt vor, welches eine besondere Geschichte hat. Nach der Dichterin Elisabeth Cruciger soll nun die Rolle der Strategin Elisabeth von Brandenburg (1485–1555), Tochter des Königs Johann von Dänemark, Norwegen und Schweden und Ehefrau von Kurfürst Joachim I. Nestor von Brandenburg, verdeutlicht werden. Sie widersetzte sich für ihren Glauben nicht nur der Familie ihres Mannes.
Wer in den ersten Abschnitt der Sonderausstellung schaut, findet den Ablass-Befürworter schlechthin: Albrecht von Brandenburg. Der Erzbischof von Mainz war der Schwager von Elisabeth und profitierte im hohen Maße von den Einnahmen des Ablasshandels. Dies hielt Elisabeth jedoch nicht davon ab, heimlich das evangelische Abendmahl zu empfangen. Von der eigenen Tochter (später die „Reformationsfürstin“) soll sie verraten worden sein, was zu einem Zerwürfnis mit ihrem Ehemann und ihrer jahrelangen Flucht führte. Unterstützt wurde sie von ihrem Onkel Kurfürst Johann von Sachsen. Jedoch verschlechterte sich ihre Situation mit dessen Tod. Sie geriet in finanzielle und gesundheitliche Schwierigkeiten.
Im Jahre 1530 ersuchte Joachim I. auf dem Reichstag zu Augsburg Kaiser Karl V. um sein Einverständnis einer Zwangsumsiedlung Elisabeths. Heute ist die Familie aufgrund ihres Engagements für die Kunst im Gedächtnis geblieben, wie die Ausstellung Von Albrecht von Brandenburg zu Abraham Roentgen im vergangenen Winter im Dommuseum Mainz zeigt. Künstlerinnen sind kein Teil der Sammlung, was aber nicht bedeutet, dass es keine kunstschaffenden Frauen gab. Sofonisba Anguissola (1531/32–1625) war die Malerin der Renaissance und schuf in den 1570er Jahren das Altarbild Madonna dell`Itria. Ihre Mariendarstellung ist vergleichbar mit einer Madonna des Museums Andreasstift, welche nun zu sehen ist.
Beitrag aus der Rubrik